# taz.de -- Erdbeben mit 265 Toten: Kolumbien vor kritischen Stunden
> Angehörige suchen in den Trümmern verzweifelt nach Vermissten. Den
> Rettern bleibt nicht mehr viel Zeit. Kolumbiens Präsident ernennt einen
> neuen Krisenmanager.
(IMG) Bild: Nach dem Erdbeben in Kolumbien
dpa | Nach dem [1][schweren Erdbeben in Kolumbien] stehen die
Rettungskräfte bei der Suche nach Überlebenden vor kritischen Stunden: Das
entscheidende 72-Stunden-Zeitfenster, um unter Trümmern eingeschlossene
Menschen noch lebend bergen zu können, schließt sich heute. Danach sinken
die Erfolgschancen deutlich. Die Regierung des südamerikanischen Landes hat
angekündigt, den Einsatz mit Bergungsteams aus den USA und drei weiteren
Ländern zu verstärken.
Bei dem Beben der Stärke 7,4 im Westen des Landes vom Montag sind
mindestens 265 Menschen ums Leben gekommen und rund 3.500 weitere verletzt
worden. Wie [2][Präsident Abelardo de la Espriella] mitteilte, gelten
offiziell 496 Menschen als vermisst. Deren Zahl könnte jedoch deutlich
höher sein: Angehörige suchen laut einer inoffiziellen Datenbank nach rund
4.200 Menschen.
„Das ist zweifellos eine Tragödie großen Ausmaßes“, sagte der Präsident in
einer Ansprache. Mehr als 53.000 Menschen seien betroffen, 140 Gebäude
seien komplett eingestürzt und Zehntausende Wohnungen beschädigt worden. De
la Espriella kündigte die Ausrufung eines „wirtschaftlichen Notstands“ an,
um schneller über Mittel für den Wiederaufbau verfügen zu können.
Präsident ernennt einen neuen Katastrophenmanager
Nach [3][Kritik an seinem Krisenmanagement] hat der rechtsgerichtete
Präsident zudem einen neuen Leiter der Katastrophenschutzbehörde (UNGRD)
eingesetzt. Der Staatschef ist erst seit wenigen Tagen im Amt. Der
bisherige Verantwortliche war von der linken Vorgängerregierung ernannt
worden.
Der neue Leiter, David Tamayo, sagte, dass Such- und Rettungsteams aus den
USA, Israel, Ecuador und El Salvador die Bergungsarbeiten unterstützen
würden. Die Teams würden die örtlichen Einsatzkräfte nach mehrtägigem
Dauereinsatz ablösen, damit diese sich erholen könnten, sagte er.
Auslandshilfe ist „ohne politische Erwägungen“ willkommen
Laut Außenminister Omar Bula sind humanitäre Hilfsgüter aus verschiedenen
Staaten unterwegs – und nicht nur aus Ländern, die der Regierung
ideologisch verbunden sind wie jene vier, aus denen Suchteams entsendet
werden. „Wir arbeiten mit anderen Ländern zusammen, ohne dabei ideologische
oder politische Erwägungen anzustellen, und nehmen ihre Hilfe dankbar an“,
sagte Bula. Unter anderem kündigte die linksgerichtete Regierung Mexikos
Hilfslieferungen an.
Das Beben ereignete sich am Montagmorgen um 7.34 Uhr Ortszeit nahe San José
del Palmar im Westen des Landes in einer Tiefe von rund 103 Kilometern. Im
Anschluss wurden zahlreiche Nachbeben registriert.
13 Aug 2026
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