# taz.de -- Oberstes Gericht der USA: Trumps Briefwahldekret kann vorerst in Kraft treten
> Der Supreme Court hebt eine Gerichtsentscheidung auf, die ein
> Trump-Dekret zur Restriktion der Briefwahl ausgesetzt hatte. Opposition
> will neu klagen.
(IMG) Bild: Sind die alle in Ordnung? Stimmzettel in den USA warten auf die Auszählung, hier in Denver bei den Kongresswahlen 2022
afp/ap/taz Ein umstrittenes [1][Dekret von US-Präsident Donald Trump zur
Erschwerung der Briefwahl in den USA] kann vorerst nun doch in Kraft
treten. Das Oberste Gericht hob am Montag mit der Mehrheit der sechs
konservativen Richter von insgesamt neun die Entscheidung eines
Bezirksgerichts auf, das Mitte August eine Aussetzung des Erlasses
angeordnet hatte.
Trump hatte das Dekret Ende März unterzeichnet. Es beschränkt die Briefwahl
auf solche Menschen, die auf „Staatsbürgerschaftslisten der Bundesstaaten“
stehen, die von der Regierung zusammengestellt werden. Der US-Postdienst
soll Briefwahlunterlagen künftig nur noch an Personen auf diesen Listen
zustellen. Neue Vorgaben untersagen der Post zudem, Stimmzettel aus
Bundesstaaten zu verschicken, die Trumps Anordnung nicht befolgen.
Trump hatte bei Unterzeichnung des Dekrets seine Behauptung wiederholt,
dass die in den USA beliebte Briefwahl mit für Wahlbetrug verantwortlich
sei. Die Exekutivanordnung stellt er als Schutzmaßnahme dar, die verhindern
soll, dass [2][Nicht-US-Bürger] wählen.
Demokratische Amtsträger in 23 Bundesstaaten und im Hauptstadtbezirk
District of Columbia klagten gegen die Anordnung. Sie sprachen von einem
Versuch, „Wählern aus parteipolitischen Gründen das Wahlrecht zu
entziehen“. Sie argumentierten, laut Verfassung obliege die Organisation
von Wahlen den Bundesstaaten und dem Kongress, nicht dem Präsidenten. Die
Änderungen könnten zudem kurz vor den Zwischenwahlen zum Kongress Anfang
November zu Chaos und parteipolitischem Missbrauch führen.
## Noch keine Entscheidung in der Sache
Ein Gericht in Massachusetts stoppte die Pläne in den betroffenen
Bundesstaaten daraufhin zunächst. Ein Berufungsgericht bestätigte dies. Die
Richterin erließ Mitte August in einem separaten Verfahren eine [3][weitere
Verfügung], die die Umsetzung des Dekrets landesweit blockierte.
Der Supreme Court hat nun gegen diese neueste Verfügung geurteilt. Er traf
keine Entscheidung in der Sache, befand aber, dass die gegen das Dekret
klagenden Bundesstaaten nicht das Recht hätten, vor einer endgültigen
Entscheidung dagegen vorzugehen. Das bedeute nicht, „dass jede Maßnahme,
die die Regierung zur Umsetzung der Verordnung ergreift, zwangsläufig
rechtmäßig ist“, stellte das Gericht klar.
Der Führer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, bezeichnete das neue
Urteil am Montag als „Schande“. Trump wolle es den US-Bürgern „erschweren,
ihre Stimme abzugeben, damit sie ihn nicht für die explodierenden Kosten,
den illegalen Krieg und die grassierende Korruption zur Rechenschaft
ziehen, die ein Markenzeichen seiner Regierung sind“. Die New Yorker
Generalstaatsanwältin Letitia James bezeichnete die Entscheidung als
„schmerzlichen Rückschlag“, betonte aber, sie werde „nicht das letzte Wort“
sein.
Kaliforniens Gouverneur [4][Gavin Newsom], der als Präsidentschaftskandidat
der Demokraten bei den nächsten Wahlen 2028 gehandelt wird, kündigte an,
sein Bundesstaat werde eine weitere Klage gegen das Dekret einreichen. Die
Entscheidung des Supreme Court lässt weitere Klagen gegen die Verordnung
zu, die deren Umsetzung weiter verzögern könnten. Ähnliche Verfahren sind
bereits anhängig.
Da einige Bundesstaaten bereits in wenigen Wochen mit dem Versand von
Briefwahlunterlagen für die Zwischenwahlen am 3. November beginnen, bleibt
nur wenig Zeit. North Carolina will schon am 4. September Stimmzettel an im
Ausland lebende und im Militärdienst stehende Wähler verschicken, andere
Bundesstaaten werden wenige Wochen später folgen.
Die Nutzung von Briefwahl nimmt bei Wählern beider Parteien in den USA zu.
Nach Angaben der US-Regierung wurden bei der Präsidentschaftswahl 2024 rund
30 Prozent der Stimmen per Briefwahl abgegeben.
25 Aug 2026
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Immer wieder erstaunlich, mit welchen Mitteln der Präsident um die
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er nicht.