# taz.de -- Landtagswahlen: Was sollen Grüne, SPD und Linke bloß tun, wenn sie gewinnen?
> Eigentlich klar, was passieren muss, wenn die AfD erneut das Rennen
> macht: einfach mal verbieten. Nur wenn´s anders ausgeht, dann wird es
> kompliziert.
(IMG) Bild: Einfach mal verbieten? Ganz Deutschland zittert vor den Landtagswahlen
Ganz Deutschland zittert vor den Landtagswahlen in Berlin und
Mecklenburg-Vorpommern. Nur Grüne, SPD und Linke sind gut vorbereitet, weil
sie einen todsicheren Plan B parat haben, falls die Sache schiefgeht und
wieder die Partei mit A gewinnt. „Kein Problem. Dann fordern wir halt
wieder ein Verbot“, lässt sich aus den Äußerungen namhafter Großstrategen
heraushören. So eine Verbotsforderung kommt immer gut an, am besten direkt
nach hohen eigenen Niederlagen.
Den Berechnungen zufolge ist die rechte Gefahr schon in ein paar Jahren
durch einen Verbotsantrag der westlichen Bundesländer und ein Urteil aus
Karlsruhe gebannt. Alle rechten WählerInnen kommen dann plangemäß bekehrt
und reumütig zurück – vor allem die ostdeutschen. Problem gelöst. Eventuell
zwischenzeitlich zunehmende Probleme bei Protestwahlen oder
Volksaufständen? Nur nicht dran denken.
So weit, so einfach. Schwierig wird die Lage für Grüne, SPD und Linke aber,
falls sie nach den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern wider
Erwarten zusammen regieren könnten. Manuela Schwesig etwa ist für viele
Grüne ein rotes Tuch, weil sie russlandpolitisch etwas länger als die
anderen auf der Leitung stand. Okay, die Leitung ist inzwischen kaputt und
Schwesig räumte Fehler ein. Aber man weiß ja nie. Im Wahlkampf hat sie
wieder verdächtig oft „Frieden“ gesagt. Wäre ihr das BSW gar näher?
Trotzdem bestehen Chancen, dass es SPD und Grüne über sich bringen,
gemeinsam unter Schwesig zu regieren. Noch komplizierter bis unlösbar
würden die Probleme für Grüne, SPD und Linke mit einer rot-rot-grünen
Mehrheit in Berlin. Da ist [1][Krach] programmiert, besonders durch die SPD
und ihren Kandidaten. „Dann müssten wir ja ein klares Mehrheitsvotum beim
[2][Volksentscheid für die Enteignung] von besonders krassen
Immobilienhaien am Ende wirklich umsetzen“, wurde sinngemäßig bereits
gestöhnt, weil es riskant wäre, so viel Demokratie zu wagen.
Da trifft es sich für die verzweifelten Sozialdemokraten gut, dass viele
linke Linke das Regieren generell falsch finden. Einige Realo-Grüne
wiederum würden lieber mit der CDU regieren und suchen dringend einen
Vorwand. Nicht wenige bei Grünen, SPD und Linker hoffen deshalb, dass der
berühmt-bewährte Rapper [3][Dahabflex] gleich am Wahlabend auftritt und
„Free the Left“ ruft. Fragt sich nur noch, wer ihn einlädt.
19 Sep 2026
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