# taz.de -- Handys an Schulen: Drei Bundesländer verschärfen die Handyregeln
       
       > Sachsen und Bayern weiten das Handyverbot aus. Und in Rheinland-Pfalz
       > zeigt die Neubesetzung des Bildungsministeriums Wirkung.
       
 (IMG) Bild: Viele Bundesländer lassen es den Schulen frei, wie sie mit Handys umgehen wollen
       
       Im neuen Schuljahr gelten in Sachsen, Bayern und Rheinland-Pfalz strengere
       Regeln für Handys und Smartphones an öffentlichen Schulen. In Sachsen und
       Bayern galt bislang – wie in anderen Bundesländern – schon ein Verbot
       privater Geräte an Grundschulen. Das wird nun auf die weiterführenden
       Schulen ausgeweitet, bis einschließlich der siebten Klasse in Bayern. In
       Sachsen, wo das Schuljahr kommende Woche startet, sogar bis einschließlich
       der achten Klasse.
       
       Sachsens Bildungsminister Conrad Clemens (CDU) begründet den Schritt am
       Montag auch mit den positiven Erfahrungen, die sein Land mit dem
       Handyverbot an Grundschulen gemacht habe: Viele würden jetzt erst
       feststellen, wie sehr die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit gelitten
       hätten. Auch das soziale Miteinander sei verloren gegangen. Clemens
       kündigte an, dass es neben dem Verbot auch weitere Maßnahmen wie den neuen
       „Medienpass“ für Schüler:innen gebe, um auf die Gefahren von Social
       Media & Co einzugehen.
       
       Bayerns Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) stellte kürzlich gar
       eine „Offensive für mehr digitale Balance bei Kindern und Jugendlichen“
       vor. Neben der Ausweitung des Handyverbots sollen Grundschüler:innen
       künftig einen „Chat-Kompass“, ältere Schüler:innen einen
       „Social-Media-Kompass“ machen können. Stolz versprach, die Medienbildung im
       Zuge der laufenden Lehrplanüberarbeitung weiter zu stärken.
       
       In Rheinland-Pfalz soll es ab Februar 2027 ein Handyverbot für
       Schüler:innen bis einschließlich der zehnten Klasse geben. Bisher gelten
       [1][so strenge Regeln nur in Bremen und Hessen]. Die Verzögerung begründete
       Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig (CDU) vergangenen Donnerstag mit
       „Abstimmungen in der Regierungskoalition“ des Landes. Amtsvorgänger Sven
       Teuber (SPD), der im Mainzer Kabinett nun für Kommunen, Bauen, Wohnen und
       Kultur zuständig ist, hatte sich noch gegen ein generelles Verbot
       ausgesprochen – und damit bei den Schüler:innen gepunktet.
       
       ## Schüler:innen kritisieren Verschärfungen
       
       Ein pauschales Verbot greife zu kurz und ersetze keine pädagogischen
       Konzepte, sagte etwa eine Sprecherin der Landesschülerinnen- und
       Landesschülervertretung (LSV) auf die Pläne Eiling-Hütigs. Umfragen zeigen,
       dass die Mehrheit der Jugendlichen bundesweit gegen ein striktes Verbot
       ist. Auch in Sachsen gibt es Kritik an den schärferen Regeln. Aus Sicht der
       stellvertretenden Vorsitzenden der GEW Sachsen, Claudia Maaß, ist das
       „reine Profilierungspolitik“. Ungeklärt sei etwa, wer das Handyverbot im
       Schulalltag durchsetzen solle. Maaß verwies auf Unterrichtsausfall,
       Personalmangel und steigende Belastungen der Kollegien.
       
       Im Gegensatz zu dem [2][geplanten bundesweiten Social-Media-Verbot] gibt es
       derzeit keine Pläne für deutschlandweit einheitliche Regeln im Umgang mit
       Smartphones & Co an Schulen. Hessens Bildungsminister Armin Schwarz (CDU)
       hatte vergangenes Jahr versucht, seine Amtskolleg:innen zu so einem
       Schritt zu bewegen, scheiterte aber mit seinem Vorstoß. Manche Länder wie
       Nordrhein-Westfalen oder Niedersachsen überlassen nach wie vor jeder Schule
       selbst, wie sie mit Handys an Schulen umgehen.
       
       Ob und wie stark Smartphones die Schüler:innen im Unterricht ablenken,
       ist bislang noch nicht ausreichend erforscht. Unstrittig sind hingegen die
       Gefahren von Social Media und zu langen Bildschirmzeiten. Die
       Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“, die
       [3][im Auftrag von Bundesfamilienministerin Prien im Juni insgesamt 56
       Maßnahmen] vorlegte, spricht sich auch für ein bundesweites Handyverbot bis
       einschließlich Klasse sieben aus.
       
       10 Aug 2026
       
       ## LINKS
       
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       ## AUTOREN
       
 (DIR) Ralf Pauli
       
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