# taz.de -- ICE in Texas: Beamte schießen Mann an
> Die ICE steht wegen Gewalt gegen Migranten in der Kritik. Nun fallen
> erneut Schüsse, diesmal in Austin. Der Bürgermeister der Stadt fordert
> Aufarbeitung.
(IMG) Bild: Behördenvertreter stehen in der Nähe des Tatorts, an dem ein Mann von einem ICE-Beamten in seinem Fahrzeug angeschossen wurde
dpa | Beamte der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE haben in der
texanischen Großstadt Austin einen Mann angeschossen. Er sei schwer
verletzt ins Krankenhaus gebracht worden, schwebe aber nicht in
Lebensgefahr, erklärte Bürgermeister Kirk Watson.
„Ich bin darüber sehr wütend“, sagte er vor Journalisten. Viele Details des
Vorfalls seien noch unklar. Watson betonte aber, es sei inakzeptabel, dass
Beamte einer Behörde, die vorgebe, für Recht und Ordnung zu sorgen, auf
offener Straße auf Menschen schießen.
Ein Schuss traf den Mann am Sonntag im Bereich des Oberkörpers, wie die
Polizei erklärte. Unklar blieb zunächst, ob ihn die Kugel von vorn in die
Brust oder von hinten in den Rücken traf. Fotos vom Tatort legen nahe, dass
sich der Mann in seinem Auto befand, als die Schüsse fielen.
## Ein Venezolaner, der sich illegal im Land aufgehalten hat
Das Heimatschutzministerium, dem ICE untersteht, erklärte auf der Plattform
X, es handle sich bei dem angeschossenen Mann um einen, der nun in
Gewahrsam der Bundesbehörden sei, bevor er abgeschoben werde. Dieser habe
sich illegal im Land aufgehalten, hieß es. Der Vorfall werde nun
untersucht.
Bürgermeister Watson und Austins Polizeichefin Lisa Davis forderten, dass
die örtliche Polizei in die Aufarbeitung des Vorfalls eingebunden werden
müsse. Eine Untersuchung allein durch [1][die Bundesbehörde ICE] verbiete
sich aus Gründen der Transparenz, sagte der Demokrat Watson. Die
ICE-Aktivitäten gegen Migranten in seiner Stadt hätten in diesem Monat
stark zugenommen.
## „Der Horror ist in unsere Stadt gekommen“
Am Ort des Zwischenfalls kam es spontan zu kleineren Protesten gegen das
Vorgehen der Bundesbehörde. Der Abgeordnete Greg Casar, in dessen Wahlkreis
Austin liegt, forderte eine „vollständige, unabhängige Untersuchung“ und
sofortige Veröffentlichung der Videos von den Bodycams der beteiligten
Einsatzkräfte. Der verantwortliche ICE-Beamte müsse zur Rechenschaft
gezogen werden. „Immer wieder hat ICE auf Menschen geschossen und dann
gelogen über das, was passiert ist“, kritisierte der Demokrat. „Der Horror
ist in unsere Stadt gekommen.“
US-Präsident Donald Trump setzt seit seinem Amtsantritt vor gut eineinhalb
Jahren auf einen sehr harten Kurs gegen Migranten, die vorbestraft sind
oder keinen gültigen Aufenthaltstitel haben. Der Republikaner fordert
Massenabschiebungen und setzt dabei vor allem auf die zunehmend umstrittene
Bundesbehörde ICE, deren Beamte Razzien und Festnahmen übernehmen.
Die teils brutalen [2][Einsätze der von Trump massiv verstärkten Behörde]
stoßen in den USA auf viel Kritik – so war es unter anderem Anfang des
Jahres nach tödlichen Schüssen auf zwei US-Amerikaner im Bundesstaat
Minnesota. Der für die Einsätze zuständige Hardliner Gregory Bovino musste
daraufhin gehen. Seither gehen die Beamten zwar etwas weniger martialisch
vor – doch die Einsätze gehen im ganzen Land weiter.
21 Sep 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Toedliche-ICE-Schuesse/!6148692
(DIR) [2] /Trump-zieht-ueberraschend-Toppersonalie-zu-ICE-Behoerde-zurueck/!6214240
## TAGS
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) ICE
(DIR) Donald Trump
(DIR) Schwerpunkt Flucht
(DIR) GNS
(DIR) Social-Auswahl
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) US-Einwanderungsbehörde ohne Leitung: Trump zieht überraschend ICE-Top-Personalie zurück
Trump wollte einen neuen Leiter für die umstrittene Migrationsbehörde ICE,
die für ihre Razzien berüchtigt ist. ICE inhaftiert mehr Menschen als je
zuvor.
(DIR) Aufstieg der Islamophobie nach 9/11: Im Schatten des Generalverdachts
Seit dem 11. September 2001 haben Vorurteile gegen Muslime massiv
zugenommen. 25 Jahre später kommen Muslime selbst im politischen Mainstream
an.
(DIR) Angriff der USA auf die Meinungsfreiheit: Trump-Regierung weitet ihren Angriff auf Europas Linke aus
Die USA stufen den Anbieter eines Blogdienstes aus Italien als
„internationale Terrororganisation“ ein. Auch weitere Gruppen sind
betroffen.