# taz.de -- Militärmanöver zwischen USA und Südkorea: Trump’sche Besserwisserei
> Der US-Präsident kündigt an, das US-Manöver mit Südkorea zu verringern.
> Es geht ihm offenbar nicht um Friedenssicherung, sondern wieder nur um
> ihn.
(IMG) Bild: Täuschkörper, Schall und Rauch, oder einfach Trumpsche Politik at it's best
Auf der koreanischen Halbinsel ist es in Jahrzehnten weder gelungen, das
Risiko eines erneuten Ausbruchs des Korea-Krieges substanziell zu
reduzieren, noch Nordkoreas Atombewaffnung zu verhindern. Was auch versucht
wurde, nichts hat Nordkoreas Regime auf einen Verhandlungsweg bringen
können. Vielmehr besteht heute kein Zweifel mehr daran, [1][dass Pjöngjang
inzwischen über Atomwaffen verfügt]. Das Regime dort hat nicht nur
Hungersnöten und Sanktionen auf Kosten seiner Bevölkerung getrotzt, sondern
erlebt derzeit einen Wirtschaftsboom infolge russischer Milliardenzahlungen
für [2][Pjöngjangs Hilfe im Ukraine-Krieg].
Neue Lösungsansätze beim Korea-Konflikt sind also begrüßenswert. Dazu
sollte es auch gehören, die jährlichen Manöver von Streitkräften der USA
und Südkoreas zu prüfen. [3][Doch US-Präsident Donald Trumps einseitiges
Vorgehen] weckt den Verdacht, dass es ihm gar nicht um Friedenssicherung
geht. Vielmehr möchte er offenbar Südkoreas liberaler Regierung eins
auswischen. Da Trump mit Südkoreas Präsident Lee Jae Myung über Kreuz
liegt, bekommt das jetzige Zurückfahren des US-Engagements den Charakter
einer finanziellen Drohung.
Da Trumps Ankündigung am Tag des Manöverbeginns erfolgte, ist sie zunächst
lediglich ein einseitiger Sturm im Wasserglas. Denn am diesjährigen Manöver
ändert sich nichts. Eine aussichtsreiche Friedenspolitik basiert aber nicht
auf einseitigen und selbstherrlichen Social-Media-Posts, sondern auf einer
abgestimmten Strategie, die mit vertrauensbildenden Maßnahmen beginnt und
Schritt für Schritt auf Gegenseitigkeit aufbaut.
Dabei sind Gipfeltreffen, wie Trump sie bereits dreimal mit Nordkoreas
Machthaber hatte, kein Selbstzweck. Vielmehr sollten sie am Ende eines
Verhandlungsprozesses stehen. Trumps jetzige Ankündigungen lassen jede
Konsistenz und Ernsthaftigkeit vermissen. Sie nähren in ihrer
Stümperhaftigkeit den Verdacht, dass es ihm in erster Linie um eigene
Besserwisserei und um Ablenkung von eigenen Misserfolgen geht.
17 Aug 2026
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(DIR) [3] /Suedkorea/!6204936
## AUTOREN
(DIR) Sven Hansen
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