# taz.de -- Künstliche Intelligenz und Klimakrise: UN-Klimachef sieht Tech-Konzerne in der Pflicht
> Die großen Tech-Konzerne müssten mehr tun gegen die Klimakrise, fordert
> der Klimachef der UN – gerade in Hinblick auf künstliche Intelligenz.
(IMG) Bild: Mehr Dummheit als Intelligenz beim Klimaschutz: Datacenter in Leipzig – Rechenzentren verbrauchen sehr viel Energie und Wasser
Der UN-Klimachef Simon Stiell fordert von Tech-Konzernen, ihre
Entwicklungen für den Kampf gegen die [1][Klimakrise] zu nutzen. „Wenn KI
ein 90 Jahre altes mathematisches Problem innerhalb weniger Tage lösen
kann, kann sie auch bei zentralen Klimaherausforderungen mehr bewirken“,
sagte Stiell bei einem Auftritt auf der Climate Week New York laut dem
vorab verbreiteten Redemanuskript.
Künstliche Intelligenz könne etwa frühe Warnungen für Klimakatastrophen
verbessern und die Effizienz der Stromnetze steigern. „Jedes Land muss von
KI profitieren können – und zwar jetzt und nicht vielleicht irgendwann in
Zukunft“, forderte Stiell.
## KI als Ressourcenfresser
[2][Momentan treibt der Einsatz von KI eher die globale Erhitzung, statt
sie oder ihre Folgen abzumildern]. So werden in zahlreichen Ländern der
Welt neue Rechenzentren gebaut und für deren Energiebedarf auch
Atomkraftwerke reaktiviert und fossile Kraftwerke gebaut oder
weitergenutzt.
Das kritisiert auch Stiell: „Energie verschlingende künstliche Intelligenz
treibt die Emissionen aus Kohle, Öl und Gas, die die Erderwärmung
verursachen, in die Höhe und erhöht die Energiekosten für Haushalte und
Unternehmen.“ Gleichzeitig vereinfache KI das Verbreiten von
Desinformation, schüre die soziale Spaltung und verschärfe
Vermögensungleichheiten.
Stiell fordert von den Führungskräften und Vorständen der Tech-Konzerne,
glaubwürdige Klimaziele festzulegen und umzusetzen. Die Industrie müsse in
Effizienz investieren, auf Erneuerbare setzen und Transparenz schaffen über
den Energie- und Wasserverbrauch von Rechenzentren.
Momentan geht der Trend, auch in Deutschland, eher in die gegenteilige
Richtung: Im Sommer hat die Bundesregierung Lockerungen des
Energieeffizienzgesetzes beschlossen, die auch Rechenzentren betreffen. Sie
sollen unter anderem mehr Zeit bekommen, sich an Effizienzvorgaben zu
halten, eine längere Frist, bis sie ihren Stromverbrauch bilanziell mit
Erneuerbaren decken müssen, und Abwärme aus Rechenzentren soll nur noch
dann genutzt werden müssen, wenn ein Wärmenetz vorhanden ist.
Wie ernst es aussieht, wird sich noch diese Woche zeigen: Voraussichtlich
am Donnerstag steht die erste Lesung des Gesetzentwurfs im Bundestag an.
21 Sep 2026
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## AUTOREN
(DIR) Svenja Bergt
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