# taz.de -- Hacker-Angriff auf Berliner Verwaltung: „Das Land lässt sich nicht erpressen“
       
       > Die schwarz-rote Landesregierung will nicht auf die Forderung nach zwei
       > Millionen Euro eingehen. Derzeit werden laut Senat alle Systeme
       > untersucht.
       
 (IMG) Bild: Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) gibt die Erpressung nach Hackerangriff bekannt
       
       Der schwarz-rote Senat will weiterhin nicht auf Geldforderungen nach dem
       [1][Hacker-Angriff auf die Berliner Verwaltung] eingehen. „Das Land Berlin
       wird sich nicht erpressen lassen“, sagte Senatssprecherin Christine Richter
       am Dienstag in der Pressekonferenz nach der Sitzung der Landesregierung.
       
       [2][Regierungschef Kai Wegner (CDU) hatte Ende voriger Woche von dem
       Erpressungsversuch berichtet.] Demnach fordern bislang Unbekannte
       umgerechnet rund 2 Millionen Euro in der Kryptowährung Bitcoin. Andernfalls
       wollen sie kommenden Freitag sensible Daten veröffentlichen. Dazu gehören
       laut Sprecherin Richter auch persönliche Daten und Passwörter.
       
       Dass in großem Masse Daten aus der Landesverwaltung abflossen, war am 14.
       August bekannt geworden. Passiert sein soll das bereits vom 7. bis zum 12.
       August. Laut Richter beschränkte sich der Zugriff auf zwei
       Senatsverwaltungen: die für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt und
       die für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen.
       
       Alles, was in irgendeiner Weise die am 20. September anstehende [3][Wahl
       zum Abgeordnetenhaus] und zu den Bezirksverordnetenversammlungen angeht,
       soll nicht betroffen sein. Von Innensenatorin Iris Spranger (SPD) war
       bereits am Freitag zu hören, diese sogenannte Wahlumgebung sei „zu 100
       Prozent abgesichert“.
       
       Für andere Bereiche sind entsprechende Untersuchungen noch im Gange. Alle
       Systeme der Landesverwaltung müssen der Sprecherin zufolge durchleuchtet
       werden. „Im Land Berlin gibt es 12.000 dieser Systeme, und das dauert, die
       zu untersuchen“, sagte Richter. Einen Termin, wann dieser Vorgang
       abgeschlossen sein soll, nannte sie nicht. Sie versprach jedoch: „Es wird
       24/7 (rund um die Uhr; d. taz) daran gearbeitet.“
       
       ## Kein Zugang aus dem Homeoffice
       
       Die betroffenen Senatsverwaltungen, die zwischenzeitlich komplett
       abgeschaltet waren, sind nach Richters Worten wieder per E-Mail zu
       erreichen. Nicht möglich ist weiterhin, dass sich Mitarbeiter der
       Landesverwaltung aus dem Homeoffice ins Netz der Verwaltung einwählen. In
       der Senatssitzung hatte der im Roten Rathaus für Digitalisierung zuständige
       Staatssekretär Florian Hauer (CDU) die Landesregierung informiert.
       
       Hinter dem Angriff auf die Verwaltung steht offenbar eine Gruppe, die sich
       „Rhysida“ nennt. Die hat nach eigener Darstellung unter anderem Daten zu
       80.000 Ordnungswidrigkeitsverfahren und 46.500 Verträge abgegriffen.
       Außerdem soll sie nun Zugang zu 11.000 vertraulichen Dokumenten, 12.000
       Telefonnummern, 16.000 E-Mails und 150 IBAN-Kontonummern haben. Davon
       persönlich betroffen sein sollen 12.000 Menschen.
       
       1 Sep 2026
       
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