# taz.de -- USA und Iran im Krieg: Trump will Straße von Hormus annektieren
> Grönland, Kuba, Venezuela: Die Okkupations-Fantasien des US-Präsidenten
> sind unerschöpflich. Nun will er die Straße von Hormus zum US-Territorium
> machen.
(IMG) Bild: „Sehr böse“: US-Präsident Donald Trump bei seinem Wahlkampfauftritt in Garden City, Bundesstaat New York
dpa/rtr/taz | US-Präsident Donald Trump will die Straße von Hormus zu
US-Territorium erklären. „Sobald wir Iran besiegt haben – der gerade eine
vernichtende Niederlage erleidet –, werde ich die Hormus-Straße zum
Territorium der Vereinigten Staaten erklären“, sagte er bei einem
Wahlkampfauftritt im Bundesstaat New York. Genauer führte der 80-Jährige
seine erklärte Absicht nicht aus.
Das [1][Mullah-Regime in Teheran] reagierte umgehend und erwartungsgemäß.
„Die Straße von Hormus gehörte Iran, gehört Iran und wird Iran gehören“,
schrieb Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi auf der Plattform X.
Die USA müssten selbst akzeptieren, eine strategische und schwere
Niederlage erlitten zu haben. Die Meerenge werde nur auf Befehl aus Teheran
geschlossen und geöffnet. Solange die USA die Niederlage nicht
akzeptierten, werde Iran die Blockade weiterhin durchsetzen, so Gharibabadi
weiter.
Trumps neueste Okkupationsfantasien fallen in eine Zeit, in der die
[2][Bemühungen um ein Ende des Iran-Krieges] ins Stocken geraten sind und
eine 60-tägige Waffenruhe ohne Verlängerung auszulaufen droht.
## Irans Außenminister: „Wir hatten nie eine Waffenruhe“
Zentraler Streitpunkt zwischen Washington und Teheran bleibt neben Irans
Atomprogramm die Straße von Hormus. Die Ölpreise waren infolge des Krieges
in die Höhe geschossen, weil Iran mit Drohungen und Angriffen den
Schiffsverkehr in der Meerenge empfindlich beeinträchtigt hat. Die Straße
von Hormus ist eine der weltweit wichtigsten Handelsrouten für Öl, Gas und
Düngemittel.
Öffentlich verkündete Annexionspläne wie dieser sind fester Bestandteil von
Trumps Außenpolitik. Ähnlich hatte er sich auch im Hinblick etwa auf
Venezuela, Kuba oder Grönland geäußert. Ob Trump seinen Worten Taten folgen
lässt, ist unklar. Vor einem Monat hatte Trump bereits gedroht, in der
Meerenge eine Maut zu erheben. Nur kurze Zeit später kassierte er die Pläne
jedoch wieder.
In einem Rahmenabkommen hatten Washington und Teheran vereinbart, dass Iran
während auf 60 Tage angesetzten Verhandlungen keine Gebühren verlangen
darf. Wie es nach Ablauf dieses Zeitrahmens weitergeht, soll Iran mit dem
Oman aushandeln – unter Beachtung des internationalen Rechts und
Einbeziehung der Anrainerstaaten. Eine Einigung ist bisher nicht bekannt.
Die 60-tägige Frist läuft an diesem Wochenende aus.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi unterstrich in einem am Samstag
veröffentlichten Interview, sein Land habe noch nicht darüber entschieden,
ob die Gespräche mit den USA wieder aufgenommen werden sollten. „Wir hatten
von vornherein keinen Waffenstillstand, den wir jetzt verlängern wollten“,
sagte Araghtschi.
Für Iran hat sich die faktische Blockade der Meerenge zum wohl wirksamsten
Druckmittel gegenüber Trump entpuppt. Der erratisch agierende US-Präsident
ringt seit Wochen um eine Lösung für das Problem, das vor Beginn seines in
den USA unpopulären Krieges nicht bestand.
Die Straße von Hormus misst an ihrer schmalsten Stelle nur etwa 39
Kilometer. Da Iran und Oman jeweils eine Zwölf-Seemeilen-Zone (etwa 22,2
Kilometer) beanspruchen, überschneiden sich die Hoheitsgewässer beider
Anrainer. Internationale Gewässer existieren in diesem Bereich nicht.
Dennoch konnten Handelsschiffe vor Beginn des Krieges ungehindert und frei
von Gebühren und Abgaben die Meerenge passieren.
## Trump: „Iran ist sehr böse“
Die US-Republikaner haben ein Interesse an einem schnellen Ausweg aus dem
Krieg: Sie müssen sich in knapp drei Monaten bei den Zwischenwahlen zum
US-Kongress dem Wählervotum stellen – hohe Spritpreise sind da nicht von
Vorteil. Präsident Trump rief die US-Bürger unterdessen dazu auf, sich auf
weiterhin hohe Kraftstoffpreise einzustellen.
Auf der Wahlkampfveranstaltung in Garden City im Bundesstaat New York hatte
er am Freitag erklärt, es sei den Preis wert, „ein kleines bisschen mehr
für Benzin“ zu zahlen, um sicherzustellen, dass ein „sehr böses Land“ nicht
über Atomwaffen verfüge. Dies ist eine der von Trump angeführten
Begründungen für den Krieg, [3][der am 28. Februar mit massiven
Luftangriffen gegen Iran begonnen hatte]. „Was wir tun, ist ein großer
Dienst für die Welt, nicht nur für uns selbst“, gab Trump erneut den
Wohltäter.
15 Aug 2026
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