# taz.de -- Streit um Geheimnisse: Apple verklagt OpenAI
       
       > Der Tech-Riese Apple verklagt den ChatGPT-Betreiber OpenAI. Das
       > KI-Unternehmen soll Firmengeheimnisse geklaut haben.
       
 (IMG) Bild: Das Apple-Firmenlogo an einem Apple-Store in Paris
       
       dpa | Apple wirft dem ChatGPT-Entwickler OpenAI und zwei ehemaligen
       Mitarbeitern in einer Klage Diebstahl von Firmengeheimnissen vor. Einer der
       beiden ist Tang Tan, ein ehemaliger ranghoher Apple-Designer, der heute
       Hardware-Chef von OpenAI ist. In dieser Funktion spielt er eine zentrale
       Rolle bei der Arbeit an einem neuartigen Gerät, das die ChatGPT-Firma auf
       die Nutzung mit künstlicher Intelligenz ausrichten will.
       
       OpenAI entgegnete in einer Stellungnahme beim Finanzdienst Bloomberg, man
       habe kein Interesse an Geheimnissen anderer Unternehmen. [1][Die Firma
       bleibe fokussiert darauf, innovative Technologie zu entwickeln.]
       
       ## Design-Guru als Türöffner
       
       OpenAI verpflichtete für das Hardware-Projekt auch Jony Ive, den
       langjährigen Design-Visionär von Apple, der unter anderem maßgeblich die
       Form von iPhones und MacBook-Laptops geprägt hatte. Das dürfte der
       ChatGPT-Firma geholfen haben, attraktiver für andere Apple-Beschäftigte zu
       werden. Der Klage zufolge sind inzwischen mehr als 400 ehemalige
       Apple-Mitarbeiter bei OpenAI angestellt.
       
       Tan gehört zu den ranghöchsten Überläufern. Er arbeitete mehr als 20 Jahre
       bei Apple und verantwortete vor seinem Wechsel das Design des iPhones und
       der Computer-Uhr Apple Watch.
       
       ## Apple vermutet Strategie von OpenAI dahinter
       
       Der Klage zufolge kam Apple nach Ermittlungen zu dem Schluss, dass Tan
       vertrauliche Informationen des iPhone-Konzerns zum Vorteil von OpenAI
       missbraucht habe. Unter anderem habe er Apple-Mitarbeiter aufgefordert, zu
       Job-Interviews für Arbeitsplätze bei OpenAI Bauteile des Konzerns
       mitzubringen – darunter Batterien und Gerätegehäuse in verschiedenen
       Farben.
       
       Apple sieht das als Teil einer „Strategie“ von OpenAI, an vertrauliche
       Informationen des Unternehmens zu kommen. Nach Darstellung von Apple griff
       die Firma zu „rechtswidrigen Abkürzungen“, um das KI-Gerät zu entwickeln,
       weil dies sich als schwieriger erwiesen habe als angenommen.
       
       Der andere verklagte Ex-Mitarbeiter von Apple, ein ranghoher Ingenieur,
       soll dem Konzern zufolge über einen mitgenommenen Firmencomputer noch als
       OpenAI-Beschäftigter auf vertrauliche Daten seines früheren Arbeitgebers
       zugegriffen haben.
       
       ## Schatten auf Hardware-Projekt von OpenAI
       
       Ive wird in der Klage nicht erwähnt – wohl aber die unter anderem von ihm
       und Tan mitgegründete Firma io Products, die OpenAI 2025 für rund 6,5
       Milliarden US-Dollar kaufte. Man habe neben OpenAI auch io verklagt, um zu
       verhindern, dass über das Unternehmen weiter Apple-Geheimnisse verwendet
       würden, hieß es in der Klage.
       
       Durch die Zusammenarbeit mit OpenAI war Ive dabei, in direkte Konkurrenz zu
       seinem einstigen Arbeitgeber zu treten. Nun wirft die Apple-Klage einen
       Schatten auf das ganze Hardware-Projekt von OpenAI. Es sei „bis ins Mark
       verrottet“, da OpenAI sich dafür auf illegal erworbene Firmengeheimnisse
       gestützt habe, kritisierte Apple in der Klageschrift.
       
       ## OpenAI ist zugleich ein KI-Partner von Apple
       
       Apple und [2][OpenAI] sind seit mehreren Jahren Partner bei der Nutzung
       künstlicher Intelligenz auf iPhones und anderen Geräten des Konzerns.
       Apple-Kunden können allgemeine Anfragen, die die hauseigene
       Sprachassistentin Siri nicht beantworten kann, an ChatGPT weiterreichen
       lassen. Medienberichten zufolge erwog OpenAI vor einigen Monaten eine Klage
       gegen Apple mit dem Vorwurf des Vertragsbruchs, weil diese Partnerschaft
       sich schlechter entwickelt habe als von der KI-Firma erwartet.
       
       12 Jul 2026
       
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