# taz.de -- Huthi-Angriff auf Flughafen in Riad: Spiel mit dem Feuer
       
       > Es wird immer schwerer, diesen Krieg zu begrenzen. Damit steigt Gefahr,
       > dass die Lage auf der arabischen Halbinsel außer Kontrolle gerät.
       
 (IMG) Bild: Einschlag auf dem Flughafen von Riad, wo 12 Menschen getötet und mehr als 300 verletzt wurden
       
       Es war der [1][blutigste Angriff, den Saudi-Arabien bisher erlebt hat].
       Zwölf Menschen starben bei einer Attacke auf die Abflughalle des Flughafens
       der Hauptstadt Riad, über 300 wurden verletzt. Das könnte dazu führen, dass
       sich diese militärische Auseinandersetzung zumindest in naher Zukunft nicht
       mehr eingrenzen lässt. Viel wird nun von den USA und dem Iran abhängen.
       
       Der Angriff ist die Antwort der Huthi auf eine Gegenoffensive der
       [2][jemenitischen Regierungstruppen], die von Saudi-Arabien auch aus der
       Luft unterstützt werden. Durch diese Luftunterstützung sind die Huthi
       militärisch stark unter Druck geraten. [3][Kurz zuvor hatten die Huthi in
       einer Blitzoffensive die Stellungen der Regierungstruppen an der Küste des
       Roten Meeres und an der Meerenge Bab El-Mandab überrannt].
       
       Die klassische Antwort der Huthi, der Flughafenangriff, ist ihr Mittel der
       Wahl in der asymmetrischen Kriegsführung und gleichzeitig eindeutig ein
       Kriegsverbrechen. Es ist der Versuch, den Preis für die Saudis für ihre
       Unterstützung der jemenitischen Regierung nach oben zu treiben und
       politische Konzessionen zu erzwingen. Nach dem Motto: Ansonsten können wir
       jederzeit überall in Saudi-Arabien zuschlagen.
       
       Es ist ein Spiel mit dem Feuer. Je weniger es Saudi-Arabien gelingt, diesen
       Krieg zu begrenzen, desto größer wird die Gefahr, dass die Lage auf der
       arabischen Halbinsel vollends außer Kontrolle gerät. Das gilt umso mehr,
       als bei den Waffenruhen, die die Saudis und die Huthi in den letzten Jahren
       vereinbart hatten, die jemenitischen Rebellen stets die Pause nutzten, um
       sich noch stärker aufzustellen.
       
       ## Jetzt schnell deeskalieren
       
       Viel wird jetzt davon abhängen, ob die USA, als Verbündete der Saudis, und
       der Iran, Unterstützer der Huthi, die Situation für sich ausnutzen oder
       versuchen, eine weitere Eskalation abzuwenden.
       
       Da die USA und der Iran sich selbst in einem Konflikt an der Straße von
       Hormus befinden, ist für beide Seiten die entscheidende Frage, was ihnen
       bis zu den US-Midterm-Wahlen zum Vorteil gereicht. Machen sie sich bereit
       für eine weitere direkte militärische Auseinandersetzung am Golf, dann
       werden Washington und Teheran versuchen, den Krieg im Jemen für sich zu
       nutzen. Wenn nicht, dann müssen jetzt beide sehr schnell deeskalieren.
       
       11 Oct 2026
       
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