# taz.de -- Kinder fragen, die taz antwortet: Warum haben Menschen unterschiedliche Geschmäcker?
       
       > Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche
       > beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Sami, 5 Jahre alt.
       
 (IMG) Bild: Kinder und Erwachsene haben unterschiedliche Geschmäcker
       
       Hmmm, Schokolade, lecker! Rosenkohl? Urx, voll eklig! Was wir essen,
       schmeckt ganz unterschiedlich. Doch woran liegt das und wofür ist das gut?
       Die Antwort liegt uns auf der Zunge: Dort sind Geschmacksknospen verteilt,
       die fünf verschiedene Geschmacksrichtungen erkennen: süß, salzig, sauer,
       bitter und umami. [1][Umami] ist der herzhafte Geschmack von Fleisch, Käse,
       Tomatensoße oder Pommes.
       
       Grundsätzlich sind die unterschiedlichen Geschmäcker nicht dafür da, dass
       wir Essen und Getränke besonders lecker finden. Sie helfen uns zu spüren,
       ob Nahrung genießbar ist. Süß meldet: Die Nahrung hat viel Energie. Eine
       Frucht etwa ist reif genug. Umami bedeutet: Da steckt Eiweiß drin, das wir
       zum Wachsen brauchen. Salzig zeigt Mineralstoffe an, die wir in geringer
       Menge für Muskeln und Nerven brauchen.
       
       Sauer und bitter sind eigentlich Warnsignale. Die Nahrung könnte unreif
       oder verdorben sein. Auf sauer und bitter reagieren unsere
       Geschmacksknospen empfindlicher und vielfältiger als etwa auf süß. Unsere
       Alarmanlage muss uns schließlich zuverlässig davor bewahren, etwas
       Ungenießbares oder sogar Giftiges zu essen oder zu trinken.
       
       Kinder und Erwachsene haben unterschiedliche Geschmäcker. Kinder brauchen
       viel Energie zum Wachsen. [2][Ihr Lieblingsessen] kann ihnen deshalb
       manchmal gar nicht süß genug sein – was Erwachsenen vielleicht viel zu süß
       wäre. Erwachsene hingegen mögen Bitteres wie Kaffee oder Bier, was Kinder
       nicht mögen. Das liegt daran, dass Menschen mit der Zeit lernen, dass nicht
       alles giftig ist, was bitter schmeckt. Geschmack ist also eine Sache der
       Gewohnheit. [3][Darum schmeckt eben auch irgendwann der Rosenkohl], wenn
       man ihn ein paarmal probiert hat.
       
       Vielleicht ist dir noch ein weiterer Geschmack eingefallen. Was ist denn
       mit scharf? Scharf ist eigentlich gar kein Geschmack. In scharfen
       Lebensmitteln steckt der Stoff Capsaicin. Der aktiviert den Alarm auf
       unserer Zunge, der für Hitze zuständig ist. Auch wenn das Essen gar nicht
       zu heiß ist, bekommt das Gehirn die Warnmeldung: Es brennt! Oft werden
       Leute, die sehr scharf essen, dann rot oder beginnen zu schwitzen, weil ihr
       Gehirn für Abkühlung sorgen will. Doch auch an dieses Warnsignal kann man
       sich nach und nach gewöhnen. Scharf essen zu können, ist also keine
       Superkraft, sondern ebenfalls reine Übungssache.
       
       1 Oct 2026
       
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