# taz.de -- Angriff auf Umspannwerk in Brandenburg: Spurensuche nach Kurzschlüssen läuft
       
       > Beim Sabotageversuch in Brandenburg sei „leitfähiges Material“
       > eingebracht worden, erklärt Innenminister Redmann. Die Tat unterscheide
       > sich von den Stromanschlägen in Berlin.
       
 (IMG) Bild: Polizeieinsatz in Südbrandenburg nach Sabotageversuch an einem Umspannwerk
       
       dpa | Nach der Sabotage am Stromnetz in Südbrandenburg fordert
       Landesinnenminister Jan Redmann (CDU) einen besseren Schutz der kritischen
       Infrastruktur. „Wir sichern diese Bereiche nicht ausreichend, weil sie in
       einer Zeit errichtet wurden, in der es eine andere Bedrohungslage gab“,
       sagte er im ZDF-Morgenmagazin. „Und wir müssen hier schnell nachrüsten.“
       
       Die kritische Infrastruktur in Deutschland sei vielgestaltig, sagte
       Redmann. Er nannte Flughäfen, Tausende Kilometer Stromleitungen,
       Telekommunikationsinfrastruktur sowie Gas- und Wasserversorgung. „Und wir
       sind in all diesen Bereichen zu gefährdet.“
       
       „Wir müssen schnell dafür sorgen, dass die Betreiber ihre eigenen
       Einrichtungen besser sichern können. Auch mit Befugnissen, die gegenwärtig
       nur die Polizei hat“, sagte Redmann. Etwa die Befugnis, Drohnen abwehren zu
       können oder intelligente Videoüberwachung einzusetzen. Man könne nicht
       neben jeden Hochspannungsmasten einen Polizisten stellen.
       
       Am Dienstagmorgen [1][hatten Unbekannte versucht, nahe dem Kohlekraftwerk
       Jänschwalde Kurzschlüsse zu erzeugen]. „In zwei Fällen ist es gelungen,
       leitfähiges Material in die Höchstspannungsleitung einzubringen“, so der
       Minister. „In einigen weiteren Fällen ist das glücklicherweise nicht
       gelungen.“
       
       ## Wie spezialisiert war das Wissen der Täter?
       
       Die Polizei sucht vor Ort weiter nach Spuren, um die Täter ermitteln zu
       können. Bis Dienstagabend sei eine zweistellige Zahl an „Vorrichtungen“
       gefunden worden.
       
       Klar sei: Es habe sich um ein systematisches Vorgehen gehandelt. Zunächst
       blieb unklar, ob es sich um selbst gebastelte Flugkörper oder hergestellte
       Raketen handelte.
       
       Im Fokus der Ermittler steht nun unter anderem, wie spezialisiert das
       Wissen der Täter gewesen ist. „Ob es beispielsweise Bauanleitungen für
       solche Geräte auch im Internet gibt“, sagte Redmann. Das sei „kein
       Kinderstreich“ gewesen. Es gebe Unterschiede in der Tatbegehung zu den
       Anschlägen auf das Tesla-Werk oder zum Stromausfall in Berlin, sagte
       Redmann. Das sei möglicherweise ein anderes Vorgehen.
       
       ## Redmann spricht von „hybrider Bedrohung“
       
       „Wir können gegenwärtig keine Täterschaft ausschließen“, sagte er. Es
       handle sich aber um eine wichtige Verbindung in der
       Nord-Süd-Energieversorgung. Ziel des Anschlags könne daher auch gewesen
       sein, die Stromversorgung in Deutschland zu destabilisieren und für
       großflächige Ausfälle zu sorgen. „Das ist hybride Bedrohung, die wir da
       gegenwärtig erleben, und insofern können wir auch nicht ausschließen, dass
       fremde Mächte dahinterstecken.“
       
       Auch in Nordrhein-Westfalen [2][wird nach einer Störung an einem
       Umspannwerk ermittelt]. Die Störung in Bergheim bei Köln ist nach ersten
       Erkenntnissen der Polizei vorsätzlich verursacht worden.
       
       2 Sep 2026
       
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