# taz.de -- Regierungsbildung in Berlin: Parteien sondieren wieder
> Die Sondierungsgespräche in Berlin schienen in einer Sackgasse zu
> stecken. Kommen Linke, Grüne und SPD da wieder raus? Ein Gespräch hat
> offenbar geholfen.
(IMG) Bild: Sprechen offenbar wieder miteinander: Werner Graf (Bündnis90/Die Grünen), Steffen Krach (SPD) und Kerstin Wolter (Die Linke)
dpa | Linke, Grüne und SPD sind auf ihrem Weg Richtung Regierungsbildung
einen Schritt vorangekommen. Am Abend verständigten sie sich darauf, dass
die gemeinsame Erklärung der drei Parteien zum Vorgehen gegen
Antisemitismus weiterhin gilt, wie der SPD-Landesvorsitzende Steffen Krach
in der RBB-„Abendschau“ sagte. Die Vereinbarung gelte, nicht nur heute,
sondern auch in Zukunft.
Die Linke-Fraktionsvorsitzende Elif Eralp bestätigte die Absicht, die
gemeinsame Erklärung im Fall einer Regierungsbildung in den
Koalitionsvertrag aufzunehmen. [1][Die am Dienstag unterbrochenen
Sondierungsgespräche] sollen schon bald fortgesetzt werden: „Ab morgen
treffen wir uns weiter mit Grünen und SPD, um über die zentralen
Herausforderungen unserer wundervollen Stadt zu sprechen“, kündigte Eralp
an.
„Wir sind heute mit Grünen und SPD zusammengekommen und haben ein gutes und
offenes Gespräch geführt. Wir haben uns verständigt, die Missverständnisse
zwischen uns sind ausgeräumt“, so die Linke-Politikerin. „Die Spitzen aller
drei Parteien stehen hinter der Berliner Vereinbarung.“
Für die Parteien sei klar: „Die Vereinbarung wird Bestandteil eines
möglichen Koalitionsvertrages, über den die Parteien am Ende entscheiden“,
erläuterte Eralp. „Zum Abschluss der [2][Sondierungen mit Grünen] und SPD
entscheidet unser Parteitag, ob wir Koalitionsverhandlungen aufnehmen.
Grundlage werden das Sondierungspapier und die Berliner Vereinbarung sein,
die wir in der vergangenen Woche getroffen haben.“
## Krach rechtfertigt Unterbrechung der Gespräche
Krach ging in der „Abendschau“ auf die Gründe für die unterbrochenen
Sondierungen ein: „Wir haben gestern Abend gemeinsam mit den Grünen erst
mal entschieden, die Verhandlungen zu unterbrechen, weil es für uns
durchaus überraschend kam, dass eine andere Vereinbarung vorgelegt wurde“,
erläuterte er. „Wir haben ja mit den Linken und den Grünen über viele Tage
verhandelt über die Berliner Erklärung gegen Antisemitismus, und wir sind
schon davon ausgegangen, dass das die Basis ist.“
„Das Papier, was gestern bei den Linken verabschiedet beziehungsweise
unterschrieben wurde, ist schon völlig anders als das, was wir verhandelt
haben“, sagte Krach. „Es geht zum Beispiel in unserem Papier auch um einen
Mechanismus, wie man Fraktionsmitglieder ausschließen kann. Das stand bei
dem Papier gestern nicht drin.“
In der gemeinsamen Erklärung stehe auch, dass Polizei und Verfassungsschutz
gestärkt werden sollten. „Und deswegen war es Grünen und der SPD jetzt auch
noch mal sehr wichtig zu sagen, das ist die Basis, das ist das, was wir
verhandelt haben.“
Die gemeinsame Erklärung werde die Grundlage sein für die Beschlüsse auf
den Parteitagen über die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen, sagte Krach.
„Das ist dann die Basis für die Zusammenarbeit. Und wer sich daran nicht
hält, der wird dann halt auch die Konsequenzen spüren.“
Kritik, der [3][Abbruch der Sondierungen] sei ein Desaster gewesen, wies
Krach zurück. „Das können nur Menschen sagen, die nicht dabei waren“, sagte
er. Für die SPD sei wichtig gewesen, noch einmal ins Gespräch zu kommen, ob
wirklich klar sei, was vereinbart wurde. „Das hat die Spitze der Linken uns
jetzt noch mal zugesagt“, betonte Krach. „Und ich finde es auch völlig
normal, dass man in solchen Sondierungen sagt, Leute, lasst uns noch mal
zusammensitzen und gucken, ob wir wirklich hier alle einer Meinung sind.“
14 Oct 2026
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