# taz.de -- Pläne der EU-Kommission: Social Media erst ab 13 Jahren
> Die EU-Kommissionspräsidentin stellt Pläne für ein Mindestalter für die
> Nutzung von Social Media vor. Das hätte Auswirkungen auf alle
> Nutzer:innen.
(IMG) Bild: Der Zugang für Kinder unter 13 Jahren soll nach Plänen der EU-Kommission beschränkt werden
Die EU-Kommission will den Zugang zu Social-Media-Plattformen für Kinder
unter 13 Jahren innerhalb der EU beschränken. „Keine sozialen Netzwerke
unter dem Alter von 13 Jahren. Kein eigenes Nutzerkonto unter dem Alter von
15 Jahren“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei einer
[1][Rede] am Mittwoch.
Bereits am Dienstag war durchgesickert, was in dem „Kids Act“ genannten
Gesetzentwurf der EU-Kommission stehen soll: Neben der Altersgrenze von 13
Jahren soll es eingeschränkte Konten für 13- bis 15-Jährige geben, deren
Nutzung die Eltern beaufsichtigen sollen. Bei diesen Konten sollen die
Plattformen zu einem „sicheren Design“ verpflichtet werden, so von der
Leyen. Was das im Detail heißt, erklärte sie nicht. Zu vermuten ist, dass
die Plattform hier weniger oder gar nicht auf problematische Mechanismen
wie süchtigmachende Algorithmen und manipulierende Designs setzen dürfen.
Mit ihrem Vorschlag geht die EU-Kommissionspräsidentin zwar kaum über die
bestehende Situation hinaus. Schon jetzt nennen etliche Plattformen ein
Mindestalter von 13 Jahren, setzen das jedoch nicht konsequent durch. Wer
ein früheres Geburtsjahr oder ein höheres Alter angibt, bekommt in der
Regel einen Zugang. Auch Konten mit elterlicher Aufsicht für junge
Nutzer:innen gibt es schon, etwa bei Instagram.
Dennoch hätte eine gesetzliche Altersgrenze eine große Auswirkung: Ihr
Alter gegenüber den Plattformen nachweisen müssten sämtliche Nutzer:innen.
## „Eingriff in Grundrechte“
„Kommissionspräsidentin von der Leyen präsentiert mit dem EU-‚Kids Act‘
einen komplexen Regelungsvorschlag, der tief in die Grundrechte aller
eingreifen wird“, kritisiert Svea Windwehr, Expertin des netzpolitischen
Vereins D64. Derzeit gebe es keine Technologie, die das Alter zuverlässig
nachweisen könne, ohne die Teilhabe, Privatsphäre und Sicherheit von
Millionen Menschen zu gefährden. „Was jungen Menschen helfen würde, wäre
eine konsequente Durchsetzung des geltenden Rechts und eine Absage an Big
Tech, mit ihren Daten Geld zu verdienen – und nicht invasive
Alterskontrollen für alle.“
Als geeignete Anwendung wird meist das [2][Eudi-Wallet] genannt, die
EU-weite digitale Brieftasche, in der sich Ausweis und Führerschein digital
ablegen lassen sollen. In Deutschland soll die App am 2. Januar starten.
Allerdings haben nicht alle Jugendlichen ab 13 Jahren einen Ausweis – in
Deutschland gilt die Pflicht ab 16 Jahren. Zudem ist unklar, wie
zuverlässig die Plattformen zur Verifikation tatsächlich nur das Alter
abrufen und nicht weitere persönliche Daten.
Bis von der Leyens Pläne zu einem beschlossenen Gesetz werden, kann es
allerdings noch eine Weile dauern. Am Donnerstag soll der entsprechende
Gesetzentwurf mit mehr Details vorgestellt werden. Dann sind das
EU-Parlament und die EU-Mitgliedsländer am Zug. Es können also noch Monate
bis Jahre vergehen.
16 Sep 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/speech_26_1868
(DIR) [2] https://eudi-wallet.gov.de/
## AUTOREN
(DIR) Svenja Bergt
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