# taz.de -- Krieg im und um den Jemen: Immer mehr Menschen im Jemen durch Kämpfe vertrieben
       
       > Laut UN wurden seit August durch Kämpfe 280.000 Menschen vertrieben, die
       > für Helfer immer schwerer zu versorgen sind. Derweil gibt es wieder neue
       > Angriffe.
       
 (IMG) Bild: Drohnenaufnahme von Zelten im Flüchtlingslager Al-Fardous am Stadtrand von Aden
       
       dpa/afp/ap Immer mehr Menschen müssen [1][wegen der anhaltenden Kämpfe im
       Jemen] fliehen. Seit Anfang August seien 280.000 Menschen vertrieben
       worden, teilte der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres unter
       Berufung auf Zahlen des UN-Nothilfebüros OCHA mit. Am 17. Oktober waren es
       nach UN-Zahlen 250.000 Menschen gewesen.
       
       Mehr als die Hälfte halte sich nun im Gouvernement Tais auf. Der Zugang für
       humanitäre Hilfe sei schwieriger geworden. „Schäden an einer wichtigen
       Straße, die Taiz mit den südlichen Provinzen des Jemen verbindet, zwingen
       Hilfsorganisationen dazu, ihre Lieferungen über enge Bergstraßen
       umzuleiten.“
       
       Der UN-Bevölkerungsfonds (Unfpa) warne zudem vor sexueller Gewalt,
       Menschenhandel und Zwangsverheiratungen, insbesondere in überfüllten
       Unterkünften. Mehr als 230.000 Menschen benötigten dringend Hilfe bei der
       Wasser- und Sanitärversorgung.
       
       Der [2][Bürgerkrieg im Jemen ist im Zuge des Irankriegs] erneut
       aufgeflammt. Die von Iran unterstützte Huthi-Miliz nahm bei einer Offensive
       weite Teile der Westküste am Roten Meer ein und rückte auch in andere
       Provinzen vor. Die Regierung des Jemen versucht, mit Hilfe verbündeter
       Milizen und Saudi-Arabiens die Rebellen zurückzudrängen.
       
       ## Fast tägliche Angriffe
       
       Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition hat nach eigenen Angaben
       eine von den Huthis abgefeuerte ballistische Rakete abgewehrt und zerstört,
       die auf den Osten des Königreichs gerichtet gewesen sei, teilte
       Koalitionssprecher Turki al-Malki am Donnerstag im Onlinedienst X mit.
       
       Die Huthis greifen seit Wochen fast täglich Ziele in Saudi-Arabien an.
       [3][Bei einem Angriff auf den internationalen Flughafen von Riad waren am
       10. Oktober 13 Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt worden.]
       Am Dienstag hatte Huthi-Sprecher Jahja Saree einen Angriff mit einer
       ballistischen Rakete auf die größte Ölraffinerie Saudi-Arabiens in Ras
       Tanura im Osten des Landes bekannt gegeben.
       
       Am Mitwoch hat der von der Huthi-Miliz kontrollierte Sender Al-Masirah
       Angriffe auf die strategisch wichtige Insel Majun gemeldet. Die Insel am
       südlichen Ende der Meerenge Bab al-Mandab sei aus der Luft attackiert
       worden. Die Huthi-Rebellen machten die von Saudi-Arabien angeführte
       Militärkoalition für die Angriffe verantwortlich.
       
       Die Huthi hatten die Insel, die auch unter dem Namen Perim bekannt ist, im
       September eingenommen. Durch die Meerenge Bab al-Mandab wurden einst etwa
       12 Prozent der weltweit gehandelten Waren transportiert. Nach dem Ausfall
       der Straße von Hormus als Handelsweg durch den Irankrieg wurde sie zu einer
       wichtigen Alternativroute für saudisches Öl und andere Exporte – bis zur
       Einnahme Majuns durch die Huthi.
       
       Bei Angriffen auf einen Markt und eine Tankstelle in der nordwestlichen
       Provinz Dschauf habe es zudem laut einer vorläufigen Bilanz 14 Tote und 15
       Verletzte gegeben, darunter Frauen und Kinder, berichtete Al-Masirah am
       Mittwoch.
       
       ## Angriffe auf Flughafen gefährden die Flüchtlingsversorgung
       
       Die Huthi-Rebellen haben ihrerseits nach Angaben der international
       anerkannten Regierung am Mittwoch erneut den internationalen Flughafen der
       südlichen Hafenstadt Aden angegriffen. Die staatliche Nachrichtenagentur
       Saba berichtete unter Berufung auf das Verkehrsministerium, der Flughafen
       sei mit mehreren ballistischen Raketen angegriffen worden. In den
       vergangenen Tagen sei der Flughafen bereits sechsmal attackiert worden.
       
       Die wiederholten Angriffe auf die wichtige zivile Einrichtung gefährdeten
       das Leben von Passagieren, Besatzungsmitgliedern und Flughafenpersonal,
       hieß es in der Erklärung. Zudem könnten sie den Reiseverkehr sowie
       humanitäre Hilfsmaßnahmen beeinträchtigen. Das Ministerium machte die Huthi
       für die Angriffe und deren Folgen verantwortlich. Angaben zu Schäden oder
       Opfer gab es zunächst nicht.
       
       Die Huthi hatten zuvor zur Evakuierung des Flughafens aufgerufen. Zur
       Begründung hieß es, ein saudisches Militärtransportflugzeug bringe
       angeblich Waffen zu dem Flughafen. Saudi-Arabien äußerte sich dazu nicht.
       Saudi-Arabien wirft Iran vor, die Eskalation des Konflikts angeheizt zu
       haben. Teheran bestreitet jegliche Beteiligung an den Angriffen der Huthis.
       
       29 Oct 2026
       
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