# taz.de -- Heizen mit Öl und Gas: Kritik an Quote für klimaneutrale Brennstoffe
       
       > Bei bestehenden fossilen Heizungen soll es einen schrittweise steigenden
       > Anteil von klimaneutralem Brennstoff geben. Die Pläne sind umstritten.
       
 (IMG) Bild: Statt Bioöl oder grünem Methan lieber Wärmepumpen und Solarenergie fördern
       
       dpa | Die geplante Grüngas- und Grünheizölquote für Heizungen in privaten
       Haushalten stößt auf Kritik. Bisher fehle eine Antwort der Bundesregierung
       auf die zentrale Frage, woher die zusätzlichen Mengen an grünen Gasen
       kommen sollten, sagte Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des Verbands
       kommunaler Unternehmen.
       
       „Hier erwarten wir von der Bundesregierung eine Biomethanstrategie mit
       konkreten Vorschlägen zur Mengenausweitung, etwa durch heimische Produktion
       oder Importe. Die Ausweitung des aktuell noch knappen Angebots an grünen
       Gasen ist entscheidend, damit Heizen mit grünen Gasen künftig überhaupt zu
       bezahlbaren Preisen möglich ist.“ Nach aktuellem Stand sei das Angebot sehr
       knapp und die Nutzungskonkurrenz durch Industrie, Verkehr und
       Stromerzeugung sehr hoch, so Liebing. „Deshalb muss die Bundesregierung
       erklären, wie sie für mehr grüne Gase sorgen will.“
       
       Zuvor war ein Eckpunktepapier aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und
       Energie bekannt geworden, das auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
       Aus Kreisen des Ministeriums hieß es, durch die Quote würden klare
       Investitionsanreize geschaffen. Man könne derzeit davon ausgehen, dass die
       inländischen und europäischen Potenziale ausreichten, um die zu erwartende
       Nachfrage an klimafreundlichen Energieträgern zu decken.
       
       Die schwarz-rote Koalition hatte sich bei der [1][Einigung auf das neue
       Gebäudemodernisierungsgesetz] – als Nachfolger des „Heizungsgesetzes“ der
       Ampel – auch auf die Einführung einer [2][Grüngas-/Grünheizölquote] für
       bestehende Heizungen verständigt. Diese soll ab dem Jahr 2028 eingeführt
       werden und einen Beitrag zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung leisten.
       
       Die Quote soll für alle Gase und Öle gelten, die zu Heizzwecken an private
       Haushalte geliefert werden, wie es aus Kreisen des Ministeriums hieß. Sie
       soll Gas- und Öllieferanten verpflichten, in zunehmendem Maße und ab dem
       Jahr 2045 vollständig auf klimaneutrale Brennstoffe umzustellen – vor allem
       auf Biomethan und Bioöl, aber auch auf grünen und kohlenstoffarmen
       Wasserstoff sowie synthetisches Methan. Die Quote soll 2028 mit 1 Prozent
       beginnen und dann schrittweise steigen.
       
       ## Verbände kritisieren Pläne
       
       Noemi Mundhaas von Greenpeace sagte, grüner Wasserstoff und grünes Methan
       seien auf lange Sicht knapp, teuer und ineffizient. „Damit Gebäude zu
       heizen, ist wie mit Champagner duschen – möglich, aber unsinnig. Will die
       Bundesregierung sichere, saubere und bezahlbare Wärme für alle, muss sie
       jetzt konsequent die längst zur Verfügung stehenden Lösungen stärken:
       Wärmepumpen und klimaneutrale Wärmenetze.“
       
       Der Grünen-Politiker Alaa Alhamwi sagte, Antworten auf die entscheidenden
       Fragen zu Kosten und Verfügbarkeit grüner Gase seien weiterhin offen. Er
       kritisierte auch Pläne eines „Freikaufs“ von der Quote bei Nichterfüllung.
       
       14 Oct 2026
       
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