# taz.de -- Nach der vergeblichen Rettungsaktion: Millionenklage im Fall Timmy
       
       > Der gestrandete Buckelwal Timmy wurde abtransportiert und später tot
       > angespült. Streit um die Kosten der Aktion gibt's weiterhin – aber nicht
       > nur darum.
       
 (IMG) Bild: Der tote Wal wurde am 30. Mai an Land der dänischen Insel Anholt gezogen
       
       dpa | Die Kosten für den Transport des im Frühjahr an der deutschen
       Ostseeküste [1][gestrandeten Buckelwals] sorgen für Streit. Der maßgeblich
       beteiligte Unternehmer Fred Babbel hat eine Klage gegen Karin
       Walter-Mommert eingereicht, die als Geldgeberin der Aktion in Erscheinung
       trat. Babbel fordert rund 1,35 Millionen Euro von Walter-Mommert, wie das
       Landgericht Schwerin bestätigte. Die Klage sei Anfang September
       eingegangen. Zuerst hatte die Ostsee-Zeitung berichtet.
       
       Babbels Tauchunternehmen kümmert sich etwa um Bootsstege, Taucharbeiten
       oder Kaianlagen. Er beschaffte im Rahmen der Bergungsaktion Technik und war
       selbst mit eigenem Personal vor Ort. Er habe außerdem die maßgeblichen
       Bergungskonzepte erstellt und auch andere Unternehmen eingebunden, etwa um
       benötigte Schiffe zu organisieren, sagte Babbel der Deutschen
       Presse-Agentur (dpa). Er sei bei anderen Firmen teils in Vorleistung
       gegangen und sitze nun Monate nach der Aktion weiter auf Kosten.
       
       ## Geldgeberin zeigt sich unzufrieden mit Ablauf
       
       Walter-Mommert wiederum sagte der dpa, es gehe nicht um das Geld an sich
       oder die Höhe der Forderung. Sie zeigte sich aber unzufrieden mit dem
       Ablauf der Bergung. Das geht auch aus einem im Internet veröffentlichen
       Anwaltsschreiben hervor. Nach eigener Aussage geht es Walter-Mommert darum,
       mit der Nichtzahlung auf weitere Aufklärung hinzuwirken, die ihrer
       Auffassung nach besonders zum Aussetzen des Tieres geboten ist.
       
       Babbel sagte, Walter-Mommert habe zwar noch während der Aktion 400.000 Euro
       gezahlt. „Die sind aber auch gleich wieder weitergegangen an die Schiffe
       und Barge.“ Der Wal war mit in einer Barge – einer Art Lastkahn –
       transportiert worden.
       
       Nach Angaben des Landgerichts Schwerin hat Babbel einen
       Gerichtskostenvorschuss von etwa 23.000 Euro geleistet. Zunächst stünde ein
       schriftliches Vorverfahren an, sagte ein Gerichtssprecher. Walter-Mommert
       erhalte die Klageschrift und Gelegenheit zur Stellungnahme. „Dazu kann dann
       wieder die Klägerseite Stellung nehmen, und dann würde im Zweifel ein
       Termin zur mündlichen Verhandlung anberaumt werden, wenn die Parteien nicht
       einvernehmlich irgendwie eine Lösung finden. Das ist natürlich auch immer
       möglich.“
       
       ## Weitere Unstimmigkeiten in Sachen Kosten
       
       Als weiterer Geldgeber der umstrittenen Aktion war [2][der Unternehmer
       Walter Gunz] in Erscheinung getreten. Auch zwischen Walter-Mommert und Gunz
       gibt es Meinungsverschiedenheiten beim Geld. Gunz habe freiwillig 300.000
       Euro beigesteuert, teilte sein Anwalt auf Anfrage mit. Es gebe aber weitere
       Forderungen seitens Walter-Mommert, die Gunz nicht zahlen werde. Es seien
       Kosten in erheblichem Umfang ohne vorherige Rücksprache, Abstimmung oder
       Genehmigung durch Herrn Gunz veranlasst worden.
       
       Auch das Schweriner Umweltministerium fordert weiterhin Geld. Dabei geht es
       um rund 140.000 Euro, vor allem für Personalkosten infolge der behördlichen
       Begleitung der Aktion. Walter-Mommert hatte der dpa bereits vor einiger
       Zeit gesagt, man habe diese weder beauftragt noch angefordert. Das
       Ministerium verwies auf eine Erklärung, mit der die Initiative sich bereit
       erklärt habe, sämtliche Kosten zu übernehmen, einschließlich der
       Einsatzkosten von Behörden.
       
       Der Anwalt von Gunz erklärte, eine Kostenzusage, die eine Anwältin an das
       Ministerium geschickt habe, kannte Gunz nicht und habe den Text weder
       gesehen noch freigegeben.
       
       Der von Fachleuten als schwer krank eingestufte Buckelwal war von der
       privaten Initiative zur Nordsee gebracht und dort ins Wasser gelassen
       worden. Kurz darauf wurde er tot vor der dänischen Insel Anholt angespült.
       Experten hatten von Anfang an einhellig dazu geraten, das Tier in Ruhe
       sterben zu lassen.
       
       2 Oct 2026
       
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