# taz.de -- Zuschlag für München: Olympia ist kein Allheilmittel
> Eine Olympia-Bewerbung bedeutet eine Unterwerfung unter das Regime des
> IOC. Ob sie dagegen das Land zusammenbringen kann, ist fraglich.
(IMG) Bild: Und der Gewinner ist: München. Die bayerische Landeshauptstadt darf sich bewerben. Doch der Nutzen Olympias bleibt fraglich
Golf für München! Die Stadt darf sich um die Ausrichtung Olympischer
Sommerspiele bewerben. 2036, 2040 oder 2044 könnten wieder Olympische
Spiele in Deutschland stattfinden. Jetzt muss nur noch das Internationale
Olympische Komitee (IOC) von den Vorzügen der bayerischen Landeshauptstadt
überzeugt werden.
Einfach ist das gewiss nicht. Und es erfordert einen Akt der beinahe
totalen Unterwerfung unter das Regime des IOC. Das fordert jede Menge
staatliche Garantien zur [1][Finanzierung der Spiele] und für die
Sicherheit von Athletinnen und Fans bei dem Megaevent.
Der Bund, das Land Bayern und die Kommune München werden sich großzügig
zeigen. Während in den Etats für Soziales oder Kultur gespart wird, werden
für Olympia die Kassen geöffnet. Lange bevor aus ersten Plänen echte
Konzepte geworden sind, hat Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) bereits ein
Finanzierungsversprechen für die Spiele abgegeben. Für Olympia in
Deutschland scheint kein Preis zu hoch zu sein.
Die Überwachungsfantasien, die ein deutscher Innenminister angesichts so
heikler Großevents wie Olympischer Spiele wird ausleben dürfen, mag man
sich gar nicht ausmalen. Ein geheimdienstlicher Hintergrundcheck für alle
bei Spielen akkreditierten Personen gehört schon lange zum olympischen
Alltag.
Nur allzu oft wurden in der Vergangenheit Sportereignisse dazu benutzt, den
Polizeien neue Instrumente an die Hand zu geben. Bei der [2][Fußball-WM in
2006 stand sogar die Bundeswehr als Sicherheitsreserve bereit], ohne dass
eine eigentlich fällige Diskussion über einen solchen Einsatz des deutschen
Militärs im Inneren geführt worden wäre.
Der Wert Olympischer Spiele für die deutsche Gesellschaft soll all das
Negative aufwiegen, um das auch Münchens grüner Oberbürgermeister Dominik
Krause gewiss weiß. Bei der Mitgliederversammlung des DOSB am Samstag war
ein ums andere Mal von der einigenden Kraft des Sports die Rede. Durch die
Spiele möge das Land wieder zusammenrücken, so ein häufig formulierter
Wunsch.
Doch kann Olympia das wirklich leisten? Die Spiele von Paris scheinen das
Gegenteil zu beweisen. Mit den irren Bildern von Sportlern vor historischen
Kulissen hat Paris in der ganzen Welt viel Zauber verbreitet. D[3][ie
französische Gesellschaft ist zwei gute Jahre danach ebenso gespalten, wie
sie es vorher war.] Sollte also München die Spiele dereinst wirklich
ausrichten, sollte man das Event nicht mit Erwartungen überfrachten.
27 Sep 2026
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## AUTOREN
(DIR) Andreas Rüttenauer
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