# taz.de -- Berliner Tierwelt und die CDU: Roter Panda empfängt schwarzen Herrn
> CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers füttert einen Roten Panda mit einer
> grünen Frucht. Und postet Bilder davon. Kann das unpolitisch sein in
> Zeiten wie diesen?
(IMG) Bild: Superknuddelig und hoch symbolisch: Rote Pandas im Berliner Tierpark
Der Rote Panda ist so etwas wie der heimliche Star im Berliner Tierpark.
Die eigentlich aus Nepal stammenden Bambusfresser sind zwar bei Weitem
nicht so bekannt wie ihre [1][schwarzen Namensvetter im Berliner Zoo].
Dafür umso süßer, kugeläugiger und „superknuddelig“, [2][wie die
Tierexpert:innen vom WWF mal schrieben].
Kein Wunder, denn außer dem Namen und der Hauptnahrung haben die Roten
Pandas mit den Schwarzen nichts gemein. Sie haben zwar beide einen
asiatischen Migrationshintergrund, aber biologisch verwandt sind sie nicht.
Der größere Schwarze Panda gehört zur Familie der Großbären, der kleinere
Rote zu den Katzenbären.
Am Wochenende empfing einer der Roten aber dennoch einen Schwarzen: den
[3][Spitzenkandidaten der Berliner CDU], Stefan Evers. Dem war das so
wichtig, dass er gleich ein paar Fotos von seinem Ausflug nach
Berlin-Friedrichsfelde in seinem WhatsApp-Status postete.
Evers ist zurzeit etwas unterbeschäftigt. Zwar hofft er immer noch darauf,
von den Grünen und der SPD ins Rote Rathaus gewählt zu werden. Aber [4][die
sprechen ja jetzt erst mal mit den Linken]. Und freie Zeit verbringt Evers
schon immer gern im Tierpark. Er ist bekennender Fan. „Für die Roten Pandas
komme ich immer gerne her“, sagte Evers im vergangenen Jahr der Berliner
Morgenpost.
Die Roten haben gerade Nachwuchs bekommen, nicht nur politisch, sondern
auch im Tierpark. Ende Juni kam ein Junges zur Welt, [5][berichtete der
Tierfunk RBB kürzlich].
Aber kann Evers' Aufwartung in hochpolitischen Zeiten wie diesen
unpolitisch sein? Auf einem der insgesamt vier Fotos reicht der
Christdemokrat dem Roten Panda die Hand. Er trägt dabei einen AfD‑blauen
Handschuh. Geht es noch bedeutsamer? Ja. Denn auf einem weiteren Foto ist
zu sehen, dass der Schwarze dem Roten eine grüne Frucht zum Fressen reicht,
die zudem aufgespießt ist.
Will er verklausuliert andeuten, dass die SPD ein paar Punkte der Grünen
schlucken soll, damit es doch noch für Schwarz-Grün-Rot reicht? Oder geht
es hier allegorisch um etwas ganz anderes? Steht der Rote Panda doch für
die Linkspartei. Will Evers sich per Tierbild mit Eralp gut stellen? Die
Mutter des Neugeborenen heißt übrigens Rosie. Also wie die Luxemburg. Alles
klar?
27 Sep 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Japanisch-chinesische-Beziehungen/!6137370
(DIR) [2] https://www.wwf.de/junior/tiere/tiere-entdecken/roter-panda
(DIR) [3] /Abgeordnetenhauswahl-am-20-September/!6211310
(DIR) [4] /Sondierungen-in-Berlin/!6216437
(DIR) [5] https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2026/09/roter-panda-tierpark-berlin-weibchen-praechtig-friedrichsfelde.html
## AUTOREN
(DIR) Gereon Asmuth
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