# taz.de -- Start-up-Szene: Frisches Kapital für junge Waffenschmieden
> In der Start-up-Welt dreht sich der Wind: Rüstungsfirmen sammeln enorme
> Geldmengen ein. Das Öko-Business schmiert ab.
(IMG) Bild: Läuft bei Helsing: Großes Kino bei der Vorstellung eines autonomen Kampfjets in Tussenhausen
Helsing ist eine Erfolgsstory, wie sie [1][Bundeskanzler Friedrich Merz
(CDU)] vermutlich gerne häufiger sähe. Erst 2021 gegründet beschäftigt der
Münchner Drohnenhersteller rund um den Globus mittlerweile über 1.000
Menschen. 16 Milliarden Euro ist das Unternehmen wert. Allein im Juli
konnte Helsing 1,6 Milliarden Euro an frischem Kapital einsammeln. Es war
dieses Jahr bisher die größte Finanzierungsrunde für ein deutsches
Start-up, wie aus dem am Montag vom Branchenverband veröffentlichten
Start-up-Monitor für 2026 hervorgeht. Demzufolge kriegen vor allem junge
Rüstungsunternehmen frisches Kapital von Investoren.
„Allein bis Ende September wurden 8 Milliarden Euro Wagniskapital
investiert, mehr als im gesamten Vorjahr“, freut sich die
Vorstandvorsitzende des Start-up-Verbandes, Verena Pausda, im Vorwort der
Studie. Mit 39 sogenannten Unicorns, also Start-ups mit einem Marktwert von
über 1 Milliarde Euro, habe das Land einen neuen Rekordwert erreicht.
Allein seit Anfang des Jahres sollen laut dem Start-up-Monitor zehn solcher
aufstrebenden Unternehmen dazugekommen sein.
Rund 25.000 Start-ups zählt der Verband derzeit in Deutschland. Er
definiert sie als Unternehmen, „die nicht älter als 10 Jahre sind,
innovative Produkte und Geschäftsmodelle auf den Markt bringen und
ausgeprägte Wachstumsambitionen haben“. Das neue Restaurant um die Ecke
gehört also nicht dazu. Und die meisten Start-ups sind weit davon entfernt,
ein Unicorn zu sein. Ein Drittel hat keine Mitarbeitenden, ein weiteres
knappes Drittel nur bis zu 4 Beschäftigte und lediglich 4,3 Prozent 50
Beschäftigte oder mehr.
Vor allem aber zeigt der Monitor, wohin das frische Kapital vornehmlich
fließt. Während das Ökobusiness in der Start-up-Branche an Bedeutung
verliert, können sich vor allem [2][junge Rüstungsunternehmen] über
frisches Geld freuen. Von 8 Milliarden Euro, die die Start-up-Branche
dieses Jahr bisher einsammeln konnte, entfielen rund 3 Milliarden Euro auf
das Geschäft mit dem Tod. „Gerade bei moderner Kriegsführung mit Drohnen
und KI-gestützten Anwendungen spielen Start-ups in der europäischen
Verteidigung eine immer wichtigere Rolle“, heißt es dazu in der
Branchenstudie.
Die neuen Rüstungsunternehmen profitieren dabei auch von Großaufträgen der
Bundesregierung. Im Februar machte etwa der Haushaltsausschuss des
Bundestages den Weg frei für den Kauf von [3][Kampfdrohnen der Firmen
Helsing und Stark] im Wert von insgesamt 540 Millionen Euro. Doch dass der
Staat wieder mehr Geld für Waffen ausgibt und dafür Schulden macht, ist
unter Ökonom*innen umstritten. So zeigte eine Studie der Uni Mannheim,
dass der massive Anstieg der Rüstungsausgaben eine „risikoreiche Wette mit
niedriger gesamtwirtschaftlicher Rendite“ ist.
28 Sep 2026
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## AUTOREN
(DIR) Simon Poelchau
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