# taz.de -- Klimakrise und Versicherer: Zu gefährdet, um versichert zu werden
> Brancheninsider warnen davor, dass manche Regionen künftig unversicherbar
> sein werden – mit ernsten Folgen für die Betroffenen und das
> Finanzsystem.
(IMG) Bild: Hochwasserschutz mit Säcken, hier in Flensburg
Versicherungsunternehmen werden mit der zunehmend eskalierenden Klimakrise
Unternehmen und Menschen [1][in besonders gefährdeten Branchen und
Regionen] ohne Versicherungsschutz zurücklassen. Das sagen Brancheninsider
voraus, die anonym gemeinsam ein Memo geschrieben haben. Im schlimmsten
Fall könnte das eine Finanzkrise zur Folge haben.
„Als erfahrene Fachleute in unserem Feld sind wir zutiefst besorgt über die
bedrohliche Geschwindigkeit, mit der die physischen Klima- und
Umweltrisiken zunehmen“, schreiben sie. Vor diesem Hintergrund könne man
erwarten, dass Versicherer Klimafolgen höchste Beachtung schenken. Doch
„die Branche ist davon überzeugt, mir ihrer bisherigen Strategie die
eigenen Risiken ausreichend begrenzen zu können“.
Die anonymen Brancheninsider haben sich unter dem Schirm der britischen NGO
InsideTrack [2][zusammengefunden]. Die Organisation will Menschen in
Führungspositionen ermöglichen, sich ohne Angst vor beruflichen
Konsequenzen auszutauschen und öffentlich zu äußern.
Für die Versicherer sei es „aus kurzfristig betriebswirtschaftlicher Sicht“
nachvollziehbar, Schäden nicht versichern zu wollen. „Dahinter steckt keine
böse Absicht, sondern eine Reaktion auf die wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen, unter denen wir arbeiten.“
## Warnung vor Finanzkrise auch von der Allianz
Den Unternehmen stehen demnach drei Möglichkeiten zum Umgang mit der
Erderhitzung offen: Sie würden Prämien erhöhen, „um den steigenden
physischen Risiken Rechnung zu tragen“. Menschen mit wenig Geld können sich
dann Versicherungsschutz nicht mehr leisten. Auch landwirtschaftliche
Betriebe könnten darunter leiden.
Zudem werden Versicherer laut den Insidern besonders hohe Risiken zum
Beispiel durch Waldbrände [3][nicht mehr in den Versicherungsschutz
aufnehmen]. Und in Regionen, in denen auch bei höheren Prämien die
Klimafolgeschäden zu hoch sein werden, „werden wir schlicht keinen
Versicherungsschutz mehr anbieten“. Davon seien besonders Küsten- und
Bergregionen sowie überschwemmungsgefährdete Gebiete betroffen.
Weil Versicherungsschutz die Grundlage für die Vergabe von
Immobilienkrediten ist, drohten zudem „erhebliche wirtschaftliche
Verwerfungen bis hin zu einer Finanzkrise“, schreiben die Autor:innen. Vor
einer solchen Entwicklung hatte [4][schon 2025] der damalige
Allianz-Vorstand Günther Thallinger gewarnt.
Mit dem Memo appellieren die Verfasser:innen an die politischen
Verantwortlichen und die Aufsichtsbehörden. „Sie müssen erkennen, dass
unsere Modelle eine wachsende Versicherungsschutzlücke aufzeigen.“ Auch
Investor:innen müssten „verstehen, dass die zunehmende
Unberechenbarkeit und Schwere der Klimafolgen zu Verlusten führen könnten,
die unsere Branche finanziell erheblich belasten“.
2025 wurden laut dem Rückversicherer Münchener Rück [5][224 Milliarden
US-Dollar durch Naturkatastrophen vernichtet]. Besonders Ereignisse, die
oft auftreten und begrenzte Schäden verursachen, nehmen demnach zu.
18 Oct 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Klimarisiko-in-Deutschland/!6142887
(DIR) [2] https://www.insidetrack.org.uk/releases/insurance-climate-risk
(DIR) [3] /Klimakrise-und-Kosten/!6145306
(DIR) [4] https://www.linkedin.com/pulse/climate-risk-insurance-future-capitalism-g%C3%BCnther-thallinger-smw5f/
(DIR) [5] /Klimakrise-treibt-Schaeden-nach-oben/!6144956
## AUTOREN
(DIR) Jonas Waack
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