# taz.de -- Vor Zwischenwahlen in den USA: Exil-Kubaner wenden sich von Republikanern ab
> Der Stadtteil Little Havana in Miami gilt traditionell als Hochburg der
> Republikaner. Doch bei den US-Kongresswahlen im November könnte sich das
> ändern.
(IMG) Bild: Welcome to Miami … äh: Little Havana
Das Café Versailles nennt sich selbst „the most famous cuban restaurant in
the world“. An der „ventanilla“, dem legendären Straßenverkauf des
Versailles, gibt es klassischen kubanischen Kaffee – stark und sehr süß.
Ein paar Touristen kommen vorbei, um typisch kubanisch zu essen. Und dann
hängt da noch diese Plakette. „In Anerkennung der Kubanerinnen und Kubaner,
die sich niemals damit abgefunden haben, ohne Freiheit zu leben“, steht auf
ihr, dazu die Umrisse von Kuba, dem Land, das über 1,2 Millionen Menschen
ihre Heimat nennen hier in Little Havana, Miami. Eine Heimat, die nur
wenige hundert Kilometer entfernt liegt – und in die viele dennoch seit
Jahren nicht mehr zurück können oder wollen.
Abseits der Touristen wird in Little Havana fast nur Spanisch gesprochen.
In manchen Ecken bekommt man das Gefühl, auf Kuba zu sein.
Das sei auch seine Heimat, sagt der mittelalte Mann im gebügelten Hemd, der
das Café Versailles koordiniert, während die Servicekräfte in grüner
Uniform einen Kaffee nach dem nächsten ausgeben. „Das Versailles ist ein
ikonischer Ort“, sagt er. Seit seiner Gründung 1971 treffe sich hier die
kubanische Exilcommunity, auch Demonstrationen fänden hier immer mal wieder
statt. Doch in letzter Zeit sei es ruhig geworden. Am 16. Oktober,
zweieinhalb Wochen vor den Kongresswahlen, wird am Tresen kaum über Politik
gesprochen, eher über die Hitze oder Salsa.
Und doch ist es in Little Havana selten unpolitisch. „La lucha“, der
Befreiungskampf gegen das autokratische kubanische Regime der
Castro-Brüder, das mittlerweile von Miguel Díaz-Canel weitergeführt wird,
ist hier immer präsent. Seit 67 Jahren wird dieser Kampf aus dem Exil auf
verschiedenste Arten geführt, nicht selten mit Waffengewalt.
Die Insel „vom Kommunismus zu befreien“, das hatte auch der heutige
Außenminister Marco Rubio vor zwei Jahren während des Wahlkampfs zusammen
mit Donald Trump versprochen. Rubio, der selbst in Miami als Sohn
kubanischer Exilanten in der Tradition des Befreiungskampfs aufgewachsen
ist, erfreut sich innerhalb seiner Community großer Beliebtheit. Im
nahegelegenen „American Museum of the Cuban Diaspora“ wird er als „a new
force in American politics“ gefeiert, als Hoffnungsschimmer für die
kubanische Exilcommunity.
Zwar galten die Kubanoamerikaner im County Miami-Dade, der regionalen
Verwaltungseinheit, schon immer als eher republikanisch. Doch bei der
Präsidentschaftswahl 2024 stimmten dort knapp 70 Prozent von ihnen für
Trump – ein historischer Höchstwert, der entscheidend dafür war, dass die
Republikaner den seit fast 40 Jahren demokratisch dominierten Bezirk für
sich gewannen. Zurückzuführen ist das vermutlich auf Rubios Versprechen.
In Sachen Kuba hat sich seitdem wenig getan in der US-amerikanischen
Außenpolitik, abgesehen von einer Verschärfung der Wirtschaftsblockade und
einigen halbherzigen Andeutungen Donald Trumps über [1][mögliche Deals].
Und dem [2][Haftbefehl gegen Raúl Castro], den 95-jährigen ehemaligen
Staatschef Kubas, der Mitte Oktober in Florida erlassen wurde. Eigentlich
brauche es eine wirtschaftliche Öffnung Kubas, sagt der
Versailles-Betreiber, damit die Infrastruktur wieder aufgebaut werde. Auch
er habe noch Familie auf Kuba, die Lage sei so schlimm wie noch nie. „Es
wird aber nichts passieren unter Trump“, sagt er bestimmt, aber leise, als
wollte er von den Gästen nicht gehört werden. „Er hat das Versprechen nur
gemacht, um unsere Stimmen zu bekommen, er hat aber nicht geliefert.
Diesmal wird er verlieren.“
## Die ICE-Einsätze kosten Republikaner Stimmen
Und noch etwas werde den Republikanern bei den Kongresswahlen kubanische
Stimmen kosten, sagt er: ihre Migrationspolitik. Der Einsatz der
Einwanderungsbehörde ICE und die Deportationen von Migranten haben auch die
kubanische Community stark getroffen. Seit Trumps zweiter Amtszeit gibt es
[3][immer wieder Fälle] von Kubanern, die eigentlich in den USA eine
Aufenthaltsgenehmigung beantragt hatten, stattdessen aber festgenommen
wurden. Einige sollen nach Kuba oder sogar in Drittländer abgeschoben
worden sein.
Kubaner mit unsicherer Aufenthaltserlaubnis [4][gibt es viele in Little
Havana], sie sind Freunde und Familienangehörige der wahlberechtigten
Kubanoamerikaner. Die Abschiebefälle sorgen für Unmut und Angst. Und sie
könnten die Wiederwahl der republikanischen Kongressabgeordneten María
Elvira Salazar erschweren. Auch sie stammt aus Little Havana, ist Tochter
kubanischer Geflüchteter. Vor wenigen Wochen wandte sie sich [5][öffentlich
in einem Video] gegen Donald Trumps Einwanderungspolitik. Er sei „zu weit
gegangen“.
„Klar, in letzter Minute, weil die Wahlen anstehen“, meint Guena Rodriguez
missbilligend. Er betreibt seit 2020 den spanischsprachigen
[6][Youtube-Kanal „23 y Flagler“] mit täglichen Videos und Livestreams zur
US-Politik, die hauptsächlich an die kubanische Community addressiert sind.
Rodriguez ist Anfang 40, selbst in Kuba aufgewachsen, wo er Jura studierte.
2013, zur Obama-Zeit, kam er in die USA. „Mein Ziel war es, Kuba durch eine
Marktöffnung zu transformieren. Wir sind katastrophal gescheitert“, sagt
er. Heute hat er die US-Staatsbürgerschaft und nennt sich selbst „das
kubanische Gesicht der Opposition gegen den [7][Trumpismus]“.
Im Latin Café 2000, nicht weit vom Versailles, läuft Salsamusik. Hier gibt
es laut Rodriguez das viel bessere kubanische Essen. Er führe einen
„persönlichen Krieg gegen María Elvira“, erzählt er. Wenn er spricht, dann
klar und deutlich und mit den entsprechenden Handbewegungen eines
Youtubers. „Was sie die letzten zwei Jahre gemacht hat, wie zum Beispiel
den ‚Alligator Alcatraz‘ zu unterstützen, ist unverzeihlich“, sagt er, und
meint damit die Haft- und Abschiebeeinrichtung für Migranten in der Nähe
von Miami, die mittlerweile nach Protesten gegen unmenschliche
Haftbedingungen und die Verletzung des Schutzes indigener Gebiete schließen
musste. „Salazar wird verlieren. Sie hat den Wind gegen sich.“
Der „Migrationsterror“, so Rodriguez, und die steigende Inflation hätten
bei einigen Kubanern dazu geführt, ihre Haltung zum „Demagogen“ Trump zu
ändern. Das sagt nicht nur Rodriguez, das zeigen auch die Umfragen, die
beide Kandidaten gleichauf sehen. Und: Im Dezember 2025 gewann mit Eileen
Higgins erstmals seit 30 Jahren wieder eine Demokratin die Wahl zur
Bürgermeisterin Miamis.
Auf seinem Kanal unterstützt Rodriguez offen den demokratischen Kandidaten
Eliott Rodriguez, ebenfalls Sohn kubanischer Einwanderer. „Der Ausgang in
unserem Distrikt ist unklar, er wird aber Indiz dafür sein, ob die Mehrheit
der Kubaner noch auf Seiten Trumps stehen“, sagt Guena Rodriguez, und dann,
nach einer Pause: „Die Kubaner verändern sich, wenn sie nach Miami kommen.“
Viele verlören sich im Materialismus und Konsum der USA. Doch die neue
Generation habe es schwerer als die, die bis in die 80er nach Miami kamen,
Geld hatten und die Stadt mit aufgebaut haben. Viele Kubaner arbeiteten
heute in schlecht bezahlten Jobs, oft im Dienstleistungssektor, in einer
sehr teuer gewordenen Stadt.
Dennoch seien die harten Trump-Anhänger meistens die, die in den
vergangenen Jahren eingewandert seien, so Rodriguez: In der Community
herrsche ein gewisser Druck, zu beweisen, dass man ja kein Kommunist ist,
um Anschluss und Arbeit zu finden. Eine Aussage, auf die man hier immer
wieder stößt. „Auch mir wurde schon unterstellt, ein kubanischer Agent zu
sein“, sagt er. „Es ist nicht so, dass alle Trump lieben, es ist auch viel
Angst dabei, Anpassung und Interessen.“
Und die Versprechen Marco Rubios? „Alles Lüge. Am Ende sind die wahren
Leidtragenden die Kubaner auf der Insel, die der US-Regierung egal sind“,
sagt Rodriguez und meint auch seine Familie, die er seit über sieben Jahren
nicht gesehen hat. Für ihn sind die drei kubanischen Abgeordneten im
Kongress „Verräter“. „Sie haben Kubaner abschieben lassen, verhindert, dass
Aufenthalte geregelt werden, und Sanktionen gegen Kuba verhängt, sodass die
Leute dort nicht einmal ins Krankenhaus gehen können“, sagt er wütend.
## Der Kommunismus muss bekämpft werden
Die offene Einstellung, wie Rodriguez sie auf seinem Kanal vertritt, findet
man selten in der kubanischen Community von Miami. Die progressiv
eingestellten Kubaner leben meist in New York oder New Jersey. In Miami
dagegen wird der über Jahrzehnte erfolglose Kampf gegen das Castro-Regime
glorifiziert. Das ist vor allem entlang der Calle Ocho zu spüren, einer der
Hauptstraßen Little Havanas. Alte kubanische Männer spielen hier im Park
Domino, rauchen Zigarren.
Neben Folklore, Zigarren- und Salsa-Läden steht hier auch ein Denkmal mit
einer ewigen Flamme. Es soll an die gescheiterte Invasion in der
Schweinebucht 1961 erinnern, einem von der CIA unterstützten militärischen
Angriff kubanischer Exilanten auf die Insel. Die Aussage ist klar: Der
Kommunismus muss bekämpft werden. Zur Not mit der Waffe in der Hand. Ein
Befreiungsschlag kann nur über eine Invasion von außen kommen. Oder?
Eine Alternative zu diesem festgefahrenen Schwarz-Weiß-Narrativ zu finden,
ist schwer. Das weiß auch Brian González. Er ist 28 Jahre alt, arbeitet im
Tech-Bereich und ist Anhänger der Democratic Socialists of America (DSA).
Am No-Kings-Aktionstag gegen Donald Trump, der selbst im konservativen
Miami stattfindet, haben sich am 17. Oktober um die 70 Menschen aller
Altersgruppen versammelt. Es gibt Musik, Selbstgebackenes, Reden, viele
Flyer und Sticker. González steht im roten „DSA Miami“-Shirt am DSA-Stand.
Er ist der einzige Kubanoamerikaner hier.
Er stellt klar: „Kubanoamerikaner sind auch nur Amerikaner. Außerhalb des
Kuba-Themas wählen sie, wie der durchschnittliche Amerikaner eben wählt.
Steigt der Benzinpreis, wählen sie die andere Partei.“ González kam als
Kind nach Miami, seine Eltern sind Kubaner und politisch gesehen
mittlerweile „durchschnittliche Amerikaner“, erzählt er. Sie hätten für
Obama und für Trump gestimmt. Bezüglich Kuba sind sie ganz klar für eine
militärische Intervention, [8][wie Marco Rubio sie versprach].
González selbst engagiert sich bei den „Cuban-Americans for Cuba“, einer
neu gegründeten Organisation, die sich gegen die US-Blockade gegen Kuba
einsetzt und eine Normalisierung der Beziehungen anstrebt. Er will einen
Raum schaffen, insbesondere für Kubanoamerikaner, die selbst nie auf Kuba
waren, um sich kulturell wieder mit Kuba zu verbinden. „Wir sind Amerikaner
und Kubaner, und wir wollen nicht unser Volk hungern sehen. Oder
bombardiert werden“, sagt er entschieden. „Wir wollen keine amerikanische
Intervention wie in Iran und so vielen anderen Orten der Welt.“ Das schade
allen. Trotzdem sei es Konsens unter Kubanern in Miami, dass auf Kuba alles
zerstört werden müsse, um es dann nach kapitalistischen Vorstellungen
wieder aufzubauen.
Brian González möchte den Menschen vor Ort lieber die Möglichkeit geben,
selbst zu entscheiden, was sie wollen. Für ihn sind Rubios Versprechen eine
persönliche Vendetta, auf der er seine politische Karriere aufgebaut habe.
Er fürchtet, am Ende werde aus Kuba ein zweites Puerto Rico, ein
Satellitenstaat mit einem Trumptower und Steuervorteilen für große
Unternehmen, die dann die billigen Arbeitskräfte auf der Insel ausbeuten.
Über seine linke Haltung kann González mit seiner Familie, die vom
Kommunismus auf der Insel geprägt ist, nicht reden. Das weiß er. „Es gibt
Parallelen zum Israel-Palästina-Konflikt. Ich habe mit vielen
antizionistischen Juden gesprochen. Deren Familiendynamiken ähneln meiner
Erfahrung mit meinen Eltern. Es ist schwierig, über andere Perspektiven zu
sprechen“, sagt er etwas resigniert.
Eine andere Perspektive innerhalb der kubanischen Community zu schaffen,
weg vom Teufelskreis der Gewalt – das versucht der Exilkubaner Ramón Saúl
Sánchez seit Jahrzehnten. Vor etwa 30 Jahren rief er dafür die Bewegung
„[9][Movimiento Democracia]“ ins Leben, die aus dem Exil heraus friedlichen
Widerstand gegen das kubanische Regime ausübt. Heute ist Sánchez 72 Jahre
alt. Seinen Kampfgeist hat er nicht verloren. In einem Versammlungsraum des
Gebäudes, das er hauptberuflich verwaltet, steht sein Schreibtisch, darauf:
Computer, Kamera, Aufnahmegerät. Hier nimmt er regelmäßig politische
Podcasts auf. Früher hatte er sogar eine eigene Radiosendung, sagt er.
## Kuba soll kein zweites Venezuela werden
Wenn Sánchez redet, wirkt er bescheiden und reflektiert. Ein Mensch, der
vieles zu erzählen hat. An den Wänden hängen Fotos von Dissidenten und
Opfern des kubanischen Regimes. Die Regale sind voller Ordner mit Fotos und
Zeitungsausschnitte von den Aktionen der letzten 30 Jahre. Das Archiv
seiner Bewegung.
Donald Trump bezeichnet er offen als Antidemokraten. Seit dessen Kandidatur
plädiere er öffentlich gegen ihn und gegen eine Lösung für Kuba wie in
Venezuela. Anfang des Jahres hatten dort US-amerikanische Streitkräfte den
Diktator [10][Nicolás Maduro und seine Ehefrau entführt], um sie in den USA
vor Gericht zu stellen. Ende August traf dann Trump eine Vereinbarung mit
der aktuellen Präsidentin Delcy Rodríguez, die den USA mehr als 65
Milliarden Barrel venezolanische Ölreserven zusichert.
„Es ist keine Freiheit, eine Vereinbarung mit einer Diktatur zu treffen,
damit die amerikanischen Unternehmen ihre Geschäfte machen können“, sagt
Sánchez. Innerhalb der Community sind nicht alle seiner Meinung. Er zeigt
auf Kommentare unter seinen Videos. „Viva Trump“, schreibt da zum Beispiel
jemand. Sánchez versucht zu erklären: „Es sind nicht alle rechts. Die
Rechten haben nur besser verstanden, das Kuba-Thema richtig aufzugreifen.
Sie sprechen uns an und sie legen uns rein.“
Ramón Saúl Sánchez gehört einer anderen Generation an als Guena Rodriguez
und Brian González – jener Generation, die mit dem Gedanken aufgewachsen
ist, dass man sich dem Regime auf Kuba nur im bewaffneten Kampf widersetzen
könne. 1954 auf der Insel geboren, schickten ihn seine Eltern mit 12 Jahren
über die „vuelos de la libertad“, die Freiheitsflüge, ins Exil. Mit 15
schloss er sich der paramilitärischen Gruppe Alpha 66 an. „Ich habe in den
Everglades den bewaffneten Kampf trainiert, ich bin ein Guerillero“, sagt
er lachend.
Anfang der 80er sollte er im Rahmen der Ermittlungen gegen ein geplantes
Attentat auf Fidel Castro vor einer Grand Jury aussagen. Sánchez
verweigerte und kam für viereinhalb Jahre ins Gefängnis. Als er wieder raus
war, traf er den Entschluss, dass sich die Art zu kämpfen ändern müsse: weg
von der Gewalt, hin zum gewaltfreien Widerstand und zivilen Ungehorsam. Er
stockt beim Erzählen, kämpft mit den Tränen: „Tatsächlich waren viele
bereit, aus Liebe zu Kuba das aufzugeben, was sie gelernt hatten, und
diesen Schritt mit mir zu gehen.“
„Movimiento Democracia“ fing an, Kubanern zu helfen, die versuchten in
Booten nach Florida zu kommen. Mit Klagen, Medienkampagnen, Blockaden,
Hunger- und Sitzstreiks setzten sie sich dafür ein, dass Geflüchtete nicht
zurückgeschickt wurden. Sánchez zeigt auf seinem Handy Telefonnummern, die
ihn im Laufe der Jahre kontaktiert haben, weil es keine offizielle
Anlaufstelle für Bootflüchtlinge gibt. Es sind Hunderte. Dann erzählt er
von den Flottillen mit ihrem Schiff „Democracia“.
Er zeigt ein Video von einer Aktion aus dem Jahr 1995: Sánchez am Bug des
Schiffes, 30 Jahre jünger, orangefarbene Schwimmweste. Von Schnellbooten
und Flugzeugen eskortiert, dringen sie in kubanische Gewässer ein, bis zu
dem Ort, an dem ein Jahr zuvor das kubanische Regime ein Boot mit
Flüchtlingen versenkt hatte und 37 Menschen starben, darunter 10 Kinder.
Dort legen sie symbolisch Blumen nieder. Die Bilder, wie sie von der
kubanischen Küstenwache verfolgt werden, könnten aus einem Actionfilm
stammen.
„Unter den jetzigen Bedingungen bedeutet Freiheit für Kuba, Zugang zu
sauberem Trinkwasser oder Medikamente im Kühlschrank halten zu können“,
sagt Sánchez. Trump spiele mit diesen Gefühlen. Und Marco Rubio? „Er
schuldet der Community, die ihn groß gemacht hat, hierherzukommen und sich
ihre Meinungen anzuhören.“
Sánchez ist überzeugt, dass viele Kubaner diesmal die Demokraten wählen
werden. Er selbst hat kein Wahlrecht. „Ich habe mein ganzes Leben für die
Demokratie gekämpft und habe nie das Recht ausüben dürfen, einen Wahlzettel
abzugeben“, sagt er. Seit 25 Jahren wartet er nun auf die US-amerikanische
Staatsbürgerschaft. Seit einiger Zeit muss er fürchten, selbst abgeschoben
zu werden. Ein Gericht hat dies vorerst unterbunden. Was Sánchez aber vor
allem besorgt, ist, was am und nach dem 3. November passieren könnte,
sollte Trump die Wahlergebnisse nicht anerkennen.
Aufgeben ist für ihn keine Option. „Manchmal fragt mich meine Frau: Was
hast du schon geändert? Wenigstens habe ich mich nicht ergeben. Ich möchte
tun, was ich kann, bis zum letzten Tag meines Lebens“, sagt er.
„Hoffentlich kommt irgendwann der Moment, an dem wir nicht mehr in Mauern
und Grenzen denken und uns als Menschen sehen. Aber das hängt von jedem
Einzelnen ab.“
Die Recherche wurde durch das [11][Daniel-Haufler-Stipendium] der taz
panterstiftung ermöglicht.
26 Oct 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.reuters.com/world/americas/trump-predicts-cuba-us-will-make-deal-2026-09-26/
(DIR) [2] https://www.tagesspiegel.de/internationales/dpa-kubas-ex-staatschef-haftbefehl-gegen-raul-castro-im-us-bundesstaat-florida-16178266.html
(DIR) [3] https://www.theguardian.com/us-news/2026/jun/14/trump-administration-cuban-deportations
(DIR) [4] https://reliefweb.int/report/cuba/cuban-mixed-migration-us-fuels-departures-and-restricts-access
(DIR) [5] https://www.youtube.com/watch?v=n-fzHg01AzU
(DIR) [6] https://www.youtube.com/watch?v=n-fzHg01AzU
(DIR) [7] /Zustand-der-US-Demokraten/!6194769
(DIR) [8] https://www.srf.ch/news/international/us-aussenpolitik-trotz-trump-drohung-kuba-ist-nicht-als-naechstes-dran
(DIR) [9] https://democracia.org/
(DIR) [10] /Caracas-nach-US-Angriff/!6145848
(DIR) [11] /USA-Stipendium-fuer-Journalistinnen/!vn6180153/
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(DIR) Ruth Lang Fuentes
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