# taz.de -- Vorwürfe gegenüber Bremer IL: Munteres Munkeln im Dunkeln
       
       > Ein Bericht über V-Leute endet in einem Tatverdacht gegenüber linken
       > Aktivist:innen. Dabei haben Behörden trotz Bespitzelung kaum etwas
       > vorzuweisen.
       
 (IMG) Bild: Eine Infobroschüre vom Landesamt für Verfassungsschutz zum Thema „Desinformation“: Ob Munkeln schon darunterfällt?
       
       Auweia – ist die Interventionistische Linke (IL) in Bremen doch
       gefährlicher als gedacht? Der Tatvorwurf „Beihilfe zur gefährlichen
       Körperverletzung“ steht offenbar gegen eine Person im Raum, eine
       Hausdurchsuchung bei ihr wurde damit begründet. Das klingt böse.
       
       Durchgestochen wurde der Tatvorwurf an Fernsehreporter des NDR-Formats
       „STRG_F“, die gerade an einem [1][Beitrag zum Bremer V-Mann-Skandal]
       recherchierten. In großen Teilen kreist der Beitrag um die Frage, wie
       gefährlich die IL nun eigentlich ist. „Wurden durch den V-Mann-Einsatz am
       Ende Strukturen aufgedeckt oder Straftaten verhindert?“, heißt es in Minute
       27 des 29-minütigen Videoberichts. „Im Bremer Fall ist noch alles offen.“
       
       Mit so ganz leeren Händen will irgendwer die Reporter offenbar nicht gehen
       lassen – „aus Sicherheitskreisen“ bekommen sie noch den Hinweis, dass zwei
       Beschuldigte, eine*r davon auch von der IL, möglicherweise Beihilfe zur
       gefährlichen Körperverletzung begangen hätten. 2024 gab es in einem Kiosk
       eine gewalttätige Auseinandersetzung, offenbar zwischen rechten Rockern und
       einer Gruppe von unbekannten Vermummten, möglicherweise Linken.
       
       Die Beihilfe dabei: Die beiden Beschuldigten sollen zuvor den Standort der
       Rechten weitergegeben haben.
       
       ## Nachfragen: schwierig
       
       Eine Information aus anonymen Sicherheitskreisen ist definitiv gefärbt.
       Nutzen kann man sie natürlich, aber nachfragen muss man. Zum Beispiel, was
       denn drinstand in der Standortmeldung oder was die Staatsanwaltschaft
       meint, wenn sie von „verfolgen“ spricht. Als eine taz-Journalistin mehr
       wissen will, fehlen in der Behörde leider die Akten, um nachzuschauen.
       
       Leider ist dieses Munkelmuster in der V-Mann-Affäre bekannt: Ein Verdacht
       wird gestreut, Medien verbreiten ihn. Nachfragen ist kaum möglich, Gründe
       dafür gibt es immer: ermittlungstaktische zum Beispiel. Oder fehlende
       Akten. Oder natürlich: die Geheimhaltung, es geht ja um den
       Verfassungsschutz.
       
       Die Anwesenheit eines Anwalts bei der V-Mann-Enttarnung wurde so in ein
       zweifelhaftes Licht gerückt. Und als im Frühjahr eine Veranstaltung mit dem
       Verfassungsschutzchef abgesagt wurde, waren angeblich Drohungen von
       Linksextremen dafür verantwortlich – dafür [2][gab es nie einen Beleg],
       aber die Angst ist in der Welt. Im aktuellen NDR-Beitrag färben die
       Informationsbrocken „aus Sicherheitskreisen“ vom Ende her den ganzen
       Bericht: Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung, da ist sie ja, die
       gesuchte Verbindung zwischen IL und Gewalt. Etwas bleibt hängen.
       
       Dabei könnte man die Info anders framen, wenn man wollte: Das
       strafrechtlich Schlimmste, was man der IL in Bremen nach sieben Jahren
       V-Mann-Einsatz bisher möglicherweise vorwerfen könnte, ist – Stand jetzt –
       ein weitergebener Hinweis auf Nazis in der Stadt.
       
       17 Aug 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.zdf.de/video/reportagen/funk-collection-funk-11384-1188/funk-vorwuerfe-gegen-verfassungsschutz-was-duerfen-v-leute---strg-f-318
 (DIR) [2] /Kampagne-gegen-Linke-in-Bremen/!6164170
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Lotta Drügemöller
       
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