# taz.de -- US-Sanktionen gegen Irans Handelspartner: Kalkulierte Mini-Offensive
       
       > Der von den USA angedrohte wirtschaftliche D-Day ist nur heiße Luft.
       > Sanktionen gegen Banken wären ernstzunehmender. Doch die finden nicht
       > statt.
       
 (IMG) Bild: Haltloses Gefuchtel: US-Finanzminister Scott Bessent bei der Pressekonferenz zu den Sanktionen gegen Iran
       
       Sie sollten ein „ökonomischer D-Day“ sein, [1][die neuen US-Sanktionen
       gegen die Islamische Republik Iran]. Alle noch bestehenden finanziellen
       Rettungsleinen sollten dem Regime in Teheran gekappt werden, unter dem
       vollmundigen Namen „Operation Economic Outcast“, also „wirtschaftlicher
       Ausgestoßener“. Dutzende Individuen und Firmen sind betroffen, darunter
       Transportunternehmen und Zwischenhändler vor allem in [2][China] und
       Hongkong. Ihre Kosten dafür, weiter mit Iran Handel zu treiben, sollten
       dadurch deutlich erhöht werden.
       
       Doch das Paket ist kein D-Day, sondern eine kalkulierte Mini-Offensive.
       Viele betroffene Firmen arbeiten eher regional in China und Hongkong, wie
       exponiert sie den US-Sanktionen sind, ist unklar. Außerdem können sie
       schnell durch ähnliche, bislang nicht designierte Firmen ersetzt werden.
       Wirklich haarig – und damit auch effektiv – wäre es geworden, wenn auch
       große, mit Iran arbeitende Banken in China sanktioniert worden wären.
       
       Doch an die trauen sich die USA nicht heran, denn das würde einen offeneren
       Konflikt mit Beijing heraufbeschwören. Und davor scheinen die USA – trotz
       aller kampfeslustiger Rhetorik – doch zurückzuscheuen. Auffällig an dem
       Sanktionspaket ist, dass es sich gegen einige Firmen richtet, die laut den
       USA Iran in der Beschaffung von Technologie für seine [3][nuklearen
       Abenteuer] und die Entwicklung von Raketen unterstützen.
       
       Wenn so klar ist, wer Iran in dieser Aufrüstung unterstützt, dann müssten
       die USA alle Register ziehen. Nicht nur gegen diese einzelnen kleineren
       Unternehmen, sondern auch die, die das finanzieren? Sie tun es nicht, und
       das zeigt: Die USA wagen es nicht, China zu konfrontieren. Nicht einmal,
       wenn es um Iran geht – ein Land, das für Beijing wirtschaftlich wenig
       Relevanz hat, und zu dem die Beziehungen nicht einfach sind. Das
       Machtgefüge in der Welt hat sich verschoben, Washington ist nicht mehr
       Anführer. Das [4][Regime in Teheran] ist angeschlagen. Doch den finalen
       Hieb werden ihm diese Sanktionen nicht versetzen.
       
       25 Aug 2026
       
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