# taz.de -- Siedlungspläne im Westjordanland: Staaten kritisieren Israel
> Deutschland und weitere westliche Staaten bezeichnen Israels
> Siedlungspläne in scharfem Ton als inakzeptabel. Und warnen auch
> Wirtschaftsunternehmen.
(IMG) Bild: Israelische Soldaten sitzen unter einem Zelt vor dem Haus, das seit über einer Woche von israelischen Siedlern belagert wird
dpa | Deutschland und sechs weitere Staaten fordern Israel auf, die Pläne
für ein äußerst umstrittenes Siedlungsprojekt im Westjordanland
zurückzunehmen. In einem von der Bundesregierung veröffentlichten
gemeinsamen Statement der Länder hieß es weiter, die [1][Ausweitung der
Siedlungen im Westjordanland] müsse beendet werden.
Durch das Siedlungsprojekt rücke nicht nur eine Friedenslösung in weitere
Ferne; auch Israels internationales Ansehen werde weiter beschädigt. Neben
Deutschland stehen Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, die
Niederlande und Norwegen hinter der Erklärung.
Das israelische Bauministerium hatte am späten Dienstagabend eine
Ausschreibung für den Bau von mehr als 1.200 Wohneinheiten für das Projekt
veröffentlicht. Konkret geht es um das sogenannte E1-Gebiet zwischen
Ost-Jerusalem und der Siedlung Maale Adumim. Das Gebiet gilt als einer der
sensibelsten Punkte im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern.
Insgesamt geplant sind 3.400 Wohneinheiten. Eine Bebauung in dem Gebiet
würde das Westjordanland faktisch in einen nördlichen und einen südlichen
Teil aufspalten. Damit würde die Schaffung [2][eines zusammenhängenden
Territoriums] für einen künftigen palästinensischen Staat erschwert oder
gar unmöglich gemacht. Unter internationalem Druck hatte Israel die Pläne
für E1 in der Vergangenheit immer wieder verschoben. Bundeskanzler
Friedrich Merz (CDU) hatte die Pläne bereits am Mittwoch scharf kritisiert.
## Warnung auch an Wirtschaftsunternehmen
Deutschland, Italien, Großbritannien, Frankreich, Kanada, Norwegen und die
Niederlande warnten in ihrem Statement Wirtschaftsunternehmen, sich auf
Bauausschreibungen zu bewerben. „Sie sollten sich der rechtlichen und auch
der rufschädigenden Folgen bewusst sein, einschließlich des Risikos, sich
selbst an schweren Verstößen gegen das Völkerrecht zu beteiligen“, hieß es
weiter. [3][Die Entscheidung der israelischen Regierung], Ausschreibungen
für den Bau des E1-Siedlungsprojekts zu veröffentlichen, bezeichneten sie
als inakzeptabel.
Das Völkerrecht besage eindeutig, dass israelische Siedlungen im
Westjordanland rechtswidrig seien. Dies sei die Haltung der internationalen
Gemeinschaft, die auch durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen
bekräftigt werde, hieß es weiter.
21 Aug 2026
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