# taz.de -- Emissionen von Plug-in-Hybriden: Immer öfter im Verbrennermodus
> Die Batterien von Plug-in-Hybriden werden besser – und die Autos immer
> klimafreundlicher? In der Theorie ja. Doch eine Studie zeigt: Das stimmt
> so nicht.
(IMG) Bild: Wirbelt auch Staub auf und stinkt wie ein Verbrenner: Plug-in-Hybride
afp | Plug-in-Hybrid-Autos stoßen im realen Verkehr deutlich mehr CO₂ aus,
als von den Herstellern angegeben wird – und die Lücke wird [1][einer
Studie zufolge] immer größer. Bei Autos, die 2021 zugelassen wurden, sind
die realen Emissionen im Schnitt 3,5-mal höher als angegeben, wie die
Organisation International Council on Clean Transportation (ICCT) am
Donnerstag mitteilte. Bei 2023 zugelassenen Wagen stieg die Lücke auf das
4,6-Fache.
Plug-in-Hybride verfügen über einen Verbrennermotor und zusätzlich über
eine Batterie, die extern aufgeladen werden kann. Wegen der Möglichkeit,
zumindest streckenweise rein batterieelektrisch zu fahren, gelten sie als
umweltfreundlicher als reine Verbrenner oder Hybrid-Autos ohne aufladbare
Batterie. Den ICCT-Expert:innen zufolge wird die Batterie in Realität
jedoch nur für einen vergleichsweise geringen Anteil der Fahrleistung
genutzt. Umweltschützer:innen kritisieren schon länger, dass
Plug-in-Hybride dennoch [2][im Rahmen der Kaufprämie für E-Autos gefördert]
werden.
Für die Studie wurden laut ICCT Daten zum Kraftstoff- und Energieverbrauch
von rund 920.000 Plug-in-Hybriden ausgewertet, die von 2021 bis 2023
zugelassen wurden. Nach EU-Vorgaben werden diese Informationen
standardmäßig vom Bordcomputer gesammelt. Die Auswertung kommt zu dem
Schluss, dass Plug-in-Hybride im Schnitt nur über rund 20 Prozent der
gefahrenen Strecke elektrisch angetrieben wurden.
Die offiziellen Fahrzeugdaten, auf denen auch die Angaben zu den
durchschnittlichen CO₂-Emissionen beruhen, gehen hingegen von rund 80
Prozent E-Anteil aus. Da die Fahrzeuge in Realität zu sehr [3][viel
größeren Anteilen per Verbrennungsmotor laufen], sind auch die realen
Emissionen deutlich höher.
## Je besser die Batterie, desto geringer der E-Anteil
Und diese Lücke steigt mit der theoretischen Reichweite der eingebauten
Batterien: Verfügen die Autos über [4][eine bessere Batterie], wird in den
offiziellen Daten davon ausgegangen, dass auch der Anteil des reinen
E-Betriebs des Fahrzeugs steigt. Der Auswertung der realen Daten zufolge
ist jedoch das Gegenteil der Fall – je neuer das Auto und je besser die
Batterie, desto geringer der E-Anteil.
„Es mag kontraintuitiv erscheinen, doch neue Modelle mit größerer
elektrischer Reichweite haben in der Praxis nicht zu einem höheren Anteil
an elektrischem Fahren geführt“, erklärte ICCT-Europa-Chef Peter Mock.
„Infolgedessen stimmen die niedrigeren offiziellen CO₂-Werte, die den
Fahrzeugen zugewiesen werden, nicht mit den [5][tatsächlichen Emissionen im
Straßenverkehr] überein.“
2027 ist eine Überarbeitung der [6][EU-Vorgaben für die Abgasausweisung]
von Autos geplant. Mock fordert, dies zu nutzen, um die Lücke zu verringern
und „die offiziellen Berechnungen näher an die realen Emissionen
heranzuführen“.
3 Sep 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://theicct.org/publication/fair-game-restoring-technology-neutrality-through-plug-in-hybrid-utility-factor-adjustment-sept26/
(DIR) [2] /Kaufpraemie-fuer-E-Autos/!6203475
(DIR) [3] /Dienstwagen-von-Politikerinnen/!6209092
(DIR) [4] /Elektromobilitaet-und-Strommarkt/!6195403
(DIR) [5] /Deutsche-Emissionen-2025/!6143401
(DIR) [6] https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Artikel/Energie/energieverbrauchskennzeichnung-von-pkw.html
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