# taz.de -- Vor der Wahl in Sachsen-Anhalt: Zuwachs für das antifaschistische Bollwerk
       
       > Eine neue Umfrage zeigt leichte Zugewinne für SPD und Grüne. Die könnten
       > wahlentscheidend sein. Ohne Umfragen wären Wähler:innen
       > orientierungslos.
       
 (IMG) Bild: Plakative Anleitung mit Erfolg: Campact-Aufsteller vor dem Magdeburger Landtag
       
       Beeinflussen Umfragen den Wahlausgang? Aber ja. Das jüngste Beispiel dafür
       findet man gerade in Sachsen-Anhalt. Laut dem gerade [1][von der ARD
       veröffentlichen Sachsen-Anhalt-Trend] gab es zwar nur minimal
       Verschiebungen – aber die haben es sich in. Die AfD hat gegenüber der
       letzten Umfrage von infrast dimap im Juli nochmal einen Prozentpunkt
       zugelegt und liegt bei 42 Prozent. Dennoch steht sie so nackt da wie lange
       nicht. Weil sich Wähler:innen offenbar an Wahlumfragen orientieren.
       
       Denn neben der AfD haben auch SPD und Grüne je einen Punkt zugelegt. Das
       könnte wahlentscheidend sein. Wenn beide über die Fünfprozenthürde kommen,
       reichen die 42 Prozent der AfD nicht zur absoluten Mehrheit.
       
       Die [2][Kampagnen von zivilgesellschaftlichen Organisation wie Campact für
       eine taktische Stimmabgabe] zeigen offenbar Wirkung. Denn CDU und Linke
       sind laut Umfrage im Gegenzug etwas zurückgefallen. Man darf davon
       ausgehen, dass ein Teil ihrer Anhänger:innen so klug ist, das Kreuz bei
       SPD und Grünen zu setzen, damit diese in den Landtag als Teil eines
       antifaschistischen Bollwerks einziehen. Ohne die Umfrageergebnisse würden
       sie im politischen Nebel tapsen – davon würden in diesem Fall die
       Rechtsextremen profitieren.
       
       Gerade weil Umfragen eine Orientierung bieten, muss man sie auch mit
       Vorsicht bewerten. Es ist keine Überraschung, dass in diesem Jahr besonders
       viele Umfragen vom Institut Insa kommen, ein Großteil davon im Auftrag der
       AfD-Fanbasis Nius. Deren Werte unterscheiden sich nur in Nuancen von den
       seriösen Umfragen. Aber gerade diese Nuancen können – siehe oben –
       entscheidend sein.
       
       Sicher ist bei dieser Wahl sowieso nichts. Denn auch diese Umfrage kann
       Wahlentscheidungen beeinflussen. Wenn nur ein paar taktisch grün Wählende
       nun denken, die Partei liege sicher bei 6 Prozent, und dann doch nicht für
       sie stimmen, könnte die Taktik der taktischen Wahlinitiativen nicht mehr
       aufgehen. Und wenn sich umgekehrt jetzt AfD-Fans besonders angespornt
       fühlen, weil die Chance zur Machtübernahme schwindet, könnten die Braunen
       am Wahlsonntag noch durch die Decke schießen.
       
       Wie sehr sich das Ergebnis von Umfragen unterscheiden kann, hat
       ausgerechnet die vergangene Sachsen-Anhalt-Wahl gezeigt. Da landete die CDU
       nach einem Schlussspurt weit vor der AfD und holte fast 10 Prozentpunkte
       mehr, [3][als teils laut Umfragen erwartet wurde]. Nicht weil die falsch
       waren, sondern weil das Motor einer Wahlumentscheidung war. Das kann sich –
       in jede Richtung – am 6. September wiederholen.
       
       27 Aug 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend/deutschlandtrend-vorwahl-sachsen-anhalt-100.html
 (DIR) [2] /Drohende-AfD-Mehrheit/!6202701
 (DIR) [3] /Einfluss-von-Umfragen-auf-Wahl/!5773270
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Gereon Asmuth
       
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