# taz.de -- Kushner bei Netanjahu: Gazas Zukunft steht auf dem Spiel
> Trump-Schwiegersohn und US-Gesandter Jared Kushner trifft erst
> Hamas-Vertreter in Kairo, dann Netanjahu in Israel. Auf dem Spiel steht
> Gazas Zukunft.
(IMG) Bild: Auf Mission des Schwiegervaters: Jared Kushner mit Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi am Sonntag
Es passiert sehr selten, dass sich US-Gesandte mit Vertretern einer
Terrororganisation treffen. Doch genau das ist am Sonntag in Kairo
passiert. In der ägyptischen Hauptstadt haben sich Jared Kushner,
US-Sondergesandter für Friedensmissionen und Schwiegersohn des
US-Präsidenten Donald Trump, sowie der Direktor von Trumps Board of Peace
für Gaza, Nickolay Mladenov, mit Vertretern der Hamas und mit türkischen,
ägyptischen sowie katarischen Unterhändlern getroffen.
Ziel der Gespräche war es, [1][Trumps Plan für einen langfristigen Frieden
in Gaza] voranzutreiben. Dieser sieht das Ende aller militärischen
Operationen in dem Küstenstreifen vor. Gleichzeitig soll die
Terrororganisation Hamas, die im Gazastreifen de facto regiert, ihre Waffen
vollständig abgeben, während sich die israelischen Truppen zurückziehen und
eine zivile, palästinensische Regierung die Macht übernimmt.
Offiziell hatte die Hamas Ende Juli [2][ihrer eigenen Entwaffnung
zugestimmt]. Und zwar zum ersten Mal seit ihrer Entstehung vor fast 40
Jahren. Der Prozess ist dennoch ins Stocken geraten. Israel greift
weiterhin Ziele aus der Luft an und weigert sich, aus den besetzten
Gebieten abzuziehen, solange die Hamas nicht vollständig entwaffnet ist.
Die Regierung begründet dies mit Sicherheitsbedenken. Nahe der gelben
Linie, die den Gazastreifen in zwei Zonen teilt, berichten israelische
Soldat:innen von zunehmenden, militärischen Aktivitäten der Kämpfer.
Mindestens zwei Militante sind trotz Waffenruhe bei israelischen
Luftangriffen in Khan Yunis und Nuseirat gestorben, mehrere
Zivilist:innen wurden dabei verletzt, während die Gesandten ihre
Gespräche in Kairo führten. Israels rechtsreligiöse Regierungskoalition
sträubt sich gegen den US-geführten Friedensplan. Diplomatische Quellen
sagten der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag, es sei unwahrscheinlich,
dass die Regierung vor den Wahlen am 27. Oktober große Zugeständnisse
bezüglich des Gazaplans macht.
## Gespräche in Tel Aviv mit ungewissem Ausgang
Am Sonntag forderte die Hamas vom Board of Peace und den
Unterhändler:innen, dass sie Israel dazu zwingen, von weiteren Verletzungen
der Waffenruhe abzusehen. Auch solle Tel Aviv den Friedensplan einhalten.
Am Montag flogen Kushner und Mladenov dann weiter nach Israel, um den
Premierminister zu treffen. Erst vor zehn Tagen hatte Netanjahu Trumps
15-Punkte-Plan offiziell abgelehnt. Zunächst die vollständige Entwaffnung,
dann der Abzug, so Israels Position. „Sie haben Ideen – manche davon sind
für uns akzeptabel, andere nicht –, und wir wissen, wie wir in diesen
Fragen standhaft bleiben können“, so der Premierminister.
In Jerusalem sollen die politischen Vertreter zusammen mit Board-Mitglied
Tony Blair darüber diskutieren, welche Punkte des Plans zunächst umsetzbar
wären. Zum Redaktionsschluss waren die Verhandlungen noch im Gange.
17 Aug 2026
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