# taz.de -- Krieg zwischen USA und Iran: Trump probiert's mit schärferen Sanktionen
> Die USA rufen einen „ökonomischen D-Day“ gegen die Islamische Republik
> aus. Die Sanktionen fallen dann allerdings weniger hart aus als von
> manchen erwartet.
(IMG) Bild: US-Finanzminister Scott Bessent: Die USA wollen Iran mit neuen Sanktionen wirtschaftlich noch weiter isolieren
Die US-Regierung um Präsident Donald Trump will mit neuen
Wirtschaftssanktionen den Druck auf Iran und seine Handelspartner erhöhen.
Iran soll so weltweit weiter isoliert werden. Gleichzeitig droht die
Trump-Regierung Teherans Partnern mit Sekundärsanktionen.
„Wir starten einen [1][wirtschaftlichen Großangriff] auf die weltweiten
Finanzverbindungen Irans“, sagte US-Finanzminister Scott Bessent bei der
Vorstellung des neuen Sanktionspakets, welches den Namen „Operation
Economic Outcast“ – also „Operation wirtschaftlicher Ausgestoßener“ trägt.
Bessent erklärte, dass Trump mit verschiedenen Staatschefs Gespräche führen
werde, um diese davon zu überzeugen, ihre wirtschaftlichen Beziehungen mit
Iran zu beenden. Ziel sei es den Geldhahn der iranischen Führung und der
Islamischen Revolutionsgarden abzudrehen. „Wir stimmen uns mit jedem Land
ab, um unsere Erwartungen zu verdeutlichen“, so Bessent während einer
Pressekonferenz am Montag.
Trump hatte bereits vergangene Woche angekündigt, dass die USA den
wirtschaftlichen Druck auf Iran erhöhen wollen. Er versprach, einen
„wirtschaftlichen D-Day“ gegen Teheran zu entfesseln.
## Die wichtigsten Handelspartner Irans
Die Trump-Regierung hofft, dass die neuen Maßnahmen, die bereits schwer
angeschlagene iranische Wirtschaft weiter in die Knie zwingen werden.
Außerdem geht den USA laut Berichten langsam die Munition aus, um einen
langfristigen militärischen Konflikt mit Iran zu führen.
Die Ankündigung der Sanktionen durch das amerikanische Finanzministerium
enthielt zunächst kaum Einzelheiten und nannte auch keine Länder, denen
Sekundärsanktionen drohen könnten. Später veröffentlichte die US-Regierung
mehr Details: Daraus war zu entnehmen, dass die neuen Sanktionen mehrere
türkische und indische, [2][aber auch in China und Hongkong ansässige
Unternehmen] treffen werden.
Diese haben laut US-Regierung unter anderem den Verkauf von [3][iranischem
Öl] unterstützt. Mit den Erlösen soll die iranische Regierung ihre
„destabilisierende Aktivitäten“ finanziert haben.
China, die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate gehören zu den
wichtigsten Handelspartnern Irans. Die Emirate gaben bereits vergangene
Woche bekannt, dass sie sämtlichen Handel, geschäftlichen Austausch sowie
alle Finanztransaktionen mit Iran bis auf Weiteres aussetzen werden.
Kurz vor der Bekanntgabe der neuen US-Sanktionen behauptete der iranische
Parlamentspräsident Mohammad Bagher Qalibaf, dass die Vereinigten Staaten
wirtschaftlich nicht in der Lage sein würden, die Beziehungen Teherans zu
anderen Ländern weiter einzuschränken.
## China bislang nicht von Sekundärsanktionen betroffen
Vor allem die Möglichkeit, dass die US-Regierung Sekundärsanktionen gegen
China verhängen könnte, sorgte im Vorfeld für viel Spekulation.
Sekundärsanktionen bedeutet: Drittstaaten, die das Umgehen der
Primärsanktionen in ihrem Gebiet dulden, könnten mit Konsequenzen belegt
werden.
Die Beziehung zwischen Washington und Peking ist seit Langem angespannt.
Nachdem es im vergangenen Jahr zu einem eskalierenden Handelskonflikt
zwischen den beiden größten Wirtschaftsnationen gekommen war, existiert im
Moment ein instabiler Handelsfrieden.
Bessent deutete am Montag an, dass China von möglichen Sanktionen nicht
ausgenommen sei. Wer „Transaktionen ermögliche“ und „Teil des Ökosystems,
das iranisches Öl in Geld – und damit in Unterdrückung – verwandelt“ sei,
werde ins Visier genommen, so Bessent. Für Ende September ist ein Treffen
[4][zwischen dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping und Trump in
Washington geplant.]
## Krieg in Iran, Krieg im Libanon
Für Trump und die republikanische Mehrheit im US-Kongress wird der
Iran-Krieg derweil immer mehr zu einem Problem. In der Straße von Hormus
ist der Schiffsverkehr wegen iranischer Angriffe auf Handelsschiffe sowie
eine US-Seeblockade deutlich gesunken. Das hat zu weltweiten
Beeinträchtigungen und Preissteigerungen geführt.
[5][Und auch im Libanon scheint der zwischen Israel und der von Iran
unterstützten Hisbollah geführte Kampf] kein Ende zu nehmen. Auch bezüglich
dieses Konflikts haben die USA jüngst neue Sanktionen erlassen, gegen zehn
Personen wegen ihrer Verbindungen zur Hisbollah. Sie sollen über
kommerzielle Flüge über die Türkei und die Emirate Bargeld an die
Miliz-cum-Partei im Libanon geliefert haben. Mit dem Sanktionspaket wird
die Hisbollah außerdem nicht mehr als eigenständige Miliz im Libanon
gesehen, sondern als Fraktion der Iranischen Revolutionsgarden eingestuft.
Die neue Klassifizierung könnte Libanons Regierung weiter unter Druck
setzen. Washington fordert, dass nicht nur der militärische Flügel der
Hisbollah, sondern auch ihre zivilen Strukturen im Sozial-, Gesundheits-
und Bildungswesen sowie die politische Partei aufgelöst werden.
Die Sanktionen könnten außerdem Israels Premierminister Benjamin Netanjahu
in die Karten spielen. Er möchte Trump überzeugen, ihm grünes Licht für
stärkere Angriffe im Libanon zu geben. Trump hatte das nun einige Zeit
verweigert.
25 Aug 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Krieg-in-Iran/!6205752
(DIR) [2] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-08-25/dozens-of-chinese-firms-hit-by-bessent-s-d-day-iran-sanctions
(DIR) [3] /Profite-verdoppelt/!6199682
(DIR) [4] /Putin-und-Trump-in-China/!6177867
(DIR) [5] /Israel-zerstoert-Doerfer-im-Libanon/!6202662
## AUTOREN
(DIR) Hansjürgen Mai
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