# taz.de -- Gewalt im Westjordanland: Israelischer Politiker zerstört palästinensisches Denkmal
> Der rechtsextreme Abgeordnete Zvi Sukkot sieht in dem Monument
> Terror-Verherrlichung. Die Opposition wirft ihm vor, den Konflikt im
> Westjordanland zu schüren.
(IMG) Bild: Das zerstörte Denkmal in Madama
Ein ultranationalistischer israelischer Abgeordneter hat in einem
palästinensischen Dorf ein Denkmal mit einem Vorschlaghammer zerstört.
Videoaufnahmen des Vorfalls in Madama im nördlichen Westjordanland zeigen,
wie Knesset-Mitglied Zvi Sukkot und weitere Personen dabei von israelischen
Soldaten geschützt werden.
Sukkot gehört der Partei Religiöser Zionismus an, die zu den rechtsextremen
Kräften in der Koalition von Regierungschef Benjamin Netanjahu zählt.
Nach palästinensischen Angaben handelte es sich um ein Denkmal für
„Märtyrer“ aus dem Dorf. Mit diesem Begriff werden Palästinenser
bezeichnet, die im Konflikt mit Israel getötet wurden – etwa bei
israelischen Razzien und Konfrontationen, aber auch bei Anschlägen auf
Israelis. In den Videoaufnahmen ist zu sehen, dass auf dem Denkmalstein auf
Arabisch das Wort „Palästina“ steht.
Sukkot schrieb auf der Plattform X, das Denkmal habe Terroristen
verherrlicht. „Jedes Kind, das täglich ein riesiges Denkmal sieht, das
Mörder von Juden verherrlicht, wird davon träumen, Terrorist zu werden“,
hieß es in seinem Beitrag. Er habe das Militär in den vergangenen Wochen
mehrfach vergeblich aufgefordert, solche Denkmäler in palästinensischen
Gebieten zu entfernen.
## Militär spricht von schwerwiegendem Vorfall
Die Streitkräfte teilten auf Anfrage mit, Sukkot habe vor zwei Wochen einen
Antrag auf einen Besuch in verschiedenen Regionen des Westjordanlands
gestellt. Der Ausflug von Sukkot und seinen Assistenten sei an diesem
Morgen [1][von Soldaten] bewacht worden, die dafür von anderen Einsätzen
abgezogen worden seien.
Entgegen den getroffenen Vereinbarungen hätten sich die Teilnehmer
„täuschend und manipulativ“ verhalten und begonnen, ein Denkmal zu
demolieren. Auf Anweisung von Kommandeuren sei der Vorfall gestoppt und die
Gruppe rasch aus dem Dorf begleitet worden. Das Militär sprach von einem
schwerwiegenden Vorfall. Zugleich betonte die Armee, sie gehe regelmäßig
gegen „Symbole der Hetze“ in palästinensischen Gebieten vor.
Der Übergriff Sukkots findet im Rahmen des Wahlkampfs in Israel statt, Ende
Oktober soll eine neue Regierung gewählt werden. Sukkots Partei, deren
Vorsitzender der rechtsextreme Finanzminister [2][Bezalel Smotrich] ist,
könnte laut Umfragen an der 3,25-Prozent-Hürde scheitern. Der Wahlkampf ist
geprägt von anhaltenden Provokationen seitens der rechten Parteien.
## Kritik von vielen Seiten
[3][Der linksliberale Oppositionspolitiker Jair Golan] kritisierte das
Verhalten des Abgeordneten scharf. Sukkot versuche, im besetzten
Westjordanland ein „Feuer zu entfachen“ und einen neuen Krieg anzuzetteln.
„Das ist jemand, der hinter Gitter gehört und nicht in die Knesset“, hieß
es in seiner Stellungnahme. Bei der Parlamentswahl in zwei Monaten müsse
man die „Extremisten aus den Machtpositionen entfernen und Israel wieder
auf den richtigen Weg bringen“, forderte der Vorsitzende der Partei Die
Demokraten und ehemalige Vizemilitärchef.
[4][Auch Gadi Eizenkot], Mitte-rechts zu verorten und derzeit schärfster
Konkurrent des Premierministers Benjamin Netanjahu, kritisierte Sukkot:
Sein Vorgehen sei „eine Schande“. Außerdem habe Netanjahu es „Anarchisten
wie Sukkot“ ermöglicht, zu tun „was sie wollen, die Sicherheit in den
Siedlungen gefährden und Israels Ansehen in der Welt schädigen.“
Über 700.000 Siedlerinnen und Siedler leben mittlerweile im Westjordanland
und Ostjerusalem. Die Gewalt der Rechtsextremen unter ihnen hat seit
Amtsantritt der rechtsreligiösen Regierung von Benjamin Netanjahu Ende 2022
deutlich zugenommen, in den vergangenen Monaten nochmals rasant. Das
Militär selbst zählte jüngst fast drei Fälle pro Tag. [5][Alle Siedlungen
sind völkerrechtswidrig.]
dpa/taz
25 Aug 2026
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