# taz.de -- Todesurteil in Iran: Erneut Hinrichtung wegen Beteiligung an Massenprotesten
       
       > Der am Sonntag Hingerichtete soll an den Demonstrationen im Januar
       > teilgenommen haben. In Iran wurden im vergangenen Jahr mindestens 1.639
       > Menschen exekutiert.
       
 (IMG) Bild: Protest gegen Hinrichtungen in Iran bei einer Demonstration im Mai in Frankfurt/Main
       
       afp/dpa/taz | In Iran ist erneut ein Mann hingerichtet worden, der wegen
       seiner Beteiligung an den regierungskritischen Protesten im Januar zum Tode
       verurteilt worden war. Madschid Adineh habe an „operativen Aktivitäten“ zur
       Unterstützung Israels und der USA teilgenommen, teilte die iranische Justiz
       am Sonntag auf ihrer Website Misan Online mit.
       
       Er sei zudem wegen „Kriegsführung gegen Gott“, Brandstiftung, Versammlung
       und Verabredung zur Begehung von Straftaten gegen die innere Sicherheit des
       Landes schuldig gesprochen worden. Das Todesurteil sei am Sonntagmorgen
       vollstreckt worden, berichtete Misan.
       
       Adineh und ein weiterer Verdächtiger waren den Angaben zufolge am 9. Januar
       in der Provinz Albors westlich der Hauptstadt Teheran festgenommen worden.
       Sie hatten demnach „einen Revolver, Munition, zwei Taser, zwei
       Tränengaskanister, eine Akku-Kettensäge und eine Flasche Benzin“ dabei.
       
       Auf der Grundlage „zahlreicher“ Beweise sowie der Aussagen des Angeklagten
       im Prozess habe das Revolutionsgericht der Stadt Karadsch Adineh zum Tode
       verurteilt und eine Beschlagnahmung seines gesamten Vermögens angeordnet,
       erklärte die Justiz. Nach einer Bestätigung des Urteils durch das Oberste
       Gericht sei das Todesurteil am Sonntagmorgen vollstreckt worden.
       
       Ende Dezember hatten sich Proteste wegen der schlechten Wirtschaftslage in
       Iran zu Massenprotesten gegen die Führung in Teheran ausgeweitet, die am 8.
       und 9. Januar ihren Höhepunkt erreichten. Menschenrechtsorganisationen im
       Ausland sprachen von einer staatlichen Niederschlagung der Proteste mit
       tausenden Toten. Auch [1][Augenzeug:innen bestätigten das der taz].
       [2][Oppositionelle sprachen damals von 12.000 Toten]. Teheran räumte danach
       ein, dass es [3][mehr als 3.000 Tote] gegeben habe, und führte die Gewalt
       auf von den USA und Israel gesteuerte „Terrorakte“ zurück.
       
       Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen ist Iran nach China das Land,
       in dem die meisten Todesurteile vollstreckt werden. Nach Angaben der
       Organisation Iran Human Rights (IHR) mit Sitz in Norwegen und der
       französischen Organisation Gemeinsam gegen die Todesstrafe (ECPM) wurden in
       Iran 2025 mindestens 1.639 Menschen hingerichtet – so viele wie seit 1989
       nicht mehr. Seit Beginn des Irankriegs, der Ende Februar mit Angriffen der
       USA und Israels begonnen hatte, hat die Zahl der Hinrichtungen weiter
       zugenommen, insbesondere im Zusammenhang mit den Protesten.
       
       23 Aug 2026
       
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