# taz.de -- Südkorea: Trump fährt gemeinsame Militärübungen zurück
> US-Präsident Donald Trump will die gemeinsamen Militärübungen mit
> Südkorea deutlich zurückfahren.
(IMG) Bild: USA und Südkorea bei der Militärübung „Ulchi Freedom Shield“ vergangenes Jahr
rtr/ap | US-Präsident Donald Trump hat das Verteidigungsministerium
angewiesen, die gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea deutlich zu
reduzieren. Dies teilte er am Sonntag auf seiner Online-Plattform Truth
Social mit. Es sei zwar zu spät, die anstehenden Übungen „Ulchi Freedom
Shield“ komplett abzusagen, er sei jedoch nicht glücklich über die
US-Teilnahme, erklärte Trump. Südkoreas Verteidigungsministerium
bestätigte, dass die Übungen am Montag wie geplant begonnen haben.
Der amerikanische Präsident verwies zur Begründung auf seine sehr gute
Beziehung zum nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un. Die für diese Woche
geplanten Übungen seien kostspielig und „senden ein völlig unangemessenes
und feindseliges Signal“ an Nordkorea. Das Land habe sich während seiner
Amtszeit im Weißen Haus [1][respektvoll und „nicht bedrohlich“] verhalten,
schrieb Trump.
Trump kritisierte zudem die Haltung Südkoreas im Konflikt der USA und
Israels mit Iran. Er habe den südkoreanischen Präsidenten kürzlich gefragt,
ob sich das Land an der Denuklearisierung Irans beteiligen wolle, was
dieser mit den Worten „Nein, danke“ abgelehnt habe. Einen Tag zuvor hatte
Trump ein Foto von sich und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un
veröffentlicht. Dazu schrieb er, die beiden Staatschefs verstünden sich
großartig, „trotz des unfreundlichen Gesichtsausdrucks auf diesem
besonderen Bild“.
An den am Montag beginnenden Übungen sollen rund 18.000 südkoreanische
Soldaten teilnehmen. Regierungsvertretern zufolge liegt der Schwerpunkt auf
der Abwehr von Drohnen und Cyberangriffen sowie der Störung von
GPS-Signalen. Damit sollen die Streitkräfte auf die wachsenden
militärischen Fähigkeiten Nordkoreas vorbereitet werden. Das Weiße Haus und
das US-Verteidigungsministerium äußerten sich zunächst nicht zu Trumps
Anweisung.
## Nordkorea sammelt Kampferfahrung in der Ukraine
Die Regierung in Pjöngjang verurteilt die amerikanisch-südkoreanischen
Manöver regelmäßig als Vorbereitung für eine Invasion. Entgegen Trumps
Einschätzung der Bedrohungslage feuerte Nordkorea erst am Mittwoch
vergangener Woche eine ballistische Rakete in Richtung des Japanischen
Meeres ab. Dies teilten die südkoreanischen und japanischen Streitkräfte
mit. Bereits am 6. August hatte [2][Nordkorea eine ähnliche ballistische
Kurzstreckenrakete] getestet.
US-Militärvertretern zufolge [3][sammeln nordkoreanische Truppen derzeit an
der Seite Russlands] im Ukraine-Krieg Kampferfahrung. Dies betreffe
insbesondere den zunehmenden Einsatz von unbemannten Systemen,
elektronischer Kriegsführung und Cyberoperationen. Die Ukraine hatte in
der vergangenen Woche mitgeteilt, dass bei einem russischen Angriff auf
ein Stahlwerk in Saporischschja Raketen aus nordkoreanischer Produktion
eingesetzt worden seien.
17 Aug 2026
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