# taz.de -- EU-Rechnungshof warnt: Der Ausstieg aus russischem Gas und Öl droht zu scheitern
> Die EU-Mitgliedsstaaten rufen nur wenige Mittel aus dem Programm
> RePowerEU ab, mit dem sie unabhängig von russischen Energierohstoffen
> werden sollen.
(IMG) Bild: Hat immer wieder den Ausstieg aus russischer Energie gefordert: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen
Die EU droht ihr Ziel zu verfehlen, von fossiler Energie aus Russland
unabhängig zu werden. Zu diesem Schluss kommt der Europäische Rechnungshof
in einer neuen Studie. Die EU-Staaten haben demnach viel zu wenig in
Alternativen zu Öl und Gas aus Russland investiert.
Um den Ausstieg zu ermöglichen, hatte die EU bereits 2022 – kurz nach
Beginn des Ukrainekriegs – das Programm RePowerEU aufgelegt. Ziel war es,
die Einfuhr fossiler Brennstoffe aus Russland schrittweise zu beenden. 2025
beschloss die EU zudem ein dauerhaftes Verbot russischer Gasimporte, das
schon 2027 in Kraft treten soll.
Wenige Monate vor der Deadline für LNG am 31. Dezember sind die Bemühungen
jedoch ins Stocken geraten. Die EU-Förderung trage nur wenig zum Ausstieg
aus russischem Öl und Gas bei, kritisieren die Rechnungsprüfer. [1][Zudem
gebe es nicht genügend Anreize für Investitionen in saubere Energie und
grenzüberschreitende Netze.]
Die Prüfer stellten fest, dass REPowerEU von den EU-Ländern bisher kaum in
Anspruch genommen wurde. Auch hätten die Mitgliedsstaaten von den 300
Milliarden Euro, die für REPowerEU vorgesehen waren, erst 54,3 Milliarden
Euro verplant. Eine effektive Steuerung für den Ausstieg aus russischer
Energie fehle, heißt es im Prüfbericht.
## Mehr Flüssiggas aus den USA
Dabei hatte vor allem EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen immer
wieder den Ausstieg aus russischer Energie gefordert. Dies werde nicht nur
zur energiepolitischen Unabhängigkeit beitragen, so von der Leyen, sondern
auch helfen, die „Kriegskasse“ von Kremlchef Wladimir Putin zu leeren.
Neue Zahlen sprechen eine andere Sprache. Die Importe von Röhrengas aus
Russland sind zwar seit 2022 drastisch eingebrochen. Unabhängig ist die EU
jedoch nicht geworden: [2][Nun importiert sie vermehrt Flüssiggas aus den
USA, aber auch weiterhin aus Russland, wie das Norwegian Institute of
International Affairs (Nupi) meldet.]
Der Anteil von LNG aus Russland an den Importen der EU stieg demnach von 16
Prozent im ersten Halbjahr des letzten Jahres auf 19 Prozent im ersten
Halbjahr des laufenden Jahres. Eine Trendwende zeichnet sich nicht ab.
Angesichts leerer Gasspeicher dürfte die Nachfrage nach LNG weiter steigen
– Flüssiggas aus Russland bleibt begehrt.
10 Sep 2026
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(DIR) Eric Bonse
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