# taz.de -- Milliarden-Vergleich von Meta in den USA: Ringen um Jugendschutz in sozialen Medien entfacht
       
       > Der milliardenschwere Vergleich von Meta in den USA schürt weltweit
       > Diskussionen über den Jugendschutz in sozialen Medien.
       
 (IMG) Bild: Der Meta-Konzern ist mit der Zahlung von annähernd 17 Milliarden Dollar einem Prozess entgangen
       
       rtr | Der milliardenschwere Vergleich von ‌Meta in den ‌USA befeuert das
       weltweite Ringen um den Jugendschutz in den sozialen Medien. Der Schritt
       zeige, dass die Konzerne junge Menschen durchaus vor suchtfördernden
       Funktionen schützen könnten, dies aber bewusst nicht täten, erklärte die
       australische Kommunikationsministerin Anika Wells am Donnerstag. Ihr Land
       habe deshalb bereits als eines der ersten weltweit ein Mindestalter für
       soziale Medien eingeführt. In Australien prüft zudem eine Anwaltskanzlei
       eine mögliche Sammelklage gegen den Facebook- und Instagram-Mutterkonzern.
       
       Das Unternehmen von Mark Zuckerberg hatte am Mittwoch einem Vergleich mit
       ‌fast allen US-Bundesstaaten zugestimmt, um einen Prozess um das angebliche
       Suchtpotenzial seiner Plattformen abzuwenden. Der Konzern zahlt binnen 10
       Jahren insgesamt knapp 17 Milliarden Dollar und verpflichtet sich zu
       weitreichenden Änderungen. Dazu gehören ein voreingestelltes
       Zwei-Stunden-Limit pro Tag [1][für Nutzer unter 18 Jahren] sowie eine
       nächtliche Zugangssperre. Meta wies im Zuge der Einigung jegliches
       Fehlverhalten zurück.
       
       Die EU-Kommission geht ebenfalls gegen Meta vor und verwies am Donnerstag
       auf eine eigene Untersuchung. Die Brüsseler Behörde hatte im Mai 2024
       [2][ein Verfahren] wegen des suchtfördernden Designs von Facebook und
       Instagram eingeleitet und ist vorläufig zu dem Schluss gekommen, dass Meta
       gegen das Gesetz über digitale Dienste (DSA) verstoßen hat. Der polnische
       Digitalminister Krzysztof Gawkowski forderte ‌die Kommission auf, eine
       Strafe von 250 Millionen Euro gegen Meta zu verhängen.
       
       Reaktionen gab es auch aus anderen Ländern: Der zuständige Minister der
       Philippinen, Henry Aguda, erhofft sich von dem Vergleich Rückenwind für
       seine Gespräche mit dem Konzern. ⁠Die südkoreanische Medienaufsicht
       forderte, dass die von Meta zugesagten Maßnahmen für junge Nutzer weltweit
       gelten müssen.
       
       [3][Das in Australien seit Ende 2025 bestehende Verbot] sozialer Medien für
       unter 16-Jährige wird jedoch nur lückenhaft durchgesetzt. Studien zufolge
       sind Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes 80 Prozent der ‌Minderjährigen
       weiter auf ‌den Plattformen aktiv.
       
       Die auf Sammelklagen spezialisierte Kanzlei Shine Lawyers erklärte, sie
       prüfe nun, ⁠ob auch in Australien rechtliche Ansprüche im Zusammenhang mit
       der Gestaltung der Plattformen bestünden. „Wenn australische Familien
       betroffen sind, verdienen sie Antworten“, sagte Craig Allsopp, der bei der
       Kanzlei den ‌Bereich Sammelklagen leitet. In den USA sehen sich Anbieter
       ‌sozialer Medien mit Tausenden Klagen von Einzelpersonen, Schulbezirken und
       Behörden konfrontiert.
       
       27 Aug 2026
       
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