# taz.de -- Debatte um Wahlbetrug: US-Regierung meldet nur 160 Festnahmen wegen möglicher Wahlverstöße
       
       > Die Trump-Regierung beklagt Wahlbetrug durch Nicht-US-Bürger. Die nun
       > veröffentlichten Zahlen zeigen jedoch deutlich weniger Fälle als
       > behauptet.
       
 (IMG) Bild: Vorwahlen – Trumps Republikaner machen es vor
       
       ap | Die US-Regierung hat nach eigenen Angaben seit Beginn der Amtszeit von
       Präsident Donald Trump rund 1.600 Fälle möglichen Wahlbetrugs durch
       Nicht-US-Bürger untersucht. Dabei seien 160 Menschen festgenommen worden,
       sagte Matthew Millhollin von der US-Ermittlungsbehörde Homeland Security
       Investigations (HSI) am Dienstag (Ortszeit). Die Zahlen liegen deutlich
       unter den Hunderttausenden Fällen, die [1][Trump und das
       Heimatschutzministerium] zuvor genannt hatten. Sie machen zudem nur einen
       winzigen Bruchteil der mehr als 211 Millionen aktiv registrierten Wähler
       des Landes aus.
       
       Das unterstreicht, was Wahlrechtsexperten als erwiesene Tatsache
       bezeichnen: Wahlbetrug, einschließlich der Stimmabgabe durch
       Nicht-US-Bürger, ist selten. Die nun veröffentlichten Zahlen stützten diese
       Einschätzung, sagte David Becker vom Center for Election Innovation and
       Research. Auch frühere Untersuchungen in Bundesstaaten hätten nur wenige
       Fälle ergeben.
       
       „Sie haben versucht, Belege für eine weit verbreitete Wahlbeteiligung von
       Nicht-US-Bürgern zu konstruieren, und jedes Mal, wenn sie das tun, sind
       ihre Zahlen unglaublich niedrig, selbst wenn sie übertrieben dargestellt
       werden“, sagte Becker, ein ehemaliger Anwalt des US-Justizministeriums.
       „Sie bestätigen damit, was wir seit Jahren wissen: Die Bundesstaaten
       leisten außerordentlich gute Arbeit dabei, Nicht-US-Bürger von ihren
       Wählerlisten fernzuhalten.“
       
       Die Angaben der HSI beziehen sich auf den Zeitraum von Januar 2025 bis
       September 2026. Das Justizministerium teilte mit, seit Beginn von Trumps
       Amtszeit seien 70 Menschen wegen unrechtmäßiger Stimmabgabe oder
       Registrierung angeklagt worden. Bei den 160 Festnahmen durch HSI handele es
       sich hingegen um Fälle, die aus Ermittlungen wegen möglichen Wahlbetrugs
       hervorgegangen seien. Viele führten zu Anklagen wegen anderer Delikte wie
       falschen Angaben zur Staatsbürgerschaft.
       
       Trump hat den [2][Kampf gegen die vermeintlich weit verbreitete
       Wahlbeteiligung von Nicht-US-Bürgern] zu einem Schwerpunkt gemacht. Er
       erließ dazu zwei Verfügungen und drängte auf eine [3][stärkere Überprüfung
       der Wählerverzeichnisse]. Beide Verfügungen sind Gegenstand von
       Gerichtsverfahren.
       
       23 Sep 2026
       
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