# taz.de -- Warnung vor Hamas-Angriff: Kam Sinwars Drohung nicht an?
> Israels Ministerpräsident Netanjahu soll vor dem Terrorangriff des 7.
> Oktober gewarnt worden sein – das aber für sich behalten haben. Stimmt
> das, ist er als Regierungschef untragbar.
(IMG) Bild: Der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Mohammed bin Sajid (l), und Benjamin Netanjahu, Ministerpräsident von Israel
Gerüchte gab es schon lange, aber sie wurden stets als
Verschwörungstheorien abgetan. Wusste Israels Premierminister Benjamin
Netanjahu, dass die Hamas einen Angriff auf Israel plante? Das besagt
[1][eine Recherche der linksliberalen Zeitung Ha’aretz, die in Israel große
Wellen schlägt]. Bis heute hat dort kein offizieller Untersuchungsausschuss
geklärt, warum Israels Geheimdienste und die Armee das Massaker vom 7.
Oktober 2023 nicht verhindern konnten. Netanjahu hat [2][eine unabhängige
Untersuchung stets sabotiert].
Bekannt ist, dass er die Hamas über Jahre hinweg mit Millionenzahlungen aus
Katar stärken ließ, wohl um eine Zweistaatenlösung zu verhindern. Neu ist,
dass seine Regierung und die Hamas vor dem 7. Oktober über Monate
miteinander verhandelt haben sollen. Und dass Scheich [3][Mohamed bin
Zayed, Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate], ihn kurz vor dem
Angriff gewarnt haben soll: Hamas-Chef Jahia Sinwar drohe Israel mit einem
„Erdbeben“, weil die Verhandlungen stockten. Netanjahu soll seine
Geheimdienste und die Armee aber nicht über diese Warnung informiert haben.
Hat Netanjahu die Gefahr unterschätzt? Oder hat er einen Angriff der Hamas
bewusst in Kauf genommen in der Hoffnung, mit einer überschaubaren
Eskalation [4][von seiner Korruptionsaffäre ablenken] und die
[5][monatelangen Proteste gegen seine „Justizreform“] abwürgen zu können,
wie manche spekulieren? So oder so wäre er als Regierungschef untragbar.
Wie die Ha’aretz zudem berichtet, sei er unmittelbar nach dem 7. Oktober
auf das Angebot der Hamas, alle zivilen Geiseln ohne Gegenleistung
freizulassen, nicht eingegangen. Mit anderen Worten: Er habe die Geiseln
geopfert, um die Flucht nach vorn anzutreten und sich [6][in endlose Kriege
zu stürzen].
In Israel trauen viele Netanjahu inzwischen alles zu, auch wenn er alles
dementiert. Aber es gibt immer noch westliche Staatschefs, die Netanjahus
Zynismus unterschätzen. Bundeskanzler Friedrich Merz gehört dazu. [7][Seine
Naivität ist bestürzend]. Am Donnerstag ist Scheich Mohamed bin Zayed in
Berlin zu Gast. Der kann Merz dann aus erster Hand berichten.
9 Sep 2026
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## AUTOREN
(DIR) Daniel Bax
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