# taz.de -- Manuela Schwesig im Wahlkampf: Hoffnungsträgerin sagt SPD-Parteivorsitz ab
> Manuela Schwesig sagt, sie wolle nicht Parteivorsitzende der SPD werden.
> Sie wolle die nächsten 5 Jahre Ministerpräsidentin in
> Mecklenburg-Vorpommern bleiben.
(IMG) Bild: Extrem seltene Art: Hoffnungsträgerin in der SPD
Die SPD-Spitzenkandidatin und amtierende Ministerpräsidentin von
Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, hat aufkeimende Gerüchte über
einen Wechsel an die Parteispitze zerstreut. „Auch ich habe mich klar für
Mecklenburg-Vorpommern entschieden“, sagte Schwesig am Montagabend bei
einem Bürgergespräch in Lübtheen. Sie wolle die nächsten fünf Jahre ihre
Arbeit als Ministerpräsidentin fortführen.
Angesichts der desolaten Lage der SPD, die in bundesweiten Umfragen nur
noch bei 12 Prozent liegt, wird medial und parteiintern immer wieder über
eine Auswechslung der amtierenden Doppelspitze aus Lars Klingbeil und
Bärbel Bas spekuliert. Die beiden Parteivorsitzenden sind in Personalunion
auch Minister:innen in der ebenfalls ungeliebten Regierung von
Friedrich Merz. Öffentlich geworden war zuletzt eine Forderung aus der
Berliner SPD nach einem personellen Neustart. Der SPD-Vorsitz müsse von
Ministerämtern personell getrennt werden, heißt es in einem Beschluss aus
Berlin.
Als Hoffnungsträgerin und Ersatzkandidatin fällt dabei häufig der Name
Manuela Schwesig. Die 52-Jährige gehört bereits zum engsten Führungszirkel
der SPD, ist bestens vernetzt, machtpolitisch versiert und medial präsent.
Zudem ist Mecklenburg-Vorpommern das einzige Bundesland, wo sich die SPD
bei den Landtagswahlen im September Hoffnungen auf einen Wahlsieg machen
kann. Hier liegt sie dank Schwesigs Popularität in Umfragen bei 29 Prozent,
7 Punkte hinter der führenden AfD. In Berlin rangiert die SPD derzeit
demoskopisch auf Rang 5, in Sachsen-Anhalt droht sie gar aus dem Landtag zu
fliegen.
Entsprechend ungelegen kommen der Parteiführung Personaldebatten, man
möchte Geschlossenheit demonstrieren. Genauso wenig erpicht ist Schwesig
aber auch auf eine andere Debatte: [1][Wie zunächst die taz berichtete],
hatte der Sender RTL/ntv ein Talkformat mit den vier Spitzenkandidaten von
AfD, SPD, Linken und CDU wieder abgesagt und plant stattdessen nur ein
Duell zwischen Schwesig und ihrem Herausforderer, dem AfD-Spitzenkandidaten
Leif Erik Holm.
## Angeblich keine Einflussnahme
Der gleichlautende Vorwurf der ausgeladenen Kandidaten von CDU und Linken:
Die Absage an sie ging nach Intervention aus Schwesigs Umfeld raus. Andere
Medien, wie der Spiegel, griffen die Geschichte auf. [2][Der Spiegel
veröffentlichte eine Nachricht] des Geschäftsführers der Ostseewelle, die
die Sendung im Radio ausstrahlen sollte, die eine Einflussnahme belegen
könnte. In dieser heißt es: „RTL/ntv hat sich dann aber für das
Duell-Format entschieden, nachdem Frau Schwesig das bei ihrem Besuch im
Hauptstadtbüro impliziert hatte.“
Schwesig und die SPD widersprechen. In einem Statement, welches auch der
taz vorliegt, heißt es: „Damit war gemeint, dass sich Frau Schwesig neben
dem Vierer-Format u. a. auch für ein Duell-Format wie beim NDR offen
zeigt.“ Daraus eine Forderung oder Einflussnahme abzuleiten, sei sachlich
falsch.
18 Aug 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Wahlkampf-in-Mecklenburg-Vorpommern/!6202894
(DIR) [2] https://www.spiegel.de/politik/deutschland/manuela-schwesig-senderchef-deutet-in-chatnachricht-einmischung-schwesigs-bei-tv-duell-an-a-32925663-4575-496f-b391-cf92558ae597
## AUTOREN
(DIR) Anna Lehmann
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