# taz.de -- Wahlen in MV und Berlin: Schwesig rückt der AfD auf die Pelle
       
       > Die SPD liegt laut einer neuen Umfrage in Mecklenburg-Vorpommern nur noch
       > drei Prozentpunkte hinter der AfD. Berlin erscheint aktuell unregierbar.
       
 (IMG) Bild: Rot knapp hinter Braun: Die SPD ist der AfD wieder auf der Fersen
       
       Eine neue Umfrage vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern lässt
       erstmals seit Monaten fraglich erscheinen, ob die AfD am Ende die Nase
       vorne haben wird. Zwar bleibt die Partei mit 35 Prozent weiter an erster
       Stelle. Allerdings liegt die SPD von [1][Ministerpräsidentin Manuela
       Schwesig] nur noch 3 Punkte dahinter und kommt jetzt auf 32 Prozent.
       
       Die Momentaufnahme gut zwei Wochen vor der Wahl am 20. September wurde vom
       Umfrageinstitut Infratest im Auftrag des NDR erstellt. Die Bedeutung der
       Zahlen wird besonders deutlich, wenn man sie mit den Werten der vorherigen
       Umfragen vergleicht.
       
       Vor genau einem Jahr wurde die SPD von Infratest noch bei 19 Prozent
       gesehen. Die AfD war damals mit 38 Prozent doppelt so stark. Seither hat
       die SPD beständig aufgeholt. Im Januar lag sie bei 25, im Juli bei 29 und
       jetzt bei 32 Prozent.
       
       Parallel ist die CDU von 13 Prozent vor einem Jahr auf ihren bisher
       tiefsten Umfragewert überhaupt abgesackt. Sie liegt bei nur noch 8 Prozent.
       Das könnte auch eine Folge von [2][taktischem Wahlverhalten] sein. Schon
       bei Landtagswahlen hat sich gezeigt, dass Wähler:innen in der Mitte zur
       stärksten Konkurrentin der AfD neigen, wenn die Chance besteht, dass sie am
       Ende vor den Rechtsextremen landet.
       
       Ob das die SPD mit ihrer in Mecklenburg-Vorpommern prominenten
       Spitzenkandidatin schafft, ist aber weiterhin offen. Zwar sieht eine nur
       einen Tag zuvor von der Ostsee-Zeitung veröffentlichte Forsa-Umfrage die
       SPD ebenfalls deutlich im Aufschwung. Dort liegt sie aber erst bei 28
       Prozent, 9 Prozentpunkte hinter den Braunen.
       
       Derzeit regiert Schwesig in einer rot-roten Koalition. Ob sie diese
       fortsetzen kann, hängt unter anderem davon ab, ob die Grünen wieder in den
       Landtag einziehen. Sie werden von mehreren Instituten beständig bei 5
       Prozent gesehen. Bleiben sie im Parlament, würde es voraussichtlich für
       eine [3][rot-rot-grüne Koalition] reichen.
       
       Berlin unregierbar
       
       Eine neue Umfrage für die ebenfalls am 20. September stattfindende
       Abgeordnetenhauswahl in der Bundeshauptstadt zeigt, dass dort weiterhin
       nahezu alles möglich ist. Die auch von Infratest auch für Berlin erstellte
       Momentaufnahme sieht etwas überraschend die CDU wieder vorne – mit nur 21
       Prozent.
       
       Die bisher bei einigen Umfragen führende Linkspartei hingegen verliert
       demnach volle 3 Prozentpunkte gegenüber der letzten Umfrage von Juli und
       fällt auf 19 Prozent. Damit liegt sie noch knapp vor den Grünen, die sich
       auf 18 Prozent verbessern können.
       
       Diese drei Parteien dürften das Rennen um die nächste Regierungschef:in
       im Roten Rathaus unter sich ausmachen. Die SPD spielt dabei keine Rolle
       mehr, sie ist bei Infratest auf 11 Prozent gefallen. Für die künftige
       Politik Berlins wird sie dennoch entscheidend sein, da alle drei
       potenziellen Kandidat:innen ihre Unterstützung bräuchten.
       
       Da keine demokratische Partei mit der AfD zusammenarbeiten will, bleiben
       rechnerisch zwei Bündnisse mögliche: Schwarz-Grün-Rot mit [4][Stefan Evers
       (CDU)] an der Spitze. Die Grünen haben allerdings verlautbart, dass sie die
       [5][CDU in die Opposition schicken] wollen.
       
       Die andere Möglichkeit wäre eine rot-grün-rote Koalition – entweder unter
       der Führung von [6][Elif Eralp (Linke)] oder von [7][Werner Graf (Grüne)].
       [8][SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach] hatte einer Koalition mit der
       Linkspartei zuletzt allerdings [9][eine Absage erteilt].
       
       Nähme man all diese Ausschlussversprechen ernst, wäre Berlin unregierbar.
       
       3 Sep 2026
       
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