# taz.de -- Berichterstattung über Israel: Maulkorb für KorrespondentInnen
> Wer die Politik der Regierung in Jerusalem kritisiert, muss mit einem
> Landesverweis rechnen. Das ist ein krasser Verstoß gegen die
> Pressefreiheit.
(IMG) Bild: Nicht nur im Westjordanland wird die Arbeit von Journalisten immer schwieriger oder gar unmöglich gemacht
Als einzige Demokratie auf weiter Flur rühmt Israels Regierungschef
Benjamin Netanjahu gern sein Land. Abgesehen von täglichen
Menschenrechtsverletzungen, Krieg und Sterben in den zum Teil immer noch,
zum Teil wieder neu [1][besetzten palästinensischen Gebieten] geht es
allerdings auch innerhalb Israels mit der Demokratie heftig bergab. Die in
Teilen rechtsextreme Koalition in Jerusalem sägt mit Elan an ihren
Grundpfeilern.
Die Prinzipien, die in einem Rechtsstaat gelten sollten, sind in den Augen
der rassistischen Koalitionspartner kaum bindend – so muss es niemanden
überraschen, dass auch die vierte Gewalt mit immer neuen Hindernissen
konfrontiert wird. Nach Washington und Brüssel tummeln sich in Israel mehr
[2][deutsche KorrespondentInnen] als irgendwo sonst auf der Welt, auch weil
sie hier über Jahrzehnte freier arbeiten konnten als in den Nachbarländern.
Fast immer und fast überall hatten die Medien freien Zugang.
Doch seit dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 und dem folgenden Krieg
verweigert Israel der Presse die [3][Einreise in den Gazastreifen].
Kritischer Journalismus ist nicht gefragt, schon gar nicht, wenn es um
AusländerInnen geht, die man bei Nichtbefolgen der strengen Regeln
kurzerhand des Landes verweisen kann. Diese Woche traf es die
[4][taz-Korrespondentin Serena Bilanceri]. Sie ist nicht die Erste, die für
ihre journalistische Arbeit bestraft wird, und sie wird kaum die Letzte
bleiben.
Die Anfang letzten Jahres von der Knesset verabschiedete [5][Liste neuer
Regeln] für Leute, die Israel besuchen wollen, umfasst unter anderem das
Verbot der Holocaust-Leugnung, des Befürwortens einer [6][Strafverfolgung
von Israelis] und des Aufrufs zum Boykott des Landes. Letzteres wird
Bilanceri zur Last gelegt. Dass Israel unserer Kollegin die Einreise
verweigert, ist ein krasser Eingriff in die Pressefreiheit. Er wird uns
nicht daran hindern, noch genauer hinzugucken, was an
Menschenrechtsverletzungen anzuprangern ist und darüber zu berichten. Ein
Staat, der sich demokratisch nennt und als Rechtsstaat begreift, muss das
zulassen.
14 Oct 2026
## LINKS
(DIR) [1] /-Nachrichten-im-Gaza-Krieg-/!6201870
(DIR) [2] https://refubium.fu-berlin.de/bitstream/handle/fub188/54353/Unter_Druck_Studie_final.pdf?sequence=1&isAllowed=y
(DIR) [3] https://foreignpressassociation.online/2026/01/28/fpa-deeply-disappointed-in-supreme-courts-postponement-of-gaza-press-ruling-january-28-2026/
(DIR) [4] /In-eigener-Sache/!6220895
(DIR) [5] https://knessetvotes.org/en/bills/2201441
(DIR) [6] /Internationaler-Strafgerichtshof/!6050971
## AUTOREN
(DIR) Susanne Knaul
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