# taz.de -- Studie zu Aufforstung: Schottische Wälder wachsen wieder
> Wirtschaftliche Landnutzung hat den Wald in Schottland zerstört. Eine
> neue Studie untersucht, wie Aufforstung gelingen kann.
(IMG) Bild: Hirschmanagement in den schottischen Highlands
Um in echt wilder Natur zu wandern, [1][fahren Menschen gerne nach
Schottland]. Da gibt es moosige Hügel, schroffe Felsen, karge Sträucher,
kaum Menschen und plötzlich einen Hirsch. Die schottischen Highlands, eine
Gegend mit viel Moor und geringer Bevölkerungsdichte, sieht echt aus wie
auf dem Bildschirmschoner. Aber eines ist sie nicht: natürlich.
Denn von Natur aus war Schottland vor allem Wald. Im Jahr 3.000 v. Chr.
waren 50 bis 80 Prozent des Landes mit Bäumen bedeckt. Das änderte sich im
Mittelalter, als Menschen immer mehr Bäume abholzten, um das Holz zu
nutzen. Dramatisch veränderte sich die Landschaft, [2][als der Kapitalismus
und die Textilindustrie in Großbritannien] Fahrt aufnahmen.
Wolle musste her, und um Platz für Schafe zu schaffen, holzten
Großgrundbesitzer im 18. und 19. Jahrhundert riesige Flächen Waldes ab.
Heute sind vom einstigen Wald nur noch 4 Prozent erhalten. Davon ist ein
Großteil Monokultur, der für die Holzwirtschaft genutzt wird. Auch ein
wenig des ursprünglichen Mischwaldes ist noch erhalten – und der wächst nun
wieder, wie [3][eine Studie] zeigt.
## Die Studie
Wissenschaftler*innen haben den Waldwuchs im schottischen Cairngorms
Nationalpark, dem größten Nationalpark Großbritanniens, untersucht. Um zu
messen, wie der Wald sich regeneriert, konzentrierten sie sich darauf,
junge Bäume zu erfassen, die entweder angepflanzt wurden oder sich selber
ausgesät hatten.
Dafür befestigten sie einen Laserscanner an ein Flugzeug und flogen in 600
Meter Höhe über die Wälder. Am Anfang verwechselte die Technik hohe Farne
mit jungen Bäumen. Dann lernte sie, Bäume an ihren Kronen zu erkennen. Am
Ende erfasste sie ziemlich zuverlässig junge Bäume, die zwischen einem
halben und fünf Meter hoch sind.
Deren größter Feind sind Hirsche und Rehe, die gerne frische Baumtriebe
knabbern und so die Bäume am Großwerden hindern. Deswegen betreibt der
Nationalpark schon seit Jahren „Hirsch-Management“, was im Klartext heißt,
[4][Hirsche abzuschießen]. Die Studie hat nun den Erfolg dieses
Hirsch-Managements untersucht. Ergebnis: Heute bewohnen im Schnitt nur noch
4 Hirsche eine Fläche von einem Quadratkilometer.
Das ist weit weniger als die gesetzliche Vorgabe, die die Grenze bei 10
Tieren zieht. Und der Wald erholt sich: Im 569 Quadratkilometer großen
untersuchten Gebiet haben die Wissenschaftler*innen mehr als 6
Millionen Bäume erfasst, darunter 2,65 Millionen junge Bäume.
## Was bringt’s?
Es waren Menschen, die Schottlands Wälder abgeholzt haben, und es braucht
Menschen, wenn der Wald zurückkommen soll. Überleben kann er nur, wenn er
nicht wieder ausgebeutet, also abgeholzt wird. Renaturierung kostet Geld –
und anders als ein Nutzwald bringt sie keines rein. Macht nichts, finden
Schott*innen. Mehr als 9 von 10 gaben in [5][einer Umfrage] an, dass der
Wald es wert sei, mit öffentlichem Geld gefördert zu werden.
10 Oct 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Wandern-in-Schottland/!5059197
(DIR) [2] /Wirtschaftshistoriker-ueber-Freihandel/!5043862
(DIR) [3] https://besjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/1365-2664.70561
(DIR) [4] /Rotwild-Jagd-in-Deutschland/!5450159
(DIR) [5] https://www.forestresearch.gov.uk/news/public-opinion-of-forestry-survey-2025-results/
## AUTOREN
(DIR) Amira Klute
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