# taz.de -- Neuerung bei ChatGPT: Werbung im KI-Chatbot
       
       > Ab dieser Woche soll ChatGPT Nutzer:innen Werbung anzeigen. Damit
       > erschließt sich OpenAI eine weitere Einnahmequelle.
       
 (IMG) Bild: Hochinteressiert an allen Daten seiner Nutzer:innen: ChatGPT (im Hintergrund)
       
       Nutzer:innen des KI-Chatbots ChatGPT können seit Montag in 31
       europäischen Ländern, darunter in Deutschland, Werbung angezeigt bekommen.
       „Marketingfachleute in ganz Europa erhalten nun neue Möglichkeiten,
       Menschen zu erreichen“, wirbt der Anbieter OpenAI in seiner vergangene
       Woche erschienenen [1][Ankündigung] für die neue Funktion.
       
       Werbung soll demzufolge „deutlich gekennzeichnet und von den Antworten von
       ChatGPT getrennt“ angezeigt werden. Antworten des KI-Chatbots würden durch
       die Schaltung von Werbung nicht beeinflusst. In den USA bekommen
       Nutzer:innen bereits seit mehreren Monaten Werbung zu sehen. Betroffen
       ist, wer die kostenfreie Version oder die günstigste Bezahlversion Go
       nutzt, die teureren Bezahlversionen sollen werbefrei bleiben. Nicht
       erscheinen sollen Anzeigen „in der Nähe von sensiblen oder regulierten
       Themen wie physischer oder psychischer Gesundheit oder Politik“, so OpenAI.
       
       Auch wenn sich Open-AI-Gründer Sam Altman in der Vergangenheit noch
       kritisch über Werbung geäußert hatte – dass sie doch kommt, ist nicht
       überraschend. Denn die Unternehmen hinter den KI-Modellen sind auf der
       Suche nach Einnahmequellen. Mit Bezahlversionen haben sich mehrere Anbieter
       eine erste Einnahmequelle erschlossen.
       
       Jasmin Ehbauer und Joris Leander Kanowski vom Zentrum für Digitalrechte und
       Demokratie weisen in einem [2][Beitrag] darauf hin, dass die
       Nutzer:innen bei den Versionen mit Werbung nun mit ihren Daten bezahlen:
       „In Chatverläufen mit ChatGPT geben Nutzende vieles über ihre Präferenzen,
       Wünsche und Probleme preis.“ Sie müssten überlegen, ob es für sie besser
       ist, die Nutzung zu bezahlen oder die eigenen Daten für Werbezwecke
       verwerten zu lassen.
       
       Möglich wäre allerdings auch ein Wechsel. Denn bei KI-Chatbots gibt es
       nicht nur die Anbieter aus den USA, sondern auch beispielsweise das
       französische Mistral oder das Schweizer Open-Source-Modell Apertus, das
       sich lokal auf dem eigenen Rechner installieren lässt. Nicht alle Modelle
       kommen an das von OpenAI heran, doch für Normalnutzer:innen sind sie
       in der Regel ausreichend.
       
       24 Aug 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://openai.com/de-DE/index/chatgpt-ads-expands-across-europe/
 (DIR) [2] https://digitalrechte.de/news/werbung-bei-chatgpt-wenn-du-nicht-fuer-das-produkt-zahlst-dann-bist-du-das-produk
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Svenja Bergt
       
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