# taz.de -- Klimawandelfolgen: Was tun, damit’s im Wald nicht brennt?
> Der Klimawandel verschärft die Waldbrände in Europa, auch in diesem
> Sommer. Eine neue Studie blickt in die Zukunft und zeigt, was helfen
> könnte.
(IMG) Bild: Vieles kann bei der Prävention von Waldbränden verbessert werden – sofern der politische Wille besteht
Bis vor Kurzem brannte es noch im Hohen Venn und im Hürtgenwald an der
deutsch-belgischen Grenze – es war der vermutlich größte Waldbrand der
Geschichte Nordrhein-Westfalens. Aber auch die [1][Megafeuer] in
Frankreich, Spanien und Portugal sind in diesem Jahr die verheerendsten
ihrer Historie. Statistisch gesehen sollen sie immer häufiger in Europa
auftreten. Bereits jetzt ist das Jahr 2026 das mit der meisten verbrannten
Fläche im Vergleich zu den vergangenen 20 Jahren. Welche Entwicklungen uns
angesichts des Klimawandels noch bevorstehen und wie sie beeinflusst werden
können, hat nun eine [2][Studie] im Fachmagazin Global Change Biology
untersucht.
## Die Studie
Die Forschenden projizieren zwei Szenarien auf die Zukunft des Kontinents.
Bei einer emissionssparenden Politik und Temperaturzunahme von
durchschnittlich 1,8 Grad Celsius würde sich ihrer Berechnung zufolge die
Anzahl der Waldbrände um 39 Prozent erhöhen. Bei einer Zunahme von 3,6 Grad
Celsius wären es allerdings 192 Prozent. Bisherige Forschung hat aber auch
gezeigt, dass sozioökonomische Treiber eine Rolle in der Entwicklung von
Feuern spielen, unter anderem Bevölkerungsverteilung, Landnutzung und
wirtschaftliche Aktivitäten. Deshalb haben die Forschenden eine weitere
Berechnung durchgeführt, die den Wohlstands- und Entwicklungsstatus
europäischer Länder beinhaltet. In diesen Modellen konnte die Zunahme der
Brände deutlich begrenzt werden.
In der Frage, welche Präventions- und Feuerbekämpfungsmaßnahmen wirklich
wichtig sind, sei der Faktor allerdings nicht belastbar genug, bemängeln
Expert:innen. Für noch bessere Modelle müssten die lokalen Maßnahmen und
Begebenheiten stärker mitbedacht werden; etwa das Anpflanzen von an
örtliche Bedingungen angepassten Baumarten, Durchforstungen und
Brennstoffmanagement. Auch auf Dauer und Intensität der Brände müsse man
mehr Rücksicht nehmen, um künftig genauere Berechnungen durchführen zu
können.
## Was bringt’s?
Trotz aller Kritik: Die Studie zeigt zum ersten Mal auf, wie Veränderungen
im globalen Klima, gesellschaftliche Entwicklungen und wirtschaftliche
Faktoren mit den Möglichkeiten der Eindämmung von Vegetationsbränden
zusammenhängen. Und sie erinnert daran, wie wichtig es angesichts des
Klimawandels wird, zu handeln. Die gute Nachricht ist aber: Vieles kann
verbessert werden – sofern der politische Wille besteht. In der Prävention
hilft die Errichtung von Brandschneisen und Wiederaufforstung durch
[3][angepasstere Vegetation]. Und auch die Reaktion auf Brände kann besser
vorbereitet werden. So könnten etwa koordinierte Löschstrategien,
ausreichende Ausrüstung und geschultes Personal sowie innovative
Technologien wie Satellitenmonitoring und KI-gestützte Früherkennung
eingeführt werden. Nur so können solche verheerenden Brände wie dieses Jahr
minimiert werden.
7 Sep 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Feuergewitter-in-Suedwestfrankreich/!6200035
(DIR) [2] https://doi.org/10.1111/gcb.71043
(DIR) [3] /Projekt-gegen-Waldsterben/!6145106
## AUTOREN
(DIR) Philipp Nierle
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