# taz.de -- Nach Wahl des AfD-Landespräsidenten: Heidi richtig sauer
> Die Fraktion Die Linke hat eine Aktuelle Stunde im Bundestag einberufen.
> Heidi Reichinnek teilt gegen die CDU aus, Zwischenrufe und Rügen folgen.
(IMG) Bild: Diese Regierung, „mit der Union an den Zügeln“, führe das Land an den Rand des Abgrunds, sagt Heidi Reichinnek (Die Linke)
dpa | In einer von starken Emotionen und Zwischenrufen geprägten Debatte
hat der Bundestag über die jüngsten Entwicklungen im Landtag von
[1][Sachsen-Anhalt] debattiert. In einer von der Linksfraktion beantragten
Aktuellen Stunde mit dem Titel „Zäsur in Sachsen-Anhalt – Zusammenarbeit
mit Rechtsextremen“ appellierte die SPD-Abgeordnete Franziska Kersten an
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU): „Wirken Sie auf Ihre Parteikolleginnen
und Parteikollegen ein – der Landtagspräsident mag gewählt sein, der
Ministerpräsident ist es noch nicht.“ [2][Ebenso solle Merz die Spaltung]
der CDU-Fraktion in Sachsen-Anhalt verhindern.
## Stimmen für AfD-Politiker aus mehreren Fraktionen
Die AfD stellt mit Tobias Rausch erstmals in Deutschland einen
Landtagspräsidenten. Er erhielt am Dienstag 48 Ja-Stimmen. 29 Abgeordnete
stimmten gegen ihn. Zudem gab es 5 Enthaltungen. Zusammen kommen die
Fraktionen von AfD und BSW auf 44 Abgeordnete. Aus den Reihen der Linken,
der Grünen und der SPD hieß es anschließend, man gehe davon aus, dass
Rausch auch Stimmen von CDU-Abgeordneten erhalten habe.
Der AfD-Spitzenkandidat, Ulrich Siegmund, möchte sich im Dezember nur im
ersten Wahlgang als Ministerpräsident zur Wahl stellen. Für die nötige
Mehrheit braucht er im Parlament mindestens 42 Stimmen, seine AfD kommt auf
39. Das BSW hat angekündigt, sich enthalten zu wollen. Damit wäre Siegmund
auf 3 Stimmen aus anderen Reihen angewiesen.
## Unionspolitiker wollen lieber über Berlin sprechen
Redner der Unionsfraktion wiesen teilweise die unter anderem von
Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek geübte Kritik am
Abstimmungsverhalten der CDU-Abgeordneten im Landtag von Sachsen-Anhalt
zurück. Sie verwiesen darauf, dass es sich um eine geheime Wahl gehandelt
habe und nutzten die Debatte vor allem, um eine etwaige
Rot-Grün-Rote-Koalition in Berlin als gefährlich zu charakterisieren.
Reichinnek sagte, die Union sei in den zurückliegenden eineinhalb Jahren
„stramm nach rechts marschiert“. [3][Merz, der diese Geister gerufen habe],
stehe untätig daneben. Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour (Grüne)
sprach wegen der teils heftigen Anwürfe der Abgeordneten während der
Debatte drei Rügen aus.
10 Oct 2026
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