# taz.de -- Priens Kitagesetz: Bildungsministerin will Kitas stärken und senkt die Mittel
> Karin Prien will Sprachstandsprüfungen bis fünf Jahre verpflichtend
> machen. Grüne und Linke kritisieren das ohnehin schon niedrige Budget.
(IMG) Bild: Aus weniger mehr machen: Karin Priens Logik besticht durch ihr simples Denken
afp/taz | Der Bund will die Qualität in Kitas bundesweit stärker
angleichen. Ein Hauptpunkt des Gesetzentwurfs von Bildungsministerin
[1][Karin Prien] (CDU) ist eine verbindliche Entwicklungs- und
Sprachstandsprüfung. Bei jedem Kind in einer Kita soll spätestens zum
fünften Lebensjahr festgestellt werden, wie es sich sprachlich, motorisch
und mathematisch entwickelt. Auch bei Kindern, die bis fünf keine Kita
besuchen, soll der Sprach- und Entwicklungsstand untersucht werden.
Wird Förderbedarf festgestellt, soll es entsprechende Hilfeleistungen
geben. 30 Minuten pro Woche werden für die Planung und Begleitung dieser
Förderung vorgesehen. „Die Schere zwischen Kindern mit niedrigem und hohem
sozio-ökonomischen Status öffnet sich schon vor dem Schuleintritt und kann
danach kaum mehr geschlossen werden“, zitiert afp die Bildungsministerin.
Kitas, die besonders viele Kinder in schwierigen Lebenslagen betreuen,
sollen zusätzlich unterstützt werden. Mindestens zehn Prozent der Kitas in
jedem Bundesland sollen zusätzliche Erzieher*innen und
Sozialarbeiter*innen erhalten. Der Gesetzentwurf will den Übergang
von der Kita in die Schule verbessern. Die Ergebnisse der
Entwicklungsfeststellung sollen deshalb an die aufnehmende Grundschule
übermittelt werden.
## 2027 soll Gesetz in Kraft treten
Finanziell sollen die Länder über eine veränderte Umsatzsteuerverteilung
entlastet werden. Der Gesetzentwurf soll das bisherige Kita-Qualitäts- und
Teilhabeverbesserungsgesetz 2027 ersetzen. Nach dem Gesetzentwurf will der
Bund von 2027 bis 2034 insgesamt 9,25 Milliarden Euro bereitstellen, wobei
die Beiträge gestaffelt herausgegeben werden.
Ursprünglich hatte der Bund 2025 und 2026 jährlich zwei Milliarden Euro für
die Qualitätsförderung an Kitas bereitgestellt. Dieser Beitrag würde im
Gesetzesentwurf bis 2034 bei im Durchschnitt rund einer Milliarde Euro pro
Jahr deutlich sinken. Anja Reinalter, die bildungspolitische Sprecherin der
Grünen-Fraktion, kritisiert das Bildungsministerium dafür: „Die
Bundesregierung spart damit an der frühkindlichen Bildung und halbiert die
Bundesmittel.“ Kitas werden nicht nur aufgrund [2][der sinkenden
Geburtenrate] schließen.
## Linke und Grüne empört über Kürzungen
Auch die Linke ist empört über die Streichung der Mittel. „Bei den Kitas
brennt die Hütte“, sagte Heidi Reichinnek. Der Betreuungsschlüssel sei
jetzt schon schlecht, die Auflagen erschweren die Existenz der Kitas. Die
SPD hingegen befürwortete den Gesetzentwurf des Bildungsministeriums: „Die
Bundesregierung stellt die Weichen für mehr Bildungsgerechtigkeit und
bessere Qualität in der Kindertagesbetreuung.“
Dass Bildungschancen in Deutschland stark von der sozialen Herkunft
abhängen, ist kein neues Problem. Der nationale Bildungsbericht 2026 zeigt,
dass Unterschiede durch die Herkunft bereits im Kleinkindalter entstehen
und sich über die weitere Bildungslaufbahn fortsetzen. Auch im
internationalen Vergleich ist der Zusammenhang deutlich. Bei der letzten
[3][Pisa-Studie] war der Leistungsabstand zwischen sozial privilegierten
und benachteiligten Jugendlichen in Deutschland größer als im
OECD-Durchschnitt.
2 Sep 2026
## LINKS
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(DIR) [2] /Kindermangel-an-Berliner-Kitas/!6197532
(DIR) [3] /Pisa-Schock-fuer-deutsche-Schuelerinnen/!5974146
## AUTOREN
(DIR) Gustav Cattapan
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