# taz.de -- Rechter Investor Peter Thiel beteiligt: US-Start-up eröffnet in Leipzig Werk für Marschflugkörper
       
       > Die Rüstungsindustrie verspricht viel Geld, das lockt auch Investoren wie
       > Peter Thiel an. Nun eröffnet eines seiner Start-ups eine Fabrik in
       > Sachsen.
       
 (IMG) Bild: Das Geschäft mit dem Tod boomt aber eigentlich sollen ja nur Freiheit, Demokratie, Wohlstand abgesichert werden
       
       Es ist ein Spruch, der eigentlich aus der [1][Antiglobalisierungsbewegung]
       kommt: „Think globally, act locally“, denke global, handel lokal. Nun hat
       ihn ein Rüstungsunternehmen in seinem Sinne abgewandelt: „built locally,
       produced globally“, bewirbt das US-Start-up Covenant seinen
       Marschflugkörper Anthem auf seiner Website. „Lokal zusammengebaut, global
       produziert“ soll diese Waffe also sein.
       
       Ab kommenden Jahr will Covenant Anthem auch in Deutschland produzieren.
       Dafür eröffnete das Unternehmen am Montag im Leipziger Norden eine
       Produktionsstätte. Im ersten Jahr sollen dort 1.000 dieser Marschflugkörper
       produziert werden, 2028 dann 5.000 Stück. Leipzig werde der weltweit größte
       Standort von Covenant sein, versprach der Chef der 2024 gegründeten Firma,
       Michael Kauman. Weitere Produktionsstätten befinden sich in Texas und
       Israel.
       
       Auch für Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer war die
       Werkseinweihung ein Grund zum Feiern. „Freiheit, Demokratie, Wohlstand geht
       nicht ohne Sicherheit. Und die beste Sicherheit ist immer noch die
       Abschreckung. Deswegen ist es gut, dass wir in diesem Bereich auch aktiv
       sind“, sagte der CDU-Politiker. Allerdings wurde kein neues Werk gebaut.
       Covenant mietete im Leipziger Norden eine Gewerbehalle an, die noch von
       einer Lager- zu einer Fertigungshalle umgewidmet werden muss. Eine
       Formsache lediglich, wie es hieß.
       
       Der deutsche-US-amerikanische [2][Tech-Milliardär Peter Thiel] ist laut
       Medienberichten über die Risikokapitalgesellschaft Founders Found an
       Covenant beteiligt. Und ob dieser noch zu den Grundfesten der Demokratie
       steht, ist umstritten. Bereits im Jahr 2009 schrieb er in einem Essay: „Ich
       glaube nicht länger, dass Freiheit und Demokratie miteinander vereinbar
       sind.“ Später wurde Thiel, der auch an der Gründung von Unternehmen wie
       Paypal und Palantir beteiligt war, für seine Unterstützung von US-Präsident
       Donald Trump sowie dessen Vize J. D. Vance bekannt.
       
       ## Thiel ist auch an Berliner Waffen-Start-up beteiligt
       
       Covenant ist nicht das einzige Rüstungsunternehmen, bei dem Thiel die
       Finger mit im Spiel hat. Er ist auch an dem Berliner Drohnenhersteller
       Stark Defence beteiligt. Das 2024 gegründete Unternehmen gehört mit einem
       Marktwert von über 3 Milliarden Euro zu den wertvollsten Start-ups
       Deutschlands. Erst im Juni konnte es von Investoren eine halbe Milliarde
       Euro an frischem Kapital einsammeln. Grund dafür dürfte auch ein 270
       Millionen Euro schwerer Auftrag sein, den Stark Defence im Februar von der
       Bundeswehr erhielt. Dabei hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD)
       zuvor erklärt, er teile die Bedenken gegen Thiel „ausdrücklich“.
       
       Auch Covenant dürfte die Bundeswehr als potenziellen Kunden im Auge haben.
       Für ihren Leipziger Standort hat die Firma bereits erste
       Stellenausschreibungen veröffentlicht. Dabei wünscht sie sich von ihren
       künftigen Qualitätsmanger*innen vor allem eins: „Erfahrung in der
       Unterstützung von Fertigungsprogrammen im Verteidigungsbereich, die den
       Qualitätsanforderungen der Nato, des deutschen Verteidigungsministeriums
       oder sonstigen militärischen Qualitätsvorgaben unterliegen.“
       
       Punkten will die Firma bei ihrem Marschflugkörper, der laut ihren Angaben
       1.000 Kilometer fliegen und 200 Kilo schwere Gefechtskörper tragen kann,
       vor allem über den Preis. Während vergleichbare Waffensysteme mehrere
       Millionen US-Dollar kosten, will Covenant sein Produkt für unter einer
       Million anbieten.
       
       Wie der Sektor expandiert, zeigt sich auch in Kassel, wo am Dienstag
       bekannt wurde, dass dort anstatt Lokomotiven wohl künftig Panzer gebaut
       werden. Das Rüstungsunternehmen Rheinmetall übernimmt das Werk des
       französischen Bahn-Herstellers Alstom.
       
       In dem Werk arbeiten rund 750 Menschen. Man habe sich grundsätzlich
       geeinigt, erklärte ein Rheinmetall-Sprecher. Das Ziel sei, dass
       Alstom-Mitarbeiter künftig bei der Rheinmetall Landsysteme eine
       Beschäftigung finden können. In Arbeitnehmerkreisen wird damit gerechnet,
       dass Rheinmetall die Radpanzer-Produktion ausweiten wird, die bereits in
       direkter Nachbarschaft des Alstom-Werkes läuft.
       
       6 Oct 2026
       
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