# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: US-Senat stimmt für neue Sanktionen gegen Russland
       
       > Eine US-Parlamentskammer ringt sich zu potenziell folgenschweren
       > Sanktionen gegen Russland durch. Kurz nach dem Votum gibt es neue
       > Luftangriffe auf die Ukraine.
       
 (IMG) Bild: Nach russischem Angriff: Kyjiw am 8. August 2026
       
       ## Selenskyj: Ukraine hat praktisch keine intakten Wärmekraftwerke mehr
       
       Die Ukraine verfügt nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj vor dem
       kommenden Winter über praktisch keine intakten Wärmekraftwerke mehr. Grund
       seien die nahezu täglichen russischen Angriffe, sagte Selenskyj am Samstag
       bei seinem ersten offiziellen Besuch in Serbien seit Beginn des
       Ukrainekriegs. Mit dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić habe er in
       Belgrad über die „Herausforderungen gesprochen, vor denen die Ukraine in
       diesem Winter stehen wird“. Wärmekraftwerke erzeugen Strom durch die
       Verbrennung von Brennstoffen wie Kohle oder Gas. „Die russischen Raketen
       zielen ganz konkret darauf ab, das Leben der Ukrainer unerträglich zu
       machen“, sagte Selenskyj. (afp)
       
       ## Aus Rumänien kommende Drohne explodiert nahe Gaspipeline in Bulgarien
       
       Eine Drohne, die am Samstagmorgen aus dem Nachbarland Rumänien nach
       Bulgarien eingedrungen ist, ist an der Grenze zwischen den beiden Ländern
       explodiert. „Die Drohne ist in unmittelbarer Nähe des Grenzübergangs Kardam
       zu Rumänien“ nahe dem Schwarzen Meer im Nordosten des Landes „in 1.000
       Metern Entfernung zur Verdichterstation der Transbalkan-Gaspipeline
       explodiert“, teilte der bulgarische Ministerpräsident Rumen Radew mit. Es
       gebe „keine Opfer“, sagte Radew in einem in Onlinediensten verbreiteten
       Video. Die Transbalkan-Pipeline verbindet die Türkei mit der Ukraine. (afp)
       
       ## Berichte: Vier Tote bei russischem Beschuss der Region Kyjiw
       
       Bei russischem Beschuss der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw und Umgebung sind
       nach Behördenangaben mindestens vier Menschen getötet worden, darunter ein
       drei Jahre altes Kind. Im Bezirk Browary der Region Kyjiw hätten russische
       Drohnen ein Haus zerstört, dabei seien ein Großelternpaar und sein kleiner
       Enkelsohn ums Leben gekommen, hieß es am Samstag. Drei weitere Mitglieder
       der Familie sowie eine nebenan wohnende Person seien ins Krankenhaus
       gebracht worden.
       
       Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte mit, dass bei einem
       Angriff mit sechs ballistischen Raketen in der Stadt Kyjiw mindestens ein
       weiterer Mensch getötet worden sei. Die Raketen hätten auf zivile
       Infrastruktur gezielt. Die ukrainische Luftwaffe meldete, sie habe 135 von
       151 Drohnen abgefangen oder abgeschossen, die Russland in der Nacht zum
       Samstag in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine abgefeuert habe. (ap)
       
       ## Drohne dringt im Luftraum von Nato-Staat Bulgarien ein
       
       Im Luftraum des Nato- und EU-Mitgliedstaates Bulgarien ist eine Drohne
       eingedrungen. Das Flugobjekt sei auf bulgarischem Staatsgebiet in einer
       Entfernung von 100 Metern von der rumänischen Grenze explodiert, sagte
       Ministerpräsident Rumen Radew nach einer Sitzung des Sicherheitsrates bei
       der Regierung in Sofia. Die Drohne trug demnach eine erhebliche Menge
       Sprengstoff. Teams der bulgarischen Grenzpolizei und des
       Verteidigungsministeriums des Landes seien dabei, die Herkunft der Drohne
       festzustellen, sagte Radew weiter. Es gebe keine Verletzten und auch keine
       Sachschäden. (dpa)
       
       ## Russland meldet Einnahme von Ortschaft in Region Charkiw
       
       Russland meldet die Einnahme der Ortschaft Iwaniwka in der ukrainischen
       Region Charkiw. Die Streitkräfte hätten die Siedlung unter ihre Kontrolle
       gebracht, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die Angaben
       lassen sich von der Nachrichtenagentur Reuters zunächst nicht unabhängig
       überprüfen. Eine Stellungnahme der Ukraine liegt derzeit nicht vor. (rtr)
       
       ## Ukraine meldet Angriffe auf zwei russische Ölraffinerien
       
       Die Ukraine hat nach Angaben ihres Generalstabs bei nächtlichen Angriffen
       die russischen Ölraffinerien in Ilskij und Sysran attackiert. An beiden
       Standorten seien Brände ausgebrochen, hieß es am Samstag. Die Ukraine
       greift seit Monaten russische Ölanlagen an, um ‌die Fähigkeit Moskaus zur
       Finanzierung des Krieges zu schwächen. (rtr)
       
       ## Russland meldet Angriff auf Waffentransporter im Schwarzen Meer
       
       Russland hat nach eigenen Angaben ein Frachtschiff im Schwarzen Meer mit
       einer Militärdrohne angegriffen. Das Schiff habe Waffen für die
       ukrainischen Streitkräfte transportiert, meldet die Nachrichtenagentur
       Interfax am ‌Samstag unter Berufung auf das russische
       Verteidigungsministerium. Der Angriff habe sich bereits am Freitag östlich
       von Odessa ereignet. Angaben zu möglichen Schäden wurden nicht gemacht.
       Eine Stellungnahme der Ukraine liegt zunächst nicht vor. (rtr)
       
       ## Moskau spricht von Treffer auf Rüstungsfabrik Fire Point
       
       Das russische Militär spricht nach dem nächtlichen Luftangriff auf Kyjiw
       von einem Schlag gegen den ukrainischen Rüstungshersteller Fire Point. Das
       Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, es sei eine
       Produktionsstätte getroffen worden, die Teile und Sprengköpfe für den
       ukrainischen Marschflugkörper FP-5 Flamingo herstelle. Außerdem sei ein
       Treibstofflager vernichtet worden, das die ukrainische Armee beliefere.
       Belege für diese Darstellung lieferte die russische Seite nicht. Der
       Kyjiwer Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb auf Telegram von Berichten
       über brennende Öltanks im Stadtteil Obolon. Schwerpunkt des Luftangriffs
       mit Raketen und Kampfdrohnen war nach ukrainischen Angaben wie schon am
       Donnerstag der Vorort Browary mit seinen Logistikzentren. Drei Menschen
       wurden nach Behördenangaben getötet, aber nicht in Browary, sondern weit
       außerhalb im Dorf Puchiwka, wo eine Drohne das Wohnhaus einer Familie traf.
       
       Die russische Armee listet seit einiger Zeit die angeblichen militärischen
       oder militärindustriellen Ziele ihrer Luftangriffe auf. Überprüfen lässt
       sich dies in den vielen Fällen nicht. Wenn es solche Treffer gibt, ist es
       Informationspolitik der Ukraine, darüber hinwegzugehen. Aufgezählt werden
       Einschläge in zivile Objekte wie Wohnhäuser, Betriebe, Geschäfte oder
       Sozialeinrichtungen. Umgekehrt sprechen auch russische Behörden nur vage
       von abgestürzten Drohnenteilen in nicht näher bezeichneten
       Industriebetrieben, wenn es wahrnehmbare Großbrände beispielsweise in
       Raffinerien gibt. Fire Point ist mit dem Marschflugkörper Flamingo, der
       Langstreckendrohne FP-1 und der Mittelstreckendrohne FP-2 einer der
       wichtigsten einheimischen Lieferanten der ukrainischen Armee.
       
       ## Russland meldet Verletzte nach Drohnenangriff auf Ölraffinerie
       
       Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die Ölraffinerie Ilskij in der
       südrussischen Region Krasnodar ‌sind örtlichen Behörden zufolge fünf
       Menschen verletzt worden. Auf dem Gelände sei ein Feuer ausgebrochen,
       teilen die Behörden mit. Zudem werden Drohnenangriffe auf eine
       Industrieanlage in der russischen Region Samara gemeldet, wie der dortige
       Gouverneur mitteilt. Das Unternehmen wird nicht namentlich genannt. Das
       russische Verteidigungsministerium erklärt, die Luftabwehr habe in der
       Nacht 397 ukrainische Drohnen über mehreren Regionen zerstört. Die ‌Angaben
       der beiden Kriegsparteien können von unabhängiger Seite nicht überprüft
       werden. (rtr)
       
       ## US-Senat billigt Gesetz zu neuen Russland-Sanktionen
       
       Während Russland mit immer weiteren Angriffswellen die Schutzlosigkeit der
       ukrainischen Luftabwehr offenlegt, schürt ein Gesetzesvorstoß des
       US-Parlaments neue Hoffnungen in Kyjiw. Der US-Senat stimmte nach langem
       Tauziehen für ein Sanktionsgesetz, das Moskau wegen seines zerstörerischen
       Angriffskriegs stärker unter Druck setzen soll. Ob das Repräsentantenhaus
       als zweite Parlamentskammer zustimmen wird, ist allerdings ungewiss. In
       Washington votierten die Senatorinnen und Senatoren mit einer deutlichen
       Mehrheit von 86 zu 11 Stimmen für das maßgeblich vom unlängst verstorbenen
       US-Senator Lindsey Graham vorangetriebene Gesetz. Neben direkten Sanktionen
       gegen russische Politiker und Firmen soll es die [1][russischen Öl- und
       Gasexporte] als wichtigste Finanzierungsquelle des Angriffskriegs gegen die
       Ukraine noch stärker eindämmen. Da das Repräsentantenhaus bereits in den
       Ferien ist, wird es voraussichtlich nicht vor September darüber abstimmen.
       
       Die US-Regierung hatte in den vergangenen Monaten Sanktionen gegen
       russische Öllieferungen zeitweise ausgesetzt, um Preissteigerungen auf dem
       Weltmarkt entgegenzuwirken. Auslöser war die Verknappung der Ölreserven,
       nachdem die für den Export aus den Golfstaaten wichtige Straße von Hormus
       infolge des Irankriegs faktisch für den Schiffsverkehr geschlossen worden
       war. Doch mit Blick auf militärische Achtungserfolge der Ukraine und die
       zuletzt immer zerstörerischen Gegenangriffe der Russen setzen sich
       einflussreiche US-Politiker für eine härtere Gangart gegen Moskau ein.
       US-Präsident Donald Trump, dem vorgeworfen wird, Russlands Machtapparat um
       Kremlchef Wladimir Putin nicht genug unter Druck zu setzen, hat bereits
       Unterstützung für das Gesetz angedeutet. Es würde ihn berechtigen, die fünf
       größten Käufer russischer Energieträger mit Sanktionen zu belegen – ebenso
       wie jene fünf Länder, die Russland am meisten dabei helfen,
       Energiesanktionen zu umgehen. Damit könnte es die US-Handelsbeziehungen zu
       China und Indien weiter strapazieren, die große Mengen russischen Erdöls
       beziehen.
       
       In den zwölf Monaten vor dem eigentlichen Inkrafttreten des Gesetzes sollen
       zunächst die fünf größten Abnehmer russischer Energieexporte ins Visier
       genommen und mit Zöllen bis zu 100 Prozent belegt werden. Die Höhe kann mit
       der Zeit angepasst werden – je nachdem, ob ein Land sich bemüht, von
       russischem Öl und Gas loszukommen. Wer die fünf größten Importeure sind,
       soll alle 180 Tage neu ermittelt werden. Bisher schreckte Trump davor
       zurück, China wegen der Energieimporte aus Russland unter Druck zu setzen.
       Auf Waren aus Indien hatte er zeitweise einen Zoll von 25 Prozent wegen der
       Käufe russischen Öls verhängt. Zugleich soll es Ausnahmen für Länder geben,
       deren Einfuhren weniger als 15 Prozent der russischen Erdgasexporte in
       einem Zwölfmonatszeitraum ausmachten – und die Maßnahmen ergreifen, um
       diese Käufe zu reduzieren. „Unsere europäischen Verbündeten sind hier also
       nicht betroffen“, betonte der demokratische Senator Richard Blumenthal
       bereits Mitte Juli. (dpa)
       
       ## Selenskyj dankt Senat – Abgeordnete kritisieren Gesetz
       
       Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bedankte sich beim US-Senat.
       Jedes Signal zur Unterstützung einer schnellstmöglichen Beendigung des
       Kriegs sei wichtig, schrieb er auf der Plattform X. „Echter, starker Druck
       seitens der USA und Sanktionen gegen Russland sind das, was am meisten
       helfen wird.“ Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha nannte das Gesetz
       einen „eindrucksvollen Beweis für die globale Führungsrolle der Vereinigten
       Staaten“. Aus Russland gab es zunächst keine offizielle Reaktion.
       
       Einige Demokraten wie die im Repräsentantenhaus sitzenden Abgeordneten
       Gregory Meeks und Don Beyer kritisierten unterdessen, das Gesetz in seiner
       jetzigen Form würde Trump zu weitreichende Zoll-Befugnisse geben. Auch
       deshalb ist unklar, wie die Abstimmung in der zweiten Parlamentskammer
       ausgehen wird. Die Mehrheitsverhältnisse dort sind äußerst knapp und die
       wichtigen Zwischenwahlen im November erschweren politische Kompromisse.
       
       Die Einigung auf den endgültigen Text fiel vergangene Woche mit dem Besuch
       von Selenskyj in Washington und den Trauerfeierlichkeiten für Graham
       zusammen. In der Debatte vor der Abstimmung sagte die republikanische
       Senatorin Katie Britt nun: „Heute stehen wir zusammen, um zu zeigen, dass
       wir Putin den Geldhahn abdrehen werden.“ Ihr demokratischer Kollege
       Blumenthal beschrieb das Signal an Russland wie folgt: „Heute sagen wir zu
       Wladimir Putin: Du wirst die Ukraine nicht erobern.“ (dpa)
       
       ## Wieder Tote bei Luftangriffen auf Ukraine
       
       Allerdings scheint Russland nach wie vor weit davon entfernt, den
       Angriffskrieg zurückzufahren. Bei neuen Luftangriffen auf die ukrainische
       Hauptstadt Kyjiw und deren Umgebung wurden nach Behördenangaben in der
       Nacht mindestens drei Menschen getötet und mehrere verletzt. Ukrainische
       Medien berichteten über eine Serie von Explosionen, besonders den östlichen
       Vorort Browary habe es schwer getroffen.
       
       Erst in der Nacht zu Mittwoch waren an einer Bahnstation in Browary acht
       Menschen durch russischen Raketenbeschuss getötet worden. Schon dabei
       zeigte sich, wie überfordert die Verteidiger mit den reihenweise
       einfliegenden Geschossen sind: Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe
       setzte die russische Armee Dutzende ballistische Raketen verschiedener
       Typen ein, von denen keine einzige abgefangen werden konnte.
       
       Weil es den Ukrainern nach viereinhalb Jahren Krieg an Munition zur
       Raketenabwehr mangelt, hat Russland seine Angriffe mit ballistischen
       Raketen verstärkt. Sie sind aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit besonders
       schwierig abzufangen. Als effektivste Abwehr gelten die Patriot-Systeme,
       doch der ukrainischen Armee gehen die Abfangraketen aus. Ein Grund dafür:
       Der Krieg der USA und Israels gegen Iran hat die weltweiten
       Munitionsbestände zusätzlich verknappt. Und so wächst in Kyjiw die Furcht,
       dass [2][ungehinderte Raketenangriffe die Infrastruktur] des Landes schwer
       schädigen und den notleidenden Ukrainern einen noch härteren Winter
       bescheren könnten. (dpa)
       
       ## Bericht: EU importiert wieder mehr Flüssiggas aus Russland
       
       Trotz der europäischen Bemühungen um ein Ende der Abhängigkeit von Moskaus
       Energielieferungen ist die Menge von aus Russland in die EU importiertem
       Flüssiggas (LNG) einem Bericht zufolge wieder gestiegen. Die EU-Staaten
       hätten im Juni 14 Prozent mehr LNG aus Russland importiert als ein Jahr
       zuvor, berichtete die Welt am Sonntag unter Berufung auf Daten des
       Forschungszentrums Centre for Research on Energy and Clean Air (CREA). Die
       Einnahmen Moskaus aus dem Verkauf des Rohstoffs stiegen den Angaben zufolge
       auf 60 Millionen Euro pro Tag. Das meiste russische LNG habe Frankreich
       gekauft: Allein im Hafen von Montoir in der Bretagne sei im Juni viermal so
       viel Flüssiggas angekommen wie im Mai. Insgesamt habe russisches Erdgas im
       zweiten Quartal nach Angaben der Denkfabrik Bruegel einen Anteil von 13,4
       Prozent an den gesamten Gaseinfuhren der EU ausgemacht.
       
       Westliche Staaten hatten nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine
       Sanktionen gegen Russland im Energiebereich verhängt. Dennoch wird weiter
       russisches Öl und Gas in die EU geliefert. LNG ist verflüssigtes Erdgas,
       das per Schiff transportiert wird und an Europas Küsten erneut in Gasform
       umgewandelt in die Netze eingespeist wird. Die EU hat sich zum Ziel
       gesetzt, ab 2027 kein Flüssiggas mehr aus Russland zu beziehen. Durch den
       Irankrieg hat sich die Lage am internationalen Gasmarkt aber verschärft,
       weil Teheran die Straße von Hormus gesperrt hat. Dadurch kommt unter
       anderem auch kaum noch Flüssiggas durch die für die Weltwirtschaft wichtige
       Meerenge. (afp)
       
       ## Selenskyj erstmals seit Beginn von Ukrainekrieg in Serbien
       
       Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei seinem ersten Besuch
       seit Beginn des Ukrainekriegs in Serbien seinen Amtskollegen Aleksandar
       Vučić getroffen. Nach seiner Ankunft in Belgrad am Freitagabend traf
       Selenskyj den serbischen Staatschef zu einem Abendessen. Vučić erklärte
       anschließend, er sei überzeugt, der Besuch werde zur Entwicklung der
       Beziehungen und zur stärkeren Zusammenarbeit beider Länder beitragen.
       Serbien ist traditionell eng mit Russland verbunden. Offizielle Gespräche
       der beiden Präsidenten sind für Samstag im Präsidentenpalast geplant.
       Anschließend wollten sie nach Angaben des serbischen Präsidialamts vor die
       Presse treten. Selenskyj kündigte zudem Gespräche mit Regierungschef Djuro
       Macut an.
       
       Themen seien eine Ausweitung der wirtschaftlichen Beziehungen, die
       Beziehungen zur EU und „Sicherheitsfragen“, erklärte Selenskyj im
       Onlinedienst X. Vučić hatte bereits zuvor gesagt, es solle auch um die
       Zusammenarbeit im Energiebereich gehen. Der Besuch ist politisch heikel:
       Serbien gilt als eines der Moskau am nächsten stehenden Länder Europas und
       ist stark von russischen Gaslieferungen abhängig. Den wegen des
       Angriffskriegs gegen die Ukraine verhängten westlichen Sanktionen gegen
       Russland hat sich Belgrad nicht angeschlossen.
       
       Vučić stellte vor Selenskyjs Besuch klar, dass sich daran vorerst nichts
       ändern werde. Serbien habe seine Haltung „vor viereinhalb, fast fünf
       Jahren“ festgelegt und seitdem nicht geändert. „Das wird bis auf Weiteres
       so bleiben“, sagte der Präsident. Ein wichtiger Verbindungspunkt zwischen
       Belgrad und Kyjiw ist allerdings die Kosovofrage. Die Ukraine erkennt die
       2008 erklärte Unabhängigkeit der früheren serbischen Provinz Kosovo nicht
       an. Vučić hat diese Haltung Kyjiws in der Vergangenheit wiederholt gelobt.
       Ein hochrangiger ukrainischer Regierungsvertreter hatte AFP vor der Reise
       gesagt, Kyjiw wolle „die Serben von der Seite Russlands wegziehen“.
       Selenskyjs Besuch sei für Moskau „ein Schlag ins Gesicht“.
       
       Als besonders heikel gelten mögliche Waffenlieferungen. Der russische
       Auslandsgeheimdienst SVR hatte serbischen Rüstungsunternehmen im Mai 2025
       vorgeworfen, trotz der offiziellen Neutralität Belgrads über Drittstaaten
       Munition an die Ukraine zu verkaufen. Vučić kündigte daraufhin an,
       verdächtige Lieferverträge zu stoppen. Später erklärte er, Serbien habe
       sämtliche Ausfuhren von Waffen, Munition und militärischer Ausrüstung
       eingestellt. Zugleich unterhält Belgrad weiterhin Kontakte zu Kyjiw. Vučić
       nahm im Juni 2025 an einem regionalen Gipfel in Odessa teil und reiste im
       Juli erneut nach Kyjiw. Serbien unterstützte die Ukraine zudem mit ziviler
       Hilfe, ohne sich einer gemeinsamen politischen Unterstützungserklärung
       anzuschließen. Offiziell strebt Serbien einen Beitritt zur EU an. Die engen
       Beziehungen zu Moskau und die Weigerung, sich den Sanktionen gegen Russland
       anzuschließen, belasten jedoch das Verhältnis zu Brüssel. (afp)
       
       ## Krim: Tote bei ukrainischem Drohnenangriff
       
       Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf der von Russland annektierten
       Schwarzmeerhalbinsel Krim sind nach Behördenangaben mindestens zwei
       Menschen getötet worden. Bei der Attacke auf einen Wohnblock in der Stadt
       Kertsch habe es auch einen Verletzten gegeben, teilte der von Moskau
       eingesetzte Statthalter, Sergej Aksjonow, bei Telegram mit. Die Krim, die
       auch als Aufmarschgebiet für die russischen Truppen in Moskaus
       Angriffskrieg gegen die Ukraine gilt, sieht sich seit Monaten verstärkten
       Drohnenattacken Kyjiws ausgesetzt. Dabei sterben immer wieder auch
       Zivilisten oder werden verletzt.
       
       Die [3][ukrainischen Drohnenattacken] haben auf der bei Touristen im Sommer
       sonst beliebten Halbinsel auch eine Energiekrise ausgelöst. Immer wieder
       kommt es durch die Attacken auf die Energieinfrastruktur zu langen
       Stromausfällen. Die Angriffe führten außerdem zu einer Benzinkrise, nachdem
       die Ukraine unter anderem Tanker mit Kraftstofflieferungen bombardiert
       hatte. Bewohner klagen über hohe Preise an den Tankstellen und für die
       Lebenshaltung, Hotellerie und Gastronomie klagen über das Wegbleiben von
       Touristen. Die ukrainischen Drohnenstreitkräfte haben den Menschen auf der
       Krim nach einer Befreiung der Halbinsel einen Wiederaufbau in Aussicht
       gestellt. Allerdings halten Experten die militärischen Möglichkeiten Kyjiws
       für derzeit völlig unzureichend, um das Gebiet zurückzuerobern. (dpa)
       
       8 Aug 2026
       
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