# taz.de -- Hitze in Europa: Sommer von Klimaextremen geprägt
       
       > Klimaextreme haben laut dem EU-Dienst Copernicus den Sommer in ganz
       > Europa geprägt. Flüsse führten so wenig Wasser wie seit 30 Jahren nicht
       > mehr.
       
 (IMG) Bild: Auch Wälder, wie hier der Bleiwald in Hessen, litten unter dem trockenen und heißen Sommer 2026
       
       epd/rtr | Hitze, extreme Trockenheit und niedrige Wasserstände:
       Klimaextreme haben laut dem EU-Dienst Copernicus den Sommer in ganz Europa
       geprägt. Die anhaltende und außergewöhnliche Hitze habe den Sommer zum
       drittwärmsten des Kontinents seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemacht,
       teilte Copernicus am Freitag in Bonn mit. Westeuropa durchlebte demnach
       sogar den heißesten jemals gemessenen Sommer.
       
       [1][Die sommerliche Durchschnittstemperatur habe in Westeuropa bei 21,7
       Grad Celsius gelegen] und damit 2,5 Grad über dem Vergleichswert der Jahre
       1991 bis 2020, hieß es. Der bisherige Rekord aus dem Sommer 2003 sei damit
       übertroffen worden.
       
       ## Hohe Temperaturen auch im Mai und September
       
       Der meteorologische Sommer umfasst die Monate Juni, Juli und August. Mit
       Blick auf Westeuropa hoben die Copernicus-Fachleute hervor, dass die
       außergewöhnliche Wärme weit über die Kernmonate des Sommers hinaus
       angehalten habe. Auch im Mai und September seien „rekordhohe
       Tagestemperaturen“ gemessen worden.
       
       Vor allem Hitze machte laut Copernicus den Menschen in Europa zu schaffen.
       Etwas mehr als die Hälfte des Kontinents (52 Prozent) habe sehr starken
       Hitzestress erlebt, also eine gefühlte Temperatur von 38 Grad oder mehr.
       Für Westeuropa sei im Durchschnitt die Rekordzahl von 13 Tagen mit sehr
       starkem Hitzestress festgestellt worden, hieß es. An durchschnittlich 41
       Tagen sei starker Hitzestress aufgetreten, was gefühlten Temperaturen von
       32 bis 38 Grad entspricht – ebenfalls ein Rekord.
       
       ## Widerstandsfähigkeit gegen Klimarisiken aufbauen
       
       Samantha Burgess, Strategieleiterin für Klima beim Europäischen Zentrum für
       mittelfristige Wettervorhersage (EZMW), sprach von einem „Sommer mit sich
       überschneidenden Klimaextremen“. Mit Blick auf die Folgen, etwa für die
       Verfügbarkeit von Wasser oder für die Gesundheit, mahnte Burgess an,
       „Widerstandsfähigkeit gegenüber zunehmend miteinander verknüpften
       Klimarisiken aufzubauen“.
       
       Die Gesundheit leidet, wenn der Körper sich aufgrund hoher Temperaturen und
       Luftfeuchtigkeit nicht mehr durch ‌Schwitzen abkühlen kann. Zu den
       Symptomen zählen ein erhöhter Herzschlag, Übelkeit, Schwindel und
       potenziell lebensbedrohliche Hitzeschläge. Gefährdet sind vor allem
       Menschen, ⁠die im Freien arbeiten, Ältere sowie Personen mit
       Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes.
       
       ## Flüsse führten so wenig Wasser wie seit 30 Jahren nicht
       
       Angesichts der [2][anhaltenden Trockenheit] wurden laut Copernicus auch die
       stärksten Niedrigwasserstände in Europa seit Beginn der Erfassung im Jahr
       1992 festgestellt. Im Juli und August seien an vielen großen europäischen
       Flüssen gleichzeitig „Rekord- oder Beinahe-Rekordtiefstände“ aufgetreten,
       darunter im Rhein, der Donau und der Seine. Der Klimadienst Copernicus wird
       vom EZMW bereitgestellt.
       
       Von vielen Flüssen gab es Berichte über extrem niedrige Wasserstände.
       Gleichzeitig waren die Meere rund um Europa ungewöhnlich warm, wie der
       EU-Klimawandeldienst C3S berichtet.
       
       Folge sei ein erhöhter Druck auf Bewässerung, Kühlung von Kernreaktoren,
       Wasserkraft, Süßwasserverfügbarkeit und Energieversorgung gewesen. Das
       verdeutliche den engen Zusammenhang zwischen Klimawandel und geopolitischen
       Herausforderungen wie der Energiesicherheit, hieß es vom Dienst des
       EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus.
       
       Entlang eines Großteils der Atlantikküste sowie im westlichen und zentralen
       Mittelmeer habe es Rekordwerte oder Beinahe-Rekordwerte bei den
       Meeresoberflächentemperaturen gegeben, hieß es weiter. Dies sei mit starken
       bis außergewöhnlichen marinen Hitzewellen einhergegangen. „Marine
       Hitzewellen können die Hitze in angrenzenden Küstengebieten verstärken,
       indem sie die nächtliche Abkühlung einschränken und die Luftfeuchtigkeit
       erhöhen, wodurch sich der Hitzestress verschlimmert.“
       
       2 Oct 2026
       
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