# taz.de -- Erhöhung der Tabaksteuer: Rauchzeichen von der CDU
> Bei der Anhörung zur Tabaksteuererhöhung lädt die Union nur
> Vertreter:innen aus der Tabakindustrie ein. Deren Einfluss ist
> ohnehin zu massiv.
(IMG) Bild: Die Tabaksteuer soll erhöht werden, keine gute Nachricht für Raucher*innen
Im Konrad-Adenauer-Haus wird offenbar gern und viel gequalmt, anders ist
das Vorgehen der Union bei der Erhöhung der Tabaksteuer nicht zu erklären.
Am Montagnachmittag fand dazu eine [1][öffentliche Anhörung von neun
Sachverständigen im Finanzausschuss des Bundestages] statt. Und was macht
die Union?
Sie schickt ausschließlich Vertreter:innen der Tabakindustrie und einer
Gewerkschaft, die die Interessen der Tabakindustrie vertritt. [2][Noch im
Juli hatte das Kabinett eine schrittweise Erhöhung der Tabaksteuer ab dem
1. Januar 2027 auf den Weg gebracht.] So sollen künftig Zigaretten,
Feinschnitt und andere Tabakwaren höher besteuert werden. Der Bund erhofft
sich dadurch bis 2030 Einnahmen von bis zu 11,7 Milliarden Euro. Klar, dass
der Tabakindustrie bei diesen Plänen der Kopf raucht.
Denn Studien und Erfahrungen aus EU-Ländern wie den Niederlanden belegen,
dass hohe Steuern vor allem junge Menschen davon abhalten, überhaupt mit
dem Rauchen anzufangen. Und damit auch die Folgekosten für die Gesellschaft
senken.
Die „Argumente“, die die Raucherlobby im Finanzausschuss präsentierte,
entbehren hingegen jeglicher wissenschaftlicher Grundlage. So würden
beispielsweise „illegale Zigarettenfabriken“ entstehen und der Schwarzmarkt
geriete außer Kontrolle. Am besten wäre es für die Tabakindustrie
natürlich, wenn sich die Tabaksteuer komplett in Rauch auflösen würde.
Mit ihrer Sachverständigen-Auswahl negiert die Union nicht nur
wissenschaftliche Fakten und sabotiert die vom SPD-geführten
Bundesfinanzministerium erdachte Tabaksteuerhöhung, sie fällt auch ihrem
eigenen [3][Suchtbeauftragten Hendrik Streeck (CDU)] in den Rücken. Dieser
hatte kürzlich den Druck beklagt, den die Tabaklobby auf Abgeordnete des
Bundestags ausübt, und das Vorgehen sogar als „Stalking“ bezeichnet.
Würde die Bundesregierung ihre Anti-Tabak-Politik ernst nehmen, müsste sie
ihre Kontakte zur Tabaklobby drastisch reduzieren. Trotz des ratifizierten
WHO-Rahmenübereinkommens zur „Eindämmung des Tabakgebrauchs“ ist
Deutschland weiterhin EU-Schlusslicht bei der Tabakkontrolle. Hoffentlich
atmen die Abgeordneten vor der finalen Abstimmung im Bundestag noch einmal
tief durch, damit schnelle Gewinne der Tabakindustrie nicht über der
Gesundheit stehen.
7 Oct 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.bundestag.de/resource/blob/1217418/SV-Liste.pdf
(DIR) [2] /Geplante-Erhoehung-der-Tabaksteuer/!6207920
(DIR) [3] /Virologe-Hendrick-Streeck-ist-zurueck/!6087219
## AUTOREN
(DIR) Denis Gießler
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