# taz.de -- Protest gegen „Remigrations“-Banner: Pleite für Sellners Netzwerk im Hamburger Stadtpark
       
       > Die rechtsextreme Kampagne „Save Europe Act Now“ wollte in Hamburg ein
       > riesiges Banner entrollen. Über Tausend Menschen verhinderten die Aktion.
       
 (IMG) Bild: Kein Platz für rechtsextreme Banner: Kundgebung vor dem Hamburger Planetarium im Stadtpark
       
       Symbolträchtige Bilder wollte die rechtsextreme Kampagne „Save Europe Act
       Now“ am Sonntag im Hamburger Stadtpark produzieren. Am Planetarium wollte
       sie ein Banner platzieren: Zwanzig mal zwanzig Meter groß, 400
       Quadratmeter. Darauf wollte [1][das Netzwerk um Martin Sellner einmal mehr
       für die „Remigration“ werben]. Der Turm des Planetariums, der als ein
       Wahrzeichen der Hansestadt gilt, sollte für die Inszenierung als Kulisse
       dienen.
       
       Doch die Aktion misslang. Schon vor dem geplanten Beginn um 13 Uhr
       spazierten über 1.000 Gegendemonstrant*innen um die abgesperrte
       Rasenfläche. Das Hamburger Bündnis gegen Rechts hatte zu einem
       „antifaschistischen Sonntagsspaziergang“ im Stadtpark aufgerufen.
       
       Auf Transparenten war unter anderem „AfD wählen ist so 1933“ und „Fuck AfD“
       zu lesen. Die Polizei forderte die Demonstrierenden auf, die nicht
       angemeldete Versammlung zu verlassen. Es kam zu Gerangel. Schulter an
       Schulter gingen die Gegendemonstrant*innen dennoch rund um die
       Absperrungen spazieren, schließlich wurde die Versammlung angemeldet.
       
       Die bis zu 40 Teilnehmer*innen der rechtsextremen Aktion betraten den
       Rasen nicht. Stattdessen streamten die rechten Influencer*innen
       „Außendienstlerin“ (Mary Joanna Esch) und [2][„Weichreite“ (Sebastian
       Weber)] vom abgesperrten Areal. Sie provozierten gezielt
       Gegendemonstrierende, um Bilder von Eskalationen liefern zu können.
       
       Dies ist seit Längerem die Strategie rechtsextremer Influencer*innen
       bei antifaschistischem Protest. Die Inszenierung: Sie seien
       diskussionsbereit, die Antifaschist*innen aber nicht. Diese seien die
       wahren „Antidemokraten“ und „Faschisten“.
       
       Nach ihren Streams wurden beide von der Polizei vom Gelände gebracht. Zuvor
       hatten die Gegendemonstrant*innen ihnen zugerufen: „Geht nach Hause“.
       Bis Montagnachmittag wurde Eschs Stream 57.000-mal aufgerufen. In
       Kommentaren werden die rechten Streamer*innen gefeiert: „Ihr beide seid
       mutig, offen und ehrlich.“
       
       Die rechtsextremen Aktivist*innen wurden von der Polizei derweil in den
       Stadtteil Langenhorn begleitet, um 15 Uhr erreichten sie den Langenhorner
       Markt.
       
       Verantwortlich für die gescheiterte Kundgebung im Hamburger Stadtpark ist
       Jan Hoyer. Er ist einer der Sprecher der Kampagne „Save Europe Act Now“
       ist. Der Norderstedter ist regelmäßig bei der AfD Schleswig-Holstein und
       der AfD-Jugend aktiv. In einem Video der Aktion auf Instagram, wo er sich
       als „stolz deutsch“ bezeichnet, sind knapp 20 Aktive zu sehen. Darunter
       räumt „jan.offiziell“ ein, dass die „European Street Tour“ in Hamburg unter
       „denkbar schwierigen Bedingungen“ stattgefunden habe. 1.651 Herzchen finden
       sich unter dem Clip.
       
       ## Rechtsextreme Kampagne will Bilder aus vielen Städten
       
       Das erste Treffen des europaweiten Netzwerks „Save Europe Act Now“ fand im
       Jahr 2025 in Italien statt. Die Kampagne bezeichnet sich als „patriotische
       europäische Bürgerinitiative“ und fordert, „dass die politische Elite die
       Ersetzungsmigration“ stoppt, „unsere Grenzen sichert und die
       ethno-kulturelle Kontinuität der europäischen Nationen schützt“.
       
       Ganz in der Logik des Ethnopluralismus, demzufolge jede Ethnie eine
       homogene Identität und Biologie aufweise, greift sie das Narrativ des
       „großen Austausches“ auf, demzufolge die „Eliten“ in Wirtschaft und Politik
       die einheimische Bevölkerung austauschen wollten. Einer der Fans der
       Kampagne ist der thüringische AfD-Landesvorsitzende Björn Höcke.
       
       Ziel der Kampagne ist, [3][mit Bildern aus vielen europäischen Bildern für
       die sogenannte „Remigration“ zu werben]. In Hamburg ist sie damit erst mal
       gescheitert.
       
       19 Oct 2026
       
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